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Schweizer verklagt Apple wegen iPhone-Akku

Der Akku seines iPhones 6S entlade sich viel zu schnell, wettert ein Genfer Politiker. Dahinter stecke Absicht von Apple – und das sei Betrug.

Apple hatte kurz zuvor zugegeben, dass die Updates der Software Probleme mit den Akkus mit sich bringen. (Archiv)
Apple hatte kurz zuvor zugegeben, dass die Updates der Software Probleme mit den Akkus mit sich bringen. (Archiv)
Gaetan Bally, Keystone
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«Wir wissen, dass manche das Gefühl haben, Apple habe sie im Stich gelassen. Wir entschuldigen uns.» Mit diesen Worten wandte sich der US-Konzern Ende Dezember an die Öffentlichkeit. Zudem bot er den Kunden in einer Nachricht an, den Austausch der Akkus zu vergünstigen.

Es waren sehr ungewohnte Worte für ein Unternehmen, das sonst gern herausposaunt, wie gut seine Produkte seien. Doch diesmal musste Apple einen Shitstorm abwenden. Apple hatte zuvor zugegeben, dass ältere Smartphones langsamer werden, wenn der User ein Software-Update durchführt. Dies soll verhindern, dass sich iPhones mit alten Akkus spontan selbst abschalten.

«Ich akzeptiere Apples Entschuldigung nicht»

Viele witterten dahinter böse Absicht, um den Kauf neuer Modelle zu fördern. Diesen Verdacht hegt auch Thomas Putallaz, Vizepräsident der CVP der Stadt Genf. «Ich akzeptiere Apples Entschuldigung nicht», sagt er zur «Tribune de Genève». «Mein Handy ist nach vier Stunden entladen, obwohl die Garantiefrist noch läuft.»

Er weigere sich, in einen Apple-Store zu gehen, um den Akku seines iPhones 6S austauschen zu lassen, weil die Verkäufer ihm dann nur ein neues iPhone aufschwatzen würden. Am 29. Dezember hat er bei der Bundesanwaltschaft Klage wegen Betrugs eingereicht. Zudem ruft er in seinem Blogjeden iPhone-User auf, es ihm gleichzutun.

Schweiz soll Gesetz anpassen

Allerdings sind die Chancen auf Erfolg gering: Die sogenannte geplante Obsoleszenz – dass Produkte extra so hergestellt werden, dass sie zu einem gewünschten Zeitpunkt kaputt gehen – ist in der Schweiz nicht strafbar. Das will Putallaz ändern: In Frankreich sei die geplante Obsoleszenz bereits ein Straftatbestand, die EU denke ebenfalls darüber nach – nun müssten auch die Schweizer Politiker aktiv werden.

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