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Betrüger ködern mit vermeintlicher Steuerrückzahlung

Hunderte haben heute Morgen in der Schweiz ein gefälschtes Mail der Eidgenössischen Steuerverwaltung erhalten. Das Schreiben fordert zur Preisgabe von sensiblen Daten auf und wirkt auf den ersten Blick täuschend echt.

Hinweis auf Anspruch der Steuererstattung: Screenshot des gefälschten E-Mails.
Hinweis auf Anspruch der Steuererstattung: Screenshot des gefälschten E-Mails.

Wer heute morgen in seinen Mail-Account schaute, dürfte auf den ersten Blick etwas erschreckt zusammengezuckt sein: «Eidgenössische Steuerverwaltung» heisst der Absender. Was wollen die denn schon wieder?

Der etwas verwirrliche Betreff – «Benachrichtigung bei Rückkehr» – kann diese Frage nicht wirklich beantworten. Öffnet man das Mail, heisst es in der Korrespondenz mit der Überschrift «Hinweis der Steuererklärung für das Jahr 2011»: «Nach den letzten Berechnungen (...) haben wir festgestellt, dass Sie Anspruch auf eine Steuererstattung von 254,07 CHF haben (...)»

«3–5 Werktage Zeit»

Der Adressat dieser Nachricht wird weiter aufgefordert, das angehängte Formular mit seinen Angaben über Konto- und Kreditkartennummer zu ergänzen. Für eine Rücksendung bleiben «3–5 Werktage Zeit», damit der Absender den Prozess möglichst schnell «bearbeiten» könne.

Mehrere Tippfehler könnten bereits die Seriosität dieses Schreibens anzweifeln («Um Ihre Rücksendung erhalten, füllen Sie bitte...»). Ausserdem ist es unüblich, dass solche Korrespondenz übers Internet und nicht per Briefpost erledigt wird.

«Es gibt sicherlich Leute, die darauf hereinfallen»

Ansonsten wirkt der Spam zumindest auf den ersten Blick professionell und der Briefkopf ist mit einem Logo versehen, das der Corporate Identity des Bundes durchaus entspricht. Gezeichnet ist das Dokument mit Elvin Zingre von der Eigenössischen Steuerverwaltung. Ein Googeln dieser Person erbringt keine nennenswerten Resultate.

Gemäss der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV) ist dies nicht der erste Vorfall dieser Art: «Es kommt immer wieder vor, dass Internetbetrüger unser Logo missbrauchen», sagt Beat Furrer, Leiter der Kommunikation, gegenüber Redaktion Tamedia. Bei dem Signet, das dieses Mal verwendet wurde, handelt es sich um ein veraltetes Logo, das im Jahr 2006 ersetzt wurde.

Dennoch scheint es noch in den Köpfen der Leute präsent zu sein: «Es gibt sicherlich Leute, die auf diesen Aufruf hereinfallen», sagt Furrer. Die Steuerverwaltung rät in einem solchen Fall, dass die Betroffenen sofort ihre Kreditkarte sperren. Ausserdem veröffentlichte die ESTV heute Morgen einen Warnaufruf, der ausdrücklich davor warnt, «auf dieses oder ähnliche E-Mails» zu reagieren.

Auch die Melde- und Analystestelle Informationssicherung (Melani) warnt vor dem Phishing-Mail. Das Amt empfiehlt, bei Erhalt dieses E-Mails den Anhang nicht zu öffnen und das E-Mail zu löschen. «Die Eidgenössische Steuerverwaltung wird Steuerrückerstattungen nie über E-Mail kommunizieren oder aber persönliche und Kreditkartendaten von Steuerpflichtigen über E-Mail einfordern.»

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