Hintergrund

Smarte Ferien

Im Ausland kann das Handy ein Sicherheitsrisiko und eine Kostenfalle sein. Mit diesen Tipps wird es zum geschätzten Reisebegleiter.

Reisevorbereitungen: Wer mit seinem handy richtig umgeht, kann das Smartphone auch am Strand entspannt nutzen.

Reisevorbereitungen: Wer mit seinem handy richtig umgeht, kann das Smartphone auch am Strand entspannt nutzen. Bild: Tetra Images

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Für viele ist das Smartphone auch in den Ferien unverzichtbar, etwa als Kamera oder als digitaler Reiseführer. Und wie man den Auslandaufenthalt in allen anderen Bereichen gut vorbereitet, sollte man sich auch einen Sicherheitsplan für das Smartphone zurechtlegen. Denn wir vertrauen dem digitalen Helfer immer mehr persönliche Daten an: Termin­kalender, Mails, Onlineshopping, Fotos. Mit den richtigen Massnahmen lässt sich der kleine Geheimnisträger wirkungsvoll schützen – und man behält auch die Kosten im Griff.


1. Daten sichern, System updaten
Die ersten Schritte beginnen bereits vor den Ferien: Sichern Sie alle Daten vom Smartphone auf den Computer oder in der Cloud. Achten Sie darauf, dass das Betriebssystem vor der Abreise auf dem neusten Stand ist – und somit die neusten Sicherheitsupdates enthält. In den Ferien können Sie Fotos in Cloud-Diensten speichern – zum Beispiel abends via Hotel-WLAN. iPhone/iPad-Nutzer können den Photostream aktivieren, die Daten werden dann bei einer WLAN-Verbindung sofort gestreamt. Alternativ können Sie Fotos auch bei Diensten wie Dropbox oder Google Drive speichern.

Notieren Sie sich für den Verlustfall Folgendes, um die SIM-Karte zu sperren: Notfallhotline des Providers, eigene Handynummer, SIM-Kartennummer (steht auf der Karte) und IMEI-Code. Diese 15-stellige Seriennummer ist für jedes Handy einzigartig. Wird das Gerät gefunden, kann es zugeordnet werden. Die Nummer finden Sie beim iPhone unter Info bei den allgemeinen Einstellungen. Sie können bei jedem Gerät auch die Tastenkombination *#06# eintippen, um sich den Code anzeigen zu lassen.


2. Sperrcode wählen
Bewahren Sie wichtige Telefonnummern separat auf. Mit dem Smartphone sind meist auch alle darin gespeicherten Kontakte verloren. Notieren Sie die ­Nummern von Freunden, der Familie, vom Reise­veranstalter und Ihrem Mobilfunkanbieter auf Papier. Informieren Sie beim Verlust des Handys sofort Angehörige und Freunde. Diebe könnten in Ihrem Namen zur Zahlung von Bargeld auffordern.

Zu den minimalen Sicherheitsvorkehrungen gehört – nicht nur in den Ferien –, das Smartphone mit einem Code zu schützen. Aktivieren Sie zusätzlich das Time-out, damit der Bildschirm zum Beispiel nach 30 Sekunden automatisch gesperrt wird. Lassen Sie bei passwortgeschützten Bereichen die gleiche Sorgfalt walten wie beim Computer. Max Klaus, stellvertretender Leiter der Melde- und Analysestelle Informationssicherung, empfiehlt: «Verwenden Sie auch auf dem Smartphone starke Passwörter, also möglichst lange mit einer Kombination aus Gross-/Kleinbuchstaben sowie Sonderzeichen und Zahlen.» Speichern Sie keine vertraulichen Daten (E-Mails, Passwörter etc.) auf dem Smartphone. Loggen Sie sich bei Apps oder Websites immer aus.

Seien Sie vorsichtig beim Zugriff auf WLAN-Netze von Internetcafés oder öffentlichen Terminals. Häufig sind diese nicht ausreichend geschützt: «Achten Sie darauf, dass diese nur mit einem Passwort zugänglich sind», rät Experte Max Klaus. Zudem solle man es vermeiden, über öffentliches WLAN sensible Transaktionen wie E-Banking oder Online­shopping abzuwickeln. Verwenden Sie wenn möglich sichere Verbindungen. Sie erkennen diese an einem Schloss oder dem «https» vor der URL.

