Facebook to Face

Das weltgrösste Netzwerk hat das auf Gesichtserkennung und entsprechende Software spezialisierte israelische Unternehmen Face.com gekauft.

Den Nutzer im Visier: Netzwerk Facebook.

Den Nutzer im Visier: Netzwerk Facebook. Bild: Keystone

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Mit einem umstrittenen Zukauf möbelt Facebook das Foto-Angebot für Mobilnutzer weiter auf. Das weltgrösste soziale Netzwerk bestätigte am Montag (Ortszeit) den Kauf des Gesichtserkennungsspezialisten Face.com. Das israelische Unternehmen verfügt eigenen Angaben nach über die genaueste Gesichtserkennungssoftware der Welt.

Details des Deals wurden nicht bekannt. Nachdem zuvor von einem Kaufpreis von 80 bis 100 Millionen Dollar die Rede war, berichteten Medien gestern Dienstag von einem Kaufpreis von 50 bis 60 Millionen Dollar. Der Betrag werde bar und in Aktien bezahlt, will das Technologieblog TechCrunch erfahren haben.

Tool für den wachsenden Mobile-Markt

Gesichtserkennung erleichtert es Facebook-Nutzern, ihre Kontakte in Fotos zu «markieren». Technologien dafür werden auf der Internetseite von Facebook bereits eingesetzt. So können Nutzer des Netzwerks ganze Alben automatisch mit Fotomarkierungen versehen.

Die Technologie von Face.com ist bereits heute für Facebook-Nutzer verfügbar. Die Firma bietet die Technologie für Nutzer des Smartphones iPhone von Apple an. Ausserdem steht sie Entwicklern anderer Applikationen frei zur Verfügung.

Vor allem die Möglichkeiten mit Blick auf Smartphones sind für Facebook interessant. Auf der mobilen Plattform ist es heute noch nicht einfach, Kontakte in Fotos zu markieren. Investoren sind bis heute nicht überzeugt von Facebooks Strategie für den wachsenden Mobil-Markt.

Im Kreuzfeuer der Kritik

Face.com hat nach eigenen Angaben bis heute hunderte Millionen von Fotos mit Markierungen versehen. Die Firma kann neben der Identität von Nutzern auch Geschlecht und Alter von Personen in Fotos erkennen.

Facebook hatte vor zwei Jahren begonnen, Gesichtserkennung für Nutzer zugänglich zu machen. Ähnlich wie Fotodienste von Konkurrenten wie Google oder Apple schlug das Netzwerk seinen Nutzern in Fotos automatisch Markierungen von Freunden vor. Anders als seine Konkurrenten ist Facebook dafür ins Kreuzfeuer der Kritik geraten.

In den letzten Monaten hatte Facebook kräftig in Foto-Funktionen investiert. Im April kaufte das Netzwerk das Start-up Instagram, eine Smartphone-Software, auf der man Fotos teilen kann, für rund eine Milliarde Dollar. Im Mai kam die App für das mobile Betriebssystem Android, Lightbox, dazu. (rek/afp)

Erstellt: 19.06.2012, 10:17 Uhr

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