10-mal Tech-Trends – das dürfen Sie 2015 nicht verpassen

Haben Sie schon gestreamt? Was wissen Sie von Heimautomation? Eben. Dafür gibt es hier Antworten.

Virtual-Reality-Brillen werden 2015 im Alltag auftauchen. Foto: Yuya Shino (Reuters)

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1 – Virtual Reality (VR): 3-D-Brillen geistern schon seit Jahren durch die Lande. Doch die Millionen, die Facebooks Oculus VR und andere Unternehmen derzeit investieren, provozieren eine neue Goldgräberstimmung. Es häufen sich denn auch die Ankündigungen. Neben einer Consumer-Version der Oculus Rift stehen auch Modelle von Samsung, Sony und Zeiss in den Startlöchern. 2015 werden wir eine erste Generation an Apps – darunter viele Spiele – für diese VR-Geräte sehen. Und uns an Letztere auf der Nase von Bus- und Bahnpassagieren gewöhnen.

2 – Smartwatches bleiben eine Spielerei: Im Fitnessbereich werden die Armbänder dank immer mehr Sensoren immer besser. GPS und Pulsmesser in noch mehr Armbändern werden helfen, die eigene Joggingrunde und die körperliche Verfassung noch besser zu vermessen. Smarte Uhren hingegen haben weiter die immer gleichen Probleme: schlechte Akkus, Abhängigkeit vom Smartphone eines bestimmten Herstellers und unhandliche Bedienung. Immerhin wird die Apple Watch zeigen, wie wichtig Designoptionen und App-Entwickler sind. Wenn schon die grossen Konzerne keine zwingenden Argumente für Smartwatches finden, tut es vielleicht ein App-Entwickler.

3 – Einzweck-Apps: Facebook brachte 2014 mit Paper, Slingshot und Rooms gleich drei neue Apps heraus, jede davon spezialisiert für einen spezifischen Zweck. Im härter werdenden Wettbewerb um App-Marktanteile und Aufmerksamkeit der Smartphone-Nutzer dürfte sich dieser Trend noch verstärken. Das zeigen auch Apps wie Yik Yak, After School oder Dubsmash: Der Markt differenziert sich weiter aus, und jede noch so eng umgrenzte Idee erhält ihre eigene, perfekt zugeschnittene App-­Realisierung.

4 – Windows 10 verlängert die Ära des PC: Voraussichtlich im Herbst kommt das neue Betriebssystem. Die Benutzeroberfläche wird flexibler. Das System passt sich an die Art und Weise an, wie es gesteuert wird. Die Bedienelemente für die Gestensteuerung werden nur aktiv, wenn weder Maus noch Tastatur vorhanden sind – ansonsten klickt es sich wie bei den alten Versionen. Ausserdem kehrt das Startmenü zurück, und die modernen Apps laufen auch als normale Fenster. Damit wird Microsoft das Ende der PC-Ära nicht verhindern – aber noch etwas aufschieben können.

5 – Streamen ist das neue Down­ loaden: Spotify erhält weitere Konkurrenz: Wenn im nächsten Jahr Apple seinen Musik-Streamingdienst lanciert, neigt sich die Zeit der Musik-Downloads wohl definitiv dem Ende entgegen. Auch Youtubes neuer Musikdienst Music Key hat das Potenzial, gerade ein jüngeres Publikum zu erobern. Es bleibt zu hoffen, dass sich alle Anbieter weiterhin darum bemühen, ein komplettes Sortiment zu haben, und sich nicht nur mit Exklusivtiteln bekriegen.

6 – Fenster in die digitale Welt: Die Grenzen zwischen TV, Computer, Laptop, Konsole, Tablet und Smartphone verschwimmen. Alle Geräte werden zu Fenstern in die digitale Welt. Egal ob man einen Brief schreibt oder einen Film schaut, es wird nächstes Jahr noch einfacher, ohne Probleme zwischen Geräten zu wechseln. Schon jetzt kann man dank Netflix einen Film, den man zu Hause auf dem TV begonnen hat, im Zug auf dem Smartphone weiterschauen. Dank Google Docs kann man einen Brief, den man im Büro geschrieben hat, zu Hause auf dem Tablet nochmals überarbeiten. Bei Spotify kann man die Musik auf dem Tablet mit dem PC unterbrechen oder den nächsten Song wählen. Hardware und Betriebssysteme verlieren darob an Bedeutung.

7 – Die Heimautomation wird fassbar: Eigentlich sollten intelligente Häuser längst Wirklichkeit sein. Ende 2000 hat Familie Steiner in Hünenberg das «Futurelife» bezogen – der TA berichtete: «Das Zukunftshaus wird mit einem Fingerabdruck-Scanner aufgeschlossen. Der Backofen macht Menüvorschläge. Nahrungsmittel werden online bestellt und in den Kühlschrank geliefert, der von aussen zugänglich ist.» Trotz dieser Technologiedemos wohnen wir noch immer dumm. Das Problem sind lange Investitionszyklen und fehlende Standards. Doch 2014 hat Apple mit Home Kit einen Standard ins iOS-Betriebssystem eingebaut, der nun eine gemeinsame Plattform zur Vernetzung der intelligenten Haushaltgeräte liefern könnte. Und das Zürcher Start-up Dizmo.com hat auf Kickstarter einen Hit gelandet – mit einer Oberfläche nicht nur fürs smarte Wohnen, sondern gleich für das ganze Internet der Dinge.