Ist das Smartphone weg, kann man es mit entsprechender Software orten und gegebenenfalls löschen. Beim iPhone ist die App (iPhone-Suche) vorinstalliert. Auf Android-Smartphones lassen sich Apps wie Cerberus oder Android Lost installieren, um via Computer die Daten zu löschen und das Gerät per GPS zu orten.


3. Roaming ausschalten
Auf Reisen spielen neben Sicherheitsaspekten natürlich auch die Kosten eine Rolle. Wer im Ausland übers Mobilfunknetz Daten abruft, generiert hohe Roaminggebühren. Deaktivieren Sie das Datenroaming, da durch automatische Updates von Apps auch Kosten entstehen können, wenn man nicht aktiv im Netz surft. Unter Einstellungen lässt sich das Datenroaming bei allen Smartphones ausschalten. Beim iPhone ist es standardmässig deaktiviert.

Nutzen Sie für die Kommunikation im Ausland vor allem WLAN. Mit Apps wie Whatsapp, Viber, iMessage oder iO können Sie kostenlose Nachrichten versenden und empfangen. Über den drahtlosen Internetzugang sind mit Skype oder iO auch Anrufe möglich, wenn die andere Person dieselbe App nutzt. Möchten Sie nicht komplett auf das Surfen im Mobilfunknetz verzichten, informieren Sie sich vorgängig über entsprechende Datentarifoptionen. Solche Optionen kann man monatsweise abschliessen.

Der Vergleichsdienst Comparis empfiehlt, das Handy in den Ferien grundsätzlich auszuschalten, weil im Ausland auch eingehende Anrufe kosten. Auch die Combox sollte man abschalten, denn ihre Nutzung kostet dreimal: für die Verbindung ins Ausland, für die Umleitung auf die Combox und fürs Abhören. Wenn Sie unbedingt etwas mitteilen müssen, schreiben Sie SMS, statt zu telefonieren, benutzen Sie öffentliche Telefone, oder lassen Sie sich im Hotelzimmer anrufen. Kaufen Sie bei einem längeren Aufenthalt eine ausländische Prepaid-SIM-Karte.


4. Apps offline nutzen
Das Internethandy ist in den Ferien dank vieler nützlicher Apps auch ein smarter Reisebegleiter. Achten Sie darauf, dass die Programme auch ohne Internetverbindung funktionieren. Die für Android und iOS verfügbaren Google Maps lassen sich herunterladen und offline nutzen. Ins Gepäck gehört auch eine Fremdsprachen-App. Bei Reisezielen mit exotischen Zungen kann sich eine Bildwörterbuch-App mit Icons lohnen.

Nutzen Sie für die Planung Ihrer ­Ausflüge das WLAN im Hotel. Machen Sie danach Screenshots des Zielorts (zum Beispiel von der Website oder der Adresse). Diese Bilder können Sie jemandem zeigen, wenn Sie feststecken.

Erstellt: 07.07.2013, 19:02 Uhr

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37.8%

879 Stimmen


Praktische Apps für die Ferien

Karten
Google Maps (iOS/Android)
CityMaps2Go (iOS/Android)
Forever Map 2 (iOS)

Reisetipps
Tipps des EDA für sicheres Reisen
im Ausland: Itineris (iOS/Android)
Zoll & MwSt (iOS/Android)
Flughafen Zürich (iOS/Android)
Fluginfos: Swoodoo oder Skyscanner (iOS/Android)
Hotels, Restaurants, Flüge: Tripadvisor (iOS/Android)

Ferienalltag
Checkliste: Packing Pro (iOS)
Währungsrechner: Currency (iOS/Android)
Privatunterkünfte: Airbnb (iOS/Android)
Medizinische Infos: Fit for Travel (iOS/Android)
Postkarten: Touchnote (iOS/Android)

Sprachhilfen
Leo Wörterbuch (iOS/Android)
Langenscheidt Talk&Travel (iOS/Android)
Icoon (Globales Bildwörterbuch iOS) oder Bildwörterbuch (Android)

Kommunikation
Skype (iOS/Android)
iO (iOS/Android)
Whatsapp (iOS/Android)
Tipp: Laden Sie vor der Abreise Karten, Pläne und Übersetzungsprogramme aufs Handy, die ohne Internetverbindung funktionieren. (ah)

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