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Kirchenaustritte auf RekordhochDiese Pfarrerin fordert die Kirche heraus

Cindy Studer hat eine Pfarrstelle. Gleichzeitig bietet sie mit ihrer Privatfirma Abdankungsfeiern für Nicht-Kirchenmitglieder an. Wie reagiert die Landeskirche auf diese Provokation? Sie ist im Dilemma.


Trauerfeiern sind ihre Spezialität, sie bietet sie auch für Nicht-Kirchenmitglieder an: Pfarrerin Cindy Studer-Seiler auf dem Friedhof Sihlfeld in Zürich

Trauerfeiern sind ihre Spezialität, sie bietet sie auch für Nicht-Kirchenmitglieder an: Pfarrerin Cindy Studer-Seiler auf dem Friedhof Sihlfeld in Zürich
Foto: Boris Müller

«Ich bin schon immer angeeckt bei den Kirchenoberen», sagt Cindy Studer. Bereits während des Theologiestudiums in Zürich habe sie althergebrachte Gewissheiten und Gewohnheiten infrage gestellt. Etwa die Verkündung des Evangeliums, das zentrale Element einer reformierten Predigt. «Was meint ihr eigentlich genau damit?», habe sie die Theologieprofessoren gefragt. Und keine befriedigende Antwort erhalten.

Seit fünf Jahren ist die 38-Jährige nun Pfarrerin im Kelleramt, dem aargauischen Grenzgebiet zu Zürich. Zusammen mit ihrem Mann betreut sie die reformierte Kirchgemeinde Unterlunkhofen. Während er eher traditionell arbeitet, hat sie ihre Gottesdienste umgeformt. Das Vaterunser, mit dem sie immer Mühe hatte, liess sie ganz einfach weg. Und den Schlusssegen erteilt nicht sie allein, sondern die Gemeindemitglieder sprechen ihn alle einander zu.

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