Checkliste für den Computerkauf

Der alte Rechner soll einer neuen Maschine weichen. Doch welcher? Viel wichtiger als die Spezifikationenbolzerei ist das richtige Bauchgefühl – das A und O sind die Komfortfaktoren.

Grosse Auswahl: An Computermessen kann man sich vor Angeboten kaum retten.

Grosse Auswahl: An Computermessen kann man sich vor Angeboten kaum retten. Bild: Reuters

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Die Qual der Wahl ist gross, wenn es einen neuen Computer zu kaufen gilt. Es gibt ein riesiges Angebot und unzählige technische Eigenschaften zu vergleichen. Wie viele Prozessorkerne braucht der Mensch? Welche RAM-Bus-Geschwindigkeit verschafft dem Computernutzer Hochgefühle? Und was ist mit dem EPEAT-Rating, dem Chipset, dem Level-1-Cache, DVI, HDMI, SATA, PATA und SAS? Und lohnt es sich überhaupt, sich in diese Details zu verbeissen?

Die gute Nachricht ist: Wer einen Computer anschaffen will, braucht nicht zum wandelnden EDV-Wörterbuch zu mutieren. Es sind wenige technische Merkmale, die wirklich den Ausschlag geben. Und viel wichtiger als die Spezifikationenbolzerei ist das richtige Bauchgefühl.

Wünsche prüfen

Das A und O sind die Komfortfaktoren. Der Bildschirm und die Tastatur beim Notebook. Beim Desktop-Rechner stellt sich vor allem die Frage nach Anschlüssen und der Ausbaufähigkeit. Und generell ist der Computerkauf eine äusserst individuelle Sache. Während ein Vielreiser mit dem kleinen und federleichten Netbook glücklich wird, braucht die Digitalfotografin eine grosse Festplatte und einen riesigen Monitor.

Gehen Sie darum vor dem Gang in den Computerladen erst einmal in sich, und prüfen Sie Ihre Ansprüche und Wünsche genau. Die Dinge, die Ihnen an Ihrem alten Rechner gefallen oder die Sie stören – das sind die Dinge, auf die Sie beim neuen Rechner achten sollten.

Vergleichsweise einfach ist die Wahl beim Desktop-PC. Diese Geräteklasse kann nachträglich aufgerüstet und durch neue Komponenten erweitert werden. Auch das Design ist nicht von entscheidender Wichtigkeit bei einem Gerät, das unter dem Schreibtisch steht. Mit der Mittelklasse machen Sie in dieser Gerätekategorie nichts verkehrt. Wenn Sie Geld in Extras investieren können, klotzen Sie beim Arbeitsspeicher – das ist eine gute Investition. Bei mehr als 3 GB brauchen Sie für Windows 7 zwingend die 64-bit-Version. Wenn Sie ab und zu Spiele spielen wollen, brauchen Sie eine Grafikkarte mit guter 3-D-Leistung. Und wenn Sie sich nicht zwischen mehreren Modellen entscheiden können, dann achten Sie auf die Geräuschentwicklung und wählen das leisere. Unterschiede gibt es auch beim Stromverbrauch. Da könnte Ihr Entscheid auf die energiebewusstere Maschine fallen.

Zentral: Die Bildschirmgrösse

Soll ein Laptop angeschafft werden, braucht es eine ausgiebigere Evaluation. Als Ausgang Ihrer Überlegungen nehmen Sie die Frage, wie gross der Rechner sein soll und welches Gewicht akzeptabel ist. Ein wichtiger Faktor ist die Bildschirmgrösse. Wenn Sie öfters unterwegs sind, dann sind 14 Zoll Bildschirmdiagonale eine gute Richtschnur. Die passen gut in Aktentaschen und Rucksäcke und bieten Platz auf der Tastatur. Für ein kleines Netbook sollten Sie sich nur entscheiden, wenn Sie auf die längere Batterielaufzeit Wert legen.

Für Vielschreiber ist die Tastatur der Zwergenklasse kaum geeignet. Die 15-Zoll-Kategorie bietet sich für Nutzer an, die den Rechner selten ausser Haus nutzen, sich diese Option aber offenhalten wollen. Notebooks ab 16 Zoll taugen nur als Desktop-Ersatz; also als stationäre Rechner in kompakter Bauform. Sie sind meist auch brauchbar fürs Videospielen. Bei den kleineren Modellen scheitert das an der mangelnden 3-D-Grafikleistung.

