Die neue Software fürs iPhone ist da: Das müssen Sie wissen

Jetzt sind die neuen Betriebssysteme für iPhone, Mac und iPad verfügbar: Das sind die wichtigsten Änderungen.

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Bislang hat Apple sowohl das iPhone als auch das iPad mit der gleichen Systemsoftware bedient. Das Betriebssystem iOS zeigt gewisse Verhaltensunterschiede, je nachdem, ob es auf dem Telefon oder dem Tablet läuft. Zum Beispiel können Anwender auf dem iPad zwei Apps nebeneinander platzieren. Beim iPhone geht das nicht.

Doch nun ist Apple dabei, die beiden Systemvarianten stärker auszudifferenzieren. Die iOS-Variante fürs iPad erhält einen eigenen Namen und heisst jetzt iPad OS. Apple scheint verstanden zu haben, dass die Entwickler das iPad nicht mehr bloss als grössere Variante des iPhones behandeln sollten, sondern als eigenständiges Gerät.

Das ist auch dringend nötig, denn Apple hat mit dem iPad Pro ein Problem: Denn so gut und leistungsfähig die Hardware auch ist: Die Software wird den Ansprüchen professioneller Anwender nicht gerecht. Es gibt bislang grosse Beschränkungen mit externen Speichermedien, Mäusen und anderen Geräten. Und die Apps sind beim Datenaustausch limitiert.

Die neuen Funktionen im Video.

Mit iPad OS, das wie das neue iOS die Versionsnummer 13 trägt, macht Apple den Anschluss von USB-Sticks und Festplatten möglich. Sogar eine Steuerung per Maus ist möglich. Und auch beim Homescreen sind Abnabelungsbemühungen im Gang:

Beim neuen Homescreen des iPads sind die Icons nicht mehr so gross und klobig. Dafür haben die Entwickler am linken Rand einen Bereich freigeräumt, in dem aktuelle App-Informationen immer sichtbar sind. Diese so­genannte «Heute»-Ansicht lässt sich beim iPhone vom linken Rand hereinwischen. Sie enthält die anstehenden Termine, Wetterprognosen, häufig genutzte Kontakte und den Titel, der gerade in der Musik-App läuft.

Kompakt-Tastatur

Eine iPad-exklusive Neuerung hat die Tastatur erfahren. Nebst der normalen, grossen Darstellung lässt sie sich auch in einer kompakten Darstellung anzeigen, die für die Einhand-Bedienung ausgelegt ist und die sich nach Belieben platzieren lässt. Um diese Tastatur anzuzeigen, tippen Sie etwas länger auf das Tastatursymbol in der rechten unteren Ecke und wählen «Schwebend» aus dem Menü.

Auf dieser kleinen Tastatur kann, genauso wie auf der normalen Tastatur des iPhones, mit Wischen geschrieben werden: Beim Tippen muss man die Finger nicht mehr anheben, sondern nur von Buchstabe zu Buchstabe bewegen. Auf diese Weise soll die einhändige Texteingabe vor allem auf den grossen Modellen einfacher werden. Bei dieser wischenden Texteingabe muss die Software Interpretationshilfe leisten. Und Tester haben fest­gestellt, dass das Betriebssystem Zensur übt: Es weigert sich, Flüche und Beschimpfungen entgegenzunehmen.

Die restlichen Neuerungen gibt es fürs iPhone und iPad gleichermassen. In den Einstellungen bei «Anzeige & Helligkeit» lässt sich der dunkle Modus einschalten. Mit ihm werden die hellen Elemente der Benutzeroberfläche dunkelgrau bis schwarz dargestellt. Das spart Batteriestrom und schont die Augen, wenn das Gerät bei wenig Licht benutzt wird. Der dunkle Modus lässt sich manuell oder aber zeitgesteuert ein- und ausschalten.

Die Bearbeitungsfunktionen in der Foto-App sind nun übersichtlicher geworden. Bemerkenswert ist, dass sich alle Operationen nicht nur auf stehende Bilder, sondern auch auf Videos anwenden lassen. Es ist nun möglich, Clips zu beschneiden und zu drehen. Aufnahmen in der falschen Lage gehören der Vergangenheit an.

Detailverbesserungen beim iPhone

Apple hat schliesslich auch viele Detailverbesserungen angebracht: Im Kontrollzentrum (das bei iPhones mit Home-Knopf mit einer Wischgeste von unten, bei iPhones ohne von rechts oben geöffnet wird) kann man nun direkt ein bestimmtes WLAN-Netz oder Bluetooth-Gerät auswählen: Dazu drückt man erst lange auf den Bereich mit den Verbindungen und dann wiederum lange auf den WLAN- bzw. Bluetooth-Knopf.

Und auch das ist nützlich: Das Betriebssystem zeigt von Zeit zu Zeit an, wenn eine App eine Ortsbestimmung durchgeführt hat. Man sieht, wie oft welche Standorte ermittelt werden. Anhand dieser Angabe lässt sich feststellen, wenn eine App ein übertriebenes Interesse an den Geodaten zeigt.

Wie immer stellt sich die Frage: Soll man das Update sofort installieren – oder zuwarten?

Typischerweise gibt es nach einem Versionssprung kleinere und manchmal auch grössere Probleme. Häufig hält der Akku nicht mehr so lange durch, und auch Abstürze treten auf.

Darum lautet die Empfehlung wie immer: Vorsichtige warten ab – Ungeduldige aktualisieren auf eigene Gefahr. Wir haben bei unseren Tests keine groben Fehler festgestellt. Reibungslos lief die Testphase jedoch nicht: Apple musste Funktionen zurückziehen. Vorerst gestoppt wurde die Möglichkeit, in der iCloud gespeicherte Ordner mit anderen Leuten zu teilen.