8 – Megapixel sind wieder Trumpf: Nach ein, zwei Jahren Pause versuchen sich die Kamerahersteller wieder mit mehr Auflösung zu überbieten. Daneben werden grössere, krumme und lichtempfindlichere Sensoren im Zentrum stehen. Auch die Erfolgsgeschichte von Go Pro geht weiter. Ob es damit ein Übernahmekandidat für Apple wird?

9 – Drohnen sind Mainstream: Der Preisverfall bei ferngesteuerten Drohnen und ihre wachsende Popularität haben nicht nur in Zürich den Gesetzgeber auf den Plan gerufen. Seit kurzem ist es explizit verboten, die kleinen Flugkörper über öffentlichem Grund kurven zu lassen. Auch der Bund hat reagiert und Drohnen ohne Genehmigung aus der Nähe von Menschenansammlungen verbannt. Erfahrungsgemäss hinkt das Gesetz der Technologie aber hinterher – selbstlenkende Flieger, Drohnen zum Warentransport, das Fliegen in Innenräumen und andere Themen werden uns im kommenden Jahr weiter beschäftigen. Und ungeachtet der neuen Gesetze stehen wir erst am Anfang der gesellschaftlichen Debatte um Möchtegern-Paparazzi, drohnengestützte Streiche oder fatale Abstürze.

10 – Verdrängungskampf bei den Smartphones: Nun, da bei den smarten Telefonen ein Entwicklungsplateau erreicht ist, wird der Verdrängungskampf noch härter. Chinesische Hersteller drängen mit Tiefpreistelefonen auf den Markt, die der teureren Konkurrenz in fast nichts nachstehen. Etablierte Hersteller, die 2015 nicht innovativ sind, keine gute Marketingabteilung haben oder nicht auf treue Fans zählen können, werden es sehr schwer haben.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 29.12.2014, 11:31 Uhr

Fünf Dinge, von denen wir uns 2014 verabschieden mussten

Smartphones von Nokia

Microsoft hat im Frühling die Übernahme der Mobilfunksparte von Nokia abgeschlossen. Beobachtern war schon damals klar: Das war der Anfang vom Ende der Smartphones aus dem Hause Nokia. Diese Aussicht hat sich mittlerweile konkretisiert – mit dem Nokia Lumia 735 und dem 830 erschienen die letzten smarten Telefone unter der Flagge der Finnen. Künftig vom Band laufende Telefone wird der amerikanische Konzern unter der Marke Microsoft Lumia führen. Ebenso eingestellt wurde die Nokia-eigene Billigtelefon-Sparte Asha. (jro)

Den Überblick über Messenger

SMS, Whatsapp, iMessage, Skype, Viber, Hangouts, Snapchat, Threema, Telegram, Wave: Die Liste mit Messenger-Diensten wurde 2014 jeden Monat länger. Der eine Messenger ist besser für Kurznachrichten, der andere besser bei Bildern, ein anderer behauptet, etwas sicherer zu sein, und wieder ein anderen ist besonders gut bei Videotelefonie. Für jeden Geschmack gibt es einen Messenger. Dumm nur, dass sie untereinander nicht kompatibel sind. So muss man neu lernen, statt sich Telefonnummern zu merken, wer auf welchem Messenger erreichbar ist. (zei)

Laptops von Sony und Samsung

Sony hat im Frühling seine Vaio-Sparte an einen Investmentfonds verkauft. Samsung verkündete im Herbst, dass es in Europa künftig keine Laptops mehr verkauft. Selbst aus dem Geschäft mit Googles Chromebooks zog sich der Konzern zurück. Daraus auf ein Aussterben des Laptops zu schliessen, wäre allerdings voreilig. Der Weltmarktführer Lenovo, Apple oder HP setzen weiterhin auf Klappcomputer. Doch je besser und vielseitiger Tablets und Telefone werden, desto grösser wird der Druck auf die traditionellen Hersteller, wenn sie nicht in einer Nische enden wollen. (zei)

Das Vertrauen in die IT-Sicherheit

Die Frequenz erhöht sich laufend: Cyber­attacken mit Folgen für Kunden und Bürger waren 2014 ein ständiges Medienthema. Der unbestrittene Paukenschlag war der Sony-Hack von Anfang Dezember – zum wiederholten Mal wurde Sony Opfer eines Angriffs. Aber auch sonst mangelte es nicht an prominenten Namen. Gehackt wurden Apples iCloud, Ebay, AT & T, Yahoo und andere Organisationen. Hacker stahlen Geld, veröffentlichten private Daten, Passwörter und E-Mails. Ernüchternde Erkenntnis: Nicht einmal führende Technologiekonzerne sind sicher. (jro)

Die Netzneutralität

Die Netzneutralität verlangt, dass im ­Internet alle Bits und Bytes gleich behandelt werden. Anfang 2014 hat der US-Provider Comcast die Daten von Netflix gebremst und den Streamingdienst gezwungen, für die schnellere Durchleitung zu bezahlen. Zwar verursacht Netflix enormen Datenverkehr. Dennoch wurde die Regel gebrochen, dass alle Netzteilnehmer gleich lange Spiesse haben. Der Vater des World Wide Web, Tim Berners-Lee, forderte im Dezember IT-Experten dazu auf, fünf Prozent ihrer Zeit für die Rettung und den Erhalt der Netzneutralität einzusetzen. (schü.)

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