Die Apple Watch ist nur ein erster Schritt

Apple hat gestern seine Smartwatch präsentiert. Ist dem Unternehmen damit ein ähnliches Kunststück wie beim iPhone und iPad gelungen? Nur teilweise.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Apple-Chef Tim Cook war unglaublich stolz, als er dem Publikum nach einer guten Stunde den Höhepunkt des Abends präsentieren konnte. Dass er dazu die Formulierung seines verstorbenen Vorgängers Steve Jobs «one more thing» verwendete, war da nur passend.

Mit der Apple Watch wagt sich der Technologiekonzern in eine neue Gerätekategorie vor. Seit über einem Jahr experimentieren Unternehmen wie Samsung, Google, Sony oder LG öffentlichkeitswirksam mit smarten Uhren. Jeder Konzern hat seine ganz eigene Idee, wie er den Computer an den Körper seiner Kunden bringen will.

Besonderes Talent

Etwas haben all diese Versuche gemeinsam: Sie sind nicht ausgereift. Entweder ist das Design unansehnlich, die Bedienung zu kompliziert oder schlicht der Akku zu schwach. Diese Defizite hat Apple richtig erkannt. Schliesslich hat kaum ein anderes Unternehmen in den letzten Jahren ein solches Talent bewiesen, aus verschiedenen Technologien ein Produkt zu machen, das sich nicht nur gut verkauft, sondern den Menschen auch Freude macht. Das iPhone und in geringerem Masse das iPad sind der beste Beweis dafür.

Ist Apple dieses Kunststück mit der Apple Watch erneut gelungen? Nur teilweise. Das nicht gerade schlanke, rechteckige Design sieht selbst in Gold immer noch mehr nach Raumschiff Enterprise als nach einer eleganten Uhr aus. Immerhin hat Apple mehrere Modelle und Grössen im Angebot. Gut möglich aber, dass es Apple mit seiner Marketingmacht gelingt, die Uhr begehrenswert genug zu machen. Und Geschmäcker sind bei Uhren so verschieden wie überall.

Unsicherheitsfaktor Akku

Ein Unsicherheitsfaktor ist der Akku. Der hält wohl gerade mal 12 Stunden. Details nennt Apple noch keine. Nur so viel: Mit dem Ladegerät kann man die Uhr über Nacht wieder aufladen. Sollte das tatsächlich so sein, wäre das doch ziemlich enttäuschend. Ebenfalls wird die Uhr nur in Kombination mit einem iPhone und dessen Datenverbindung funktionieren. Wer etwa seine Joggingroute aufzeichnen will, darf das iPhone nicht vergessen. Denn ein GPS hat die Apple Watch keines.

Beim Preis liegt Apple nur leicht über der Konkurrenz. Das günstigste Modell soll für 349 Dollar irgendwann Anfang nächsten Jahres in die Läden kommen. Trotzdem beschleicht einem eine Stunde nach der Präsentation das Gefühl, dass Apples Einstieg ins Uhrengeschäft nur ein erster Schritt ist. Wie das erste iPhone und das erste iPad zeigt die Apple Watch in erster Linie, was in den nächsten Jahren auf uns zukommen wird. Apple hat zwar mehr richtig gemacht als die Konkurrenz, aber die Apple Watch 2 wird noch mehr richtig machen.

Verkaufsstart wohl in wenigen Wochen

Während die Apple Watch ein erster Schritt ist, kann Apple beim iPhone auf eine etablierte Plattform aufbauen. Mit den zwei grösseren neuen iPhones wird die Lücke geschlossen, die Weltmarktführer Samsung und andere Hersteller mit ihren grösseren Telefonen geschaffen haben. Diese verlieren nun eines ihrer besten Verkaufsargumente. Ein Datum für den Schweizer Verkaufsstart für die neuen iPhones gibt es noch keinen. Ein Termin Ende September, Anfang Oktober dürfte aber wahrscheinlich sein.

Besonders spannend an den neuen Telefonen ist die neue Bezahllösung, die Apple vorgestellt hat. So soll es möglich werden, Kreditkarten ins iPhone zu übertragen. Kombiniert mit dem Fingerabdruckleser könne man so einfacher an der Kasse bezahlen, versprach Cook. Vorerst wird diese Möglichkeit aber erst in den USA eingeführt.

Erstellt: 09.09.2014, 22:56 Uhr

Artikel zum Thema

Apple präsentiert seine Smartwatch

Eine Smartwatch, zwei neue iPhones und ein Bezahlmodell: Tagesanzeiger.ch/Newsnet war vor Ort, als Apple in Cupertino seine Neuheiten vorstellte. Mehr...

Wie das Netz auf die Apple Watch reagierte

Apple hat neue Hardware vorgestellt. Das spornte Fans und Verachter des Unternehmens gleichermassen zu Reaktionen auf Twitter an. Mehr...

Der Tech-Bus, Symbol des Bösen

Häuser bezahlen sie bar, für Mietwohnungen legen sie 3000 US-Dollar hin – und an ihren Arbeitsplatz werden sie mit dem Shuttlebus gefahren. Was die Angestellten von Apple, Google und Co. mit San Francisco machen. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Weiterbildung

Banken umwerben Frauen

Weltweit steigt das Privatvermögen von Frauen. Banken zeigen, wie dieses gewinnbringend anzulegen ist.

Kommentare

Blogs

Von Kopf bis Fuss Gute Laune trotz Lichtmangels

Werbung

Weiterbildung

Ausbildung & Weiterbildung Finden Sie die passende Weiterbildung Technischer Kaufmann, Deutsch lernen, Coaching Ausbildung, Präsentationstechnik, Persönlichkeitsentwicklung

Die Welt in Bildern

Klimawand: Andres Petreselli bemalt in San Francisco eine Hausfassade mit einem Porträt von Greta Thunberg. (8. November 2019)
(Bild: Ben Margot) Mehr...