Günstig-Tablets setzen dem iPad zu

Kurz vor der erwarteten Präsentation des neuen Kindle Fire meldet Amazon den Ausverkauf des aktuellen Android-Modells. Der Onlinehändler baut seinen Appstore ausserhalb der USA aus.

Laut Marktforschern 35 Millionen Mal in den USA verkauft: Amazon-Tablet Kindle Fire.

Laut Marktforschern 35 Millionen Mal in den USA verkauft: Amazon-Tablet Kindle Fire. Bild: Reuters

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Kurz vor der erwarteten Präsentation seines neuen Tabletcomputers Kindle Fire meldet der US-Onlinehändler den Ausverkauf des aktuellen Modells. Der Kindle Fire sei nicht mehr zu haben, teilte Amazon am Donnerstag mit.

In nur neun Monaten habe das Gerät einen Marktanteil von 22 Prozent in den USA erobert. Genaue Verkaufszahlen nannte Amazon indes nicht; nach Angaben von Marktforschern lag der Absatz in den USA bei 35 Millionen Stück.

Nur halb so teuer wie das iPad

Das Unternehmen hat für den kommenden Donnerstag zu einer Pressekonferenz eingeladen, auf der die Präsentation des neuen Kindle Fire erwartet wird. Vorstandschef Jeff Bezos erklärte lediglich, Amazon werde seinen Kunden auch weiterhin «die beste Hardware und beste Preise» bieten. Der Tabletcomputer Kindle Fire mit dem Betriebssystem Android von Google kostet 199 Dollar – und damit nur die Hälfte des günstigsten iPad von Apple.

Laut dem Marktforschungsunternehmen Frank Magid hat Apple mit seinem iPad tatsächlich Marktanteile in den USA an Amazon verloren: Demnach ging der Anteil von 74 Prozent in der Spitze auf 50 Prozent in diesem Monat zurück. Apple verliere Marktanteile an den Kindle Fire und den Nexus von Google – Tabletcomputer, die günstiger und kleiner sind, erklärte Frank Magid.

Appstore in mehreren Ländern

Amazon kündigte am Donnerstag ausserdem an, es werde seinen Appstore auch in Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Italien und Spanien starten. In den USA hätten die Kunden seit dem Start im vergangenen Jahr Millionen Apps heruntergeladen. Amazon wolle diese «Erfahrung» auch seinen Kunden in Europa bieten.

Am Donnerstag wurde bekannt, dass wegen wettbewerbswidriger Preisabsprachen für elektronische Bücher drei US-Verlage eine Strafe von 69 Millionen Dollar zahlen müssen. Die US-Verlage Harpercollins und Simon & Schuster sowie der französische Verlag Hachette hätten zugestimmt, diese Summe zu zahlen, um damit die Konsumenten zu entschädigen, erklärten die Justizminister mehrerer US-Bundesstaaten.

Apple noch nicht aus dem Schneider

Konsumenten hätten zwischen dem 1. April 2010 und dem 21. Mai 2012 zu viel für die E-Books der Verlage bezahlt. Im April hatten die drei Verlage bereits zugestimmt, ihre Preispolitik zu ändern – Händler elektronischer Bücher wie Amazon oder Barnes & Noble können seitdem die Preise für E-Books eigenmächtig herabsetzen.

Ein Verfahren gegen die beiden Verlage Penguin Group und die Bertelsmann-Tochter Macmillan ist von der Einigung nicht betroffen. Sie und der US-Elektronikriese Apple sind weiterhin wegen illegaler Preisabsprachen bei E-Books angeklagt. Im Dezember hatten bereits die europäischen Wettbewerbshüter ein Kartellverfahren gegen Apple und mehrere Verlage eingeleitet. (rek/afp)

Erstellt: 02.09.2012, 12:24 Uhr

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