Hintergrund

Alle gegen Amazons Kindle

Buchhändler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz haben gemeinsam den Tolino Shine entwickelt. Dieses Lesegerät ist mit einem Preis von 129 Franken günstig.

Buch ohne Seiten: Tolino Shine.

Buch ohne Seiten: Tolino Shine. Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Bei den elektronischen Büchern haben die hiesigen Buchhändler einen schweren Stand. Amazon dominiert mit seinem Lesegerät Kindle den Markt. 2012 entfielen in Deutschland 41 Prozent des Umsatzes auf den US-Internethändler, Thalia kam mit gerade einmal 14 Prozent auf Platz zwei.

Das soll sich nun ändern: Die Buchhändler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz haben gemeinsam den Tolino Shine entwickelt. Dieses Lesegerät ist mit einem Preis von 129 Franken günstig.

Den Store zu wechseln, ist nicht vorgesehen

Es hat wie sein Konkurrent, der Kindle Paperwhite (129 Euro), eine eingebaute, abschaltbare Hintergrundbeleuchtung und einen eingebauten Store, der das Herunterladen von Büchern per WLAN direkt am Gerät ermöglicht. Die beteiligten Buchhändler, in der Schweiz sind es Thalia.ch und Weltbild, integrieren jeweils ihren eigenen Store. Den Store zu wechseln, ist nicht vorgesehen. Mit dem bei Thalia gekauften Gerät kann man nicht bei Weltbild einkaufen und umgekehrt. Bei einem Drittanbieter gekaufte Bücher, zum Beispiel von Books.ch, können per Computer und über die Software Adobe Digital Editions aufs Gerät übertragen werden.

Die Navigation per Touch-Display ist nicht rasend schnell, aber akzeptabel, und im Shop (in unserem Test von Thalia) kommt man innert nützlicher Frist zu seinem Buch – besonders, wenn man weiss, was man will. Fürs ausgiebige Stöbern ist und bleibt die reale Buchhandlung unübertroffen.

Die überzeugendste Alternative zum Kindle

Der Tolino Shine ist bei der Software nicht ganz so ausgereift wie der Kindle. Es gibt bislang kein eingebautes Wörterbuch und keine Möglichkeit, Textstellen zu markieren oder den Zeilenabstand zu erhöhen. Es gibt kein Tolino-Modell mit Mobilfunkanbindung, das von Leuten ohne Internetzugang genutzt werden könnte, und die Bindung an einen Store ist aus Benutzersicht ein Nachteil.

Dennoch ist dieses Lesegerät die bislang überzeugendste Alternative zum Kindle und eine gute Wahl für alle, die ihre elektronischen Bücher gern bei einem europäischen Anbieter kaufen möchten. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 06.05.2013, 10:25 Uhr

Artikel zum Thema

Vorzüge und Nachteile von E-Book-Reader und Tablet

MID-Informatik Tablet-Computer und «richtige» E-Book-Reader haben viele Gemeinsamkeiten. Mehr...

Der erste physische E-Book-Shop

Bücher Orell Füssli macht sich fit für das Digitalzeitalter – mit neuer Hardware, einem überraschenden Ladenlayout und einer E-Book-Cloud. So spielt es keine Rolle, mit welchem Gerät man die heruntergeladenen Bücher lesen will. Mehr...

«Am Anfang war das Bild»

Während herkömmliche Bücher sich hervorragend für E-Reader eignen, stehen Bildbände vor unüberwindbaren Hürden. Genau das könnte ihre Chance sein. Mehr...

Kommentare

Weiterbildung

Gamen in der Schule

Die Schule bereitet Kinder auf die Arbeitswelt vor. Das Rüstzeug soll auch spielerisch vermittelt werden.

Die Welt in Bildern

Und die Haare fliegen hoch: Besucher des Münchner Oktoberfests vergnügen sich auf einem der Fahrgeschäfte. (22. September 2018)
(Bild: Michael Dalder ) Mehr...