Eine weitere Frage ist, welche Geräte das Update erhalten. Bei Updaterunden fallen ältere Modelle unter den Tisch, wenn ihre Hardware nicht in der Lage ist, die neue Software mit akzeptabler Leistung auszuführen. Ausserdem steckt Apple traditionell nicht allzu viel Energie in die Rückwärtskompatibilität, sprich in die Anpassung neuer Software an alte Geräte.

Allerdings werden beim Update dieses Jahr nur relativ alte Modelle ausgeschlossen, namentlich das iPhone 5s und das iPhone 6 und 6 Plus. Die Modelle ab iPhone SE und 6S und 6S Plus sind dabei. Beim iPad werden die Modelle ab iPad Air 2 beliefert.

Erstellt: 19.09.2019, 19:51 Uhr

Endlich eine brauchbare Spielkonsole

Am Apple TV lassen sich nun auch Game-Controller von Drittherstellern verwenden.

TvOS 13 bringt zahlreiche Verbesserungen für die TV-Box von Apple. So kann man neu verschiedene Benutzerprofile anlegen. Je nach Nutzerin oder Nutzer werden so andere Apps und Empfehlungen angezeigt. Das ist ideal
für Mehrpersonenhaushalte.

Als die neue Software im Juli an der Entwicklerkonferenz WWDC vorgestellt wurde, gab es bei einer Neuerung besonders viel Applaus: Nämlich bei der Möglichkeit, Spielkonsolen-Controller mit dem Apple TV zu verbinden. Unterstützt werden die neusten Controller von Sonys Playstation und Microsofts Xbox. Bisher musste man sich dazu speziell von Apple lizenzierte Controller kaufen. Gerade wer schon eine Playstation oder Xbox hat, kann so der bisher als Spielkonsole enttäuschenden TV-Box doch noch einmal eine Chance geben. Gerade kombiniert mit dem Spiele-Abo Apple Arcade könnte das eine durchaus spannende Kombination werden.

Schliesslich gab es in der Beta-Version von tvOS auch eine Bild-im-Bild-Funktion, wie man sie vom iPad her kennt: Mit ihr kann die Wiedergabe einer App weiterlaufen, während man zu einer anderen App wechselt. Ob es die Funktion in die fertige Version der Software schaffen wird, bleibt aber abzuwarten. Ab Apple TV HD. (zei)

Catalina setzt iTunes ein Ende

Beim Update für die Macs entfernt Apple Funktionen und räumt auf.

Auch für den Mac hat Apple ein Update in Arbeit – ob das auch zeitnah zum Apple-Event diese Woche erscheint oder noch etwas länger reifen wird, ist im Moment noch offen. Die grösste Neuerung bei macOS 10.15 alias Catalina ist ohne Zweifel das Ende von iTunes: Die traditionsreiche Musikver­waltungssoftware, die 2001 zum ersten Mal erschienen ist, wird in die drei Apps Musik, Podcasts und TV aufgespalten. Die Synchronisation von iPhone und iPad, für die iTunes bisher auch zuständig war, wird künftig im Finder, dem Dateiverwaltungsprogramm stattfinden. Den Windows-Anwendern bleibt iTunes vorerst erhalten.

Apple entfernt bei Catalina auch das Dashboard mit den Miniprogrammen, das 2004 mit macOS Tiger eingeführt worden war. Und dran glauben müssen auch die Carbon-Programmierschnittstelle und die Unterstützung für 32-bit-Apps. Das hat zur Folge, dass ältere Programme nicht mehr ausführbar sind. Welche Softwareprodukte betroffen sind, finden Sie wie folgt heraus: Klicken Sie im Apple-Menü auf «Über diesen Mac» und dann auf «System­bericht». Wählen Sie in der linken Leiste bei «Software» den Abschnitt «Ältere Software» aus. Falls hier wichtige Programme aufgeführt sind, müssen Sie die vor dem Update ersetzen.

MacOS 10.15 macht es Softwareentwicklern einfacher, ihre iPhone- und iPad-Apps auf den Mac zu bringen. Unmittelbar praktisch ist die Funktion «Sidecar»: Mit ihr lässt sich ein angeschlossenes iPad als zweiter Monitor verwenden. Das Update ist für Macbooks ab Baujahr 2015, für iMacs und Macbooks ab 2012 erhältlich. (schü)

Die Uhr warnt vor Lärm

Das neue Betriebssystem für die Apple Watch sorgt für mehr Eigenständigkeit.

WatchOS 6 sieht auf den ersten Blick nach einem kleinen Update aus. Nebst schönen neuen Zifferblättern fallen vor allem neue Gesundheitsfunktionen auf: So warnt die Uhr nach dem Update, wenn der Lärmpegel gefährliche Ausmasse erreicht, und Frauen können nun ihren Menstruationszyklus auf der Uhr speichern und übersichtlich darstellen lassen.

Die grösste Neuerung, dürfte den meisten Nutzerinnen und Nutzern dagegen kaum auffallen: Die Uhr wird mit einem eigenen Appstore und vor allem der Möglichkeit, Updates nicht mehr mühsam via iPhone zu installieren, merklich unabhängiger vom Apple-Telefon. Das ist aktuell eine nette Verbesserung, längerfristig ist das ein grosser Schritt auf dem Weg zur Apple Watch als eigenständiger Plattform. Ab Apple Watch Series 1. (zei)

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