Diese Technik soll uns den Alltag erleichtern

Wir reden mit Smartphones und zeichnen Joggingrunden auf – Techmilliardär Elon Musk glaubt, da geht noch mehr.

Benutzerschnittstelle – das ist ein sperriger Begriff für ein Ding, das uns tagtäglich in den unterschiedlichsten Ausprägungen begegnet: Der Lichtschalter ist eine simple Benutzerschnittstelle zur Elektroinstallation.

Seit wir mit Rechenmaschinen interagieren, sind die Benutzerschnittstellen variantenreicher geworden: Lochkarten und Telex, später die grafische Benutzeroberfläche, Maus, Touchscreen, Trackpad und Joystick, aber auch die Braille-Zeile für blinde Nutzer oder die Virtual-Reality-Brille sind unterschiedliche Möglichkeiten für Mensch und Maschine, in einen Dialog zu treten.

Die Vielfalt der kommenden Verständigungsmöglichkeiten zwischen Mensch und Maschine sind beeindruckend: Maschinen lernen nicht nur, Sprache zu verstehen, sondern auch Mimik zu deuten, Lippen zu lesen, Sprache zu imitieren und sich kommunikativ den menschlichen Gepflogenheiten anzunähern.

Befeuert werden die Fortschritte von vielen Entwicklungen: Da ist das maschinelle Lernen. Es ermöglicht den Computern, eigene Erfahrungen zu sammeln. Mit dieser Methode müssen die Ingenieure keine Algorithmen austüfteln, mit denen Maschinen uns Menschen verstehen können. Stattdessen trainieren sich die Systeme anhand echter Daten quasi selbst. So können sie mit der Vielschichtigkeit der menschlichen Kommunikation umgehen, unterschiedliche Dialekte auseinanderhalten und Sprache trotz unterschiedlicher Artikulation verstehen.

Auch Sensoren helfen den Maschinen, uns Menschen besser zu verstehen. Sie messen Körperfunktionen: Puls­sensoren sind in smarten Uhren längst die Norm, doch auch der Schweiss und Tränenflüssigkeit lassen sich analysieren. Nach den Fitnessgadgets dürften smarte Gesundheitsassistenten zum nächsten Betätigungsfeld der Techkonzerne avancieren, auch wenn hier die regulatorischen Hürden hoch liegen. Wird das Handy der nächsten Generation etwa automatisch unseren Stresslevel analysieren – und nicht mit nebensächlichen Benachrichtigungen nerven, wenn wir messbar angespannt sind?

Komplette Verschmelzung

Ein Mann wie Techmilliardär Elon Musk gibt sich auch mit dieser Zukunftsvision nicht zufrieden. Sein Ziel ist es, die Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine komplett niederzureissen und eine direkte Verbindung einzurichten.

Wie letzte Woche bekannt wurde, hat er ein Start-up namens Neuralink gegründet, dessen Ziel es ist, das menschliche Gehirn mit der digitalen Welt zu verschmelzen. Musk kritisiert, unsere Finger seien auf der virtuellen iPhone-Tastatur unglaublich langsam. «Unsere visuelle Schnittstelle liefert einen viel grösseren Datendurchsatz», zitiert ihn die Website Mashable.

Elon Musk sieht die Verschmelzung als Notwendigkeit. Nur so könnten wir Menschen mit den künstlich intelligenten Systemen mithalten – und verhindern, dass wir zu «deren Haustieren werden». (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 05.04.2017, 09:22 Uhr

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