Die günstigste Alternative zum iPhone X

Knapp 120 statt 1200 Franken: Nokia bringt mit dem Nokia 2 den Gegenpol zu Apples iPhone X auf den Markt. Dieses bietet einen entscheidenden Vorteil.

Extrem hohe Akkukapazität: Nokia 2.

Extrem hohe Akkukapazität: Nokia 2. Bild: ZVG

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Freitag ist es so weit: Das Jubiläums-iPhone X kommt in die Läden. Ab 1200 Franken können Apple-Jünger dafür ausgeben. Für eingeschworene Fans kein Hindernis. Für jene, die keine Monatsmiete für ein Smartphone ausgeben möchten, gibt es bald aber eine viel günstigere Alternative: Nokia bringt ein Smartphone für gerade mal 119 Franken auf den Markt.

Das Nokia 2 mit Android-Betriebssystem kann technisch zwar nicht mit dem iPhone X mithalten: Es hat ein 5-Zoll-Display mit einer Auflösung von 1280 x 720 Pixel. Das iPhone X bietet im Vergleich eine Auflösung von 2436 x 1125 Pixel. Das Nokia 2 muss sich mit einer Acht-Megapixel-Kamera begnügen, das iPhone X protzt mit 12 Megapixeln, Weitwinkel- und Teleobjektiv. Neben dem Preis schlägt Nokias Billigsmartphone Apples Prestigegerät allerdings in einem weiteren Punkt: beim Akku.

Zweitägige Akkulaufzeit

Zwei Tage lang soll die Batterie des Nokia 2 halten. Dafür ist diese mit einer Kapazität von 4100 mAh ausgestattet. «Eine extrem hohe Kapazität für einen Akku», sagt Telecomexperte Ralf Beyeler vom Vergleichsportal Verivox. «Nur wenige Smartphones spielen in dieser Liga mit.» Nokia war schon in den Nullerjahren für besonders lange Akkulaufzeiten bekannt.

Auch beim Nokia 2 dürfte der Akku das wichtigste Verkaufsargument liefern: «Die Akkulaufzeit ist etwas vom Wichtigsten an einem Gerät, besonders wenn man viel unterwegs ist», so Beyeler. Dennoch müssten diese Angaben der Hersteller mit Vorsicht betrachtet werden, ergänzt Jean-Claude Frick vom Vergleichsportal Comparis. «Die Akkulaufzeiten hängen stark von der persönlichen Nutzung ab. Die Angaben der Hersteller sind nur ein grober Richtwert.»

Zeiten der Marktführerschaft vorbei

Ob sich das Nokia 2 zwischen Smartphones im Luxussegment und anderen Geräten im Billigsegment etablieren kann, bleibt abzuwarten. Der Akku ist Frick zufolge dabei entscheidend. Günstige Smartphones bieten nämlich auch schon andere Anbieter in der Schweiz an – etwa die französische Marke Wiko. Die meisten Billigprodukte seien aber kaum brauchbar, so Frick. «Sollte es Nokia schaffen, über den langlebigen Akku hinaus nicht nur Schrott zu liefern, könnte das ankommen.»

Dass Nokia mit seinem Billigsmartphone den Massenmarkt aufmischt, bezweifelt Experte Beyeler allerdings. «Die Zeiten, in denen Nokia über 50 Prozent Marktanteil hatte, sind vorbei.» Wer dennoch für sein Smartphone lieber den Betrag für ein Abendessen ausgeben möchte, anstatt sich dem Preis für einen – zugegeben sehr günstigen – Gebrauchtwagen zu nähern, dürfte am Billigtelefon Gefallen finden.

Smartphones verschlafen

Interessierte Schweizer Schnäppchenjäger müssen sich allerdings noch etwas gedulden: Verkaufsstart ist in der Schweiz laut Vertreiber Autronic Januar 2018. Erhältlich soll das Nokia 2 in allen grossen Elektronikläden von Interdiscount und Mediamarkt bis zu Swisscom und Sunrise sein.

Das Billigsmartphone ist für Nokia ein weiteres Experiment bei der Rückkehr auf den Smartphone-Markt. Der einstige Weltmarktführer für Handys hatte die Entwicklung von Smartphones verschlafen und war massiv hinter die Konkurrenz zurückgefallen.

Neu gegründete Firma

2014 verkaufte der finnische Konzern seine Handy- und Tabletsparte an den US-Konzern Microsoft. Seit letztem Jahr läuft das Geschäft mit Smartphones und Tablets über die neu gegründete Firma HMD Global, die weiterhin den Namen Nokia verwendet.

Das iPhone X im 3-Punkte-Check

Bevor es in die Läden kommt: Die Vor- und Nachteile im Kurztest. Video: Tamedia

Erstellt: 02.11.2017, 10:41 Uhr

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