Mit dem iPad in der Pampa

Der Journalist Ruedi Baumann fährt mit seinem neuen Gadget im Gepäck in die Ferien. Die anfängliche Begeisterung für das Tablet mit den Supertools schwindet von Tag zu Tag.

Bilanz nach drei Wochen Ferien mit dem iPad im Ausland: Ein wunderbares Teil. Aber: Man hat keinerlei Kostenkontrolle – ausser dem leeren Konto – und die Telefone auf die Hotline sind nervtötend.

Bilanz nach drei Wochen Ferien mit dem iPad im Ausland: Ein wunderbares Teil. Aber: Man hat keinerlei Kostenkontrolle – ausser dem leeren Konto – und die Telefone auf die Hotline sind nervtötend. Bild: AFP

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Drei Wochen Frankreich, ein abgelegenes Steinhäuschen in der Bretagne – und im Gepäck das neue iPad mit Sim-Karte. Zu Hause hatte ich am Compi noch grosszügig 150 Franken auf mein Prepaid-Swisscom-Abo geladen und sogar das Kleingedruckte gelesen, das mir der Swisscom-Herr im Shop verschwiegen hatte: Dass iPads im Ausland deaktiviert sind, wenn man sie nicht über die Hotline aktiviert.

Auf der Autobahn bei Orléans dann der erste Ernsteinsatz: Eine Ausfahrt verpasst und nach Süden statt nach Westen unterwegs. Wir laden ein paar französische Karten runter, die es in elf Zoomstufen von der Europakarte bis runter zum Quartierplan gibt. Zusammen mit GPS ist das ein Supertool.

Der grosse Ärger

Weil es so prächtig funktioniert, kommen noch ein paar weitere Karten Richtung Bretagne dazu, ausserdem lesen wir uns über Google in die Technik der Windturbinen und in die Artussage im Wald von Brocéliande ein. Dann noch schnell die Wetterprognosen und die Kurven mit Ebbe und Flut bei St. Malo. Und, wenn das Teil schon läuft, die aktuellen Fussballresultate aus der Schweiz.

Ein paar wenige Tage später folgt dann der erste grosse Ärger, weil das Runterladen der Tagi-News mittendrin stoppt. Die 150 Franken sind wohl weg, ein Restbetrag lässt sich allerdings nicht ablesen. Doch wie lädt man ein totes iPad draussen in der Pampa wieder auf? Wireless benutzen, rät die Swisscom-Hotline. Dabei gibt es nicht mal ein Telefon im bretonischen Steinhaus.

Zweiter Rat: Jemand in der Schweiz zum Kiosk oder auf die Post schicken, um das Prepaid-Konto zu füttern. Wäre ja gelacht! Über das iPhone und die Kreditkarte gelingt dann das Aufladen. Ziemlich mühsam. Mit dem iPad allein wäre man voll aufgeschmissen.

Kurzer Spass

Der nächste Frust folgt bald: Trotz grösster Zurückhaltung sind die nächsten 100 Franken mit ein paar Mal Tagi lesen, ein paar neuen Karten und einem Blick auf den Regenradar noch viel schneller weg als beim ersten Mal. Wieder Telefon auf die Swisscom-Hotline, wo man bedauernd erklärt, die World Option für billigeren Datenverkehr im Ausland sei vor ein paar Tagen ausgelaufen. Eine automatische Erneuerung nach einem Monat, wie beim Telefon üblich, sei nicht möglich. Das Megabite kostete plötzlich 10 statt 2 Franken.

Bilanz nach drei Wochen Ferien mit dem iPad im Ausland: Ein wunderbares Teil, das Reiseführer, Karten, Navigationsgerät, Wetterprognosen, Beizenführer, Sternenatlas, Kompass, Radio, Fotoalbum und Fahrplan ersetzt. Welches aber derart hohe Roaming-Kosten verursacht, dass jeder Spass aufhört.

Wann kommt die Daten-App?

Besonders schlimm: Man hat keinerlei Kostenkontrolle – ausser dem leeren Konto – und die Telefone auf die Hotline sind nervtötend. Swisscom verspricht seit Monaten eine Datenmanager-App fürs iPad, wie es das bei Datenkarten schon seit Jahren gibt. Der Grund für die Verzögerung dürfte wohl ebenso sehr bei Apple liegen.

Erstellt: 18.08.2010, 10:20 Uhr

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