Probieren geht über studieren

Ob die Tastatur und das Trackpad (der Mausersatz unterhalb der Tastatur) Ihnen zusagt, finden Sie nach dem bewährten Motto «Probieren geht über studieren» heraus: Setzen Sie sich im Laden an die Kaufkandidaten, schreiben Sie eine Seite Text, arbeiten Sie für eine Viertelstunde mit einigen Anwendungen – und vertrauen Sie auf das Gefühl, das Sie dabei haben.

Bei den Bildschirmen gilt es, zwischen matter und spiegelnder Oberfläche zu wählen. Die spiegelnde Oberfläche hat etwas mehr Leuchtkraft und intensivere Farben. Sie ist bei den Consumer-Notebooks weit verbreitet. Wer matt bevorzugt oder sogar zu den Hassern der spiegelnden Displays gehört, muss sich nach den vereinzelt angebotenen «Nichtspieglern» umsehen.

Das ist beim Augenschein im Computerladen einfacher als im Internet, weil jeder Hersteller eine eigene Bezeichnung verwendet. Dell spricht bei spiegelnden Bildschirmen von «True Life». HP nennt sie «Bright View» und Apple «Glossy Display». Bei Acer findet man «Crystal Brite» und so weiter. Bei den GeschäftsNotebooks findet man oft matte Bildschirme, aber zu einem höheren Preis.

Mit Vorsicht zu geniessen

Wichtig für das Wohlfühlgefühl beim Bildschirm ist schliesslich die dpi-Zahl. Je höher sie ist, desto mehr Bildpunkte zeigt das Notebook pro Zoll, und desto schärfer ist das Bild. Eine hohe Zollzahl führt auch dazu, dass die grafischen Elemente des Betriebssystems und der Anwendungen klein erscheinen. Die VaioModelle von Sony, die bis zu 140 dpi aufweisen, sind nur Adleraugen zumutbar. Gut lesbare Schriften für Normalsichtige gibt es bei 120 dpi. Aber auch davon machen Sie sich am besten Ihr eigenes Bild.

Achten Sie unbedingt auf die Batterielaufzeit. Die Angaben der Hersteller sind mit Vorsicht zu geniessen, da sie unter Optimalbedingungen gemessen werden. Drei Stunden ist nach aktuellen Standards relativ wenig. Manche Modelle weisen heute fünf, acht oder sogar über zehn Stunden aus.

Bei Notebooks sind die Kapazitäten von Arbeitsspeicher und Festplatte knapper bemessen als bei Desktop-PCs. Ein GB Arbeitsspeicher reicht für Windows 7, aber vorausschauende Anwender stocken auf zwei oder, wenns etwas mehr sein darf, auf vier GB auf. Bei der Festplattenkapazität orientieren Sie sich am alten Rechner. Wenn dort die 240-GBFestplatte noch zu drei Vierteln leer ist, sparen Sie sich die Terabyte-Option!

Selten gebrauchte Brenner

Richten Sie Ihr Augenmerk auf die Anschlüsse. Zwei USB-Ports sind für Leute mit einem grossen Zubehörpark zu wenig. Nützlich ist auch ein HDMI-Ausgang. Er verbindet das Notebook mit HD-Fernsehern, was schöne Multimedia-Präsentationsmöglichkeiten eröffnet. Ein internes DVD-Laufwerk oder ein Brenner wird kaum je gebraucht und darf weggelassen werden. Für gelegentliche Softwareinstallationen tut es ein externes USB-Modell. Praktisch kann dagegen ein Kartenleser sein.

Zu guter Letzt denken Sie über eine Garantieerweiterung nach. Notebookreparaturen sind eine kostspielige Angelegenheit. Die meisten Hersteller bieten Serviceangebote, die die Garantie auf zwei oder drei Jahre verlängern. Sie decken je nach Angebot die Reparatur vor Ort ab. Falls Sie oft im Ausland unterwegs sind, fragen Sie nach dem globalen Serviceangebot. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 01.11.2010, 09:01 Uhr

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