Neue iPhone- und iPad-Software: Das erwartet Sie

Am Mittwoch ist die neuste Version von iOS verfügbar. Wir haben uns die wichtigsten Neuheiten schon angeschaut.

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Am 19. September ist iOS 6 für alle Nutzer von iPhone, iPad und iPod touch verfügbar. Apple hat das Update im Sommer an der WWDC erstmals vorgestellt und seither wissen wir, auf welchen Geräten es laufen wird. Gemäss Apple sind dies: iPhone ab 3GS, iPad ab Version 2 sowie iPod touch ab vierter Generation. Was das iPhone angeht: auf dem 4 und 4S läuft es reibungslos, auf einem 3GS-Modell haben wir es nicht ausprobiert.

Gemäss dem Hersteller gibt es über 200 neue Funktionen in iOS 6, wir beschränken uns auf die wichtigsten, die im Alltag auch wirklich spürbar sind.

Wenn man den Anruf nicht annehmen will

Telefonieren ist eine der Kernaufgaben eines Smartphones, doch manchmal kann oder will man einen Anruf nicht sofort annehmen.
Anrufe ablehnen wird mit iOS 6 vielfältiger als bisher. Wenn das iPhone klingelt, kann man den Anrufer/die Anruferin nicht nur einfach auf die Combox leiten, sondern ihm oder ihr direkt mit einer SMS (iMessage) antworten: Mit dem Finger nach oben wischen (Knopf unten rechts), auf «Mit Nachricht antworten» tippen und eine dafür hinterlegte Nachricht senden. Dazu kann man auch eigene Texte anlegen unter «Einstellungen > Telefon > Mit Nachricht antworten». Alternativ dazu kann man sich auch später automatisch daran erinnern lassen, der betreffenden Person zurückzurufen, es wird eine entsprechende Erinnerung erzeugt.

Nicht stören ist eine der besten Neuerungen in iOS 6. Ist diese Funktion aktiv, werden keine Benachrichtigungen neuer iMessages, E-Mails mehr angezeigt. Diese Funktion ist am iPhone besonders praktisch (sie unterdrückt auch die Vibration), aber auch beim iPad ist sie beispielsweise nachts sehr willkommen. Man schaltet sie unter «Einstellungen > Nicht stören» ein und aus, unter «Einstellungen > Mitteilungen > Nicht stören» lässt sich festlegen, wie lange die Nachtruhe automatisch dauern soll und wer trotzdem noch anrufen darf (etwa die Favoriten oder eine Gruppe von Kontakten, die man selber festlegt).

Mehr Privatsphäre

Die Datenschutz-Einstellungen zeigen an, welche Apps auf welche privaten Daten zugreifen, beispielsweise die Ortung, die Kontakte oder die Fotos. Man kann den Zugriff für jede App einzeln unterbinden. Es lohnt sich bestimmt, hier ab und zu einen Blick hineinzuwerfen: «Einstellungen > Datenschutz».

iMessage (Nachrichten) ist insofern verbessert worden, als dass man nun auf all seinen Geräten, unter iOS und OS X, eindeutig identifizierbar ist, egal welche seiner E-Mail-Adressen oder Telefonnummern man als iMessage-ID verwendet. Das vereinfacht die Handhabung von iMessage. Welche Adressen man verwendet, sieht man unter «Einstellungen > Nachrichten > Senden & Empfangen».

Direkte Einbindung von ÖV-Fahrplänen fehlt

Mit iOS 6 setzt Apple auf eigene Karten. Diese sind optisch ansprechend und bieten viele Möglichkeiten, die man von der bisherigen Google-Maps-App kennt. Neu ist ein Auto-Navi direkt integriert. Die eindrücklichen 3-D-Modelle von Städten gibt es allerdings für die Schweiz nicht, wer diese sehen möchte, muss virtuell nach New York oder San Francisco reisen. Leider gibt es keine Offline-Karten, ausserdem fehlt eine direkte Einbindung von ÖV-Fahrplänen und -Verbindungen. Die SBB oder die VBZ könnten ihre Apps in die Karten integrieren, bisher hat das aber noch kein Anbieter getan (deren Apps bleiben unverändert).

Die Stores für Apps, Musik und Bücher sind überarbeitet worden, übersichtlicher kommen sie daher und setzen mehr Gewicht auf Empfehlungen (Genius). Besonders praktisch ist, dass man für Updates von Apps oder kostenlose Apps nicht mehr ständig sein Passwort eingeben muss und dass man im Store bleibt, während Apps und Updates heruntergeladen werden.

Fotos direkt in der Mail-App anhängen

Mail kennt nun auch auf dem iPad Favoriten und Markierungen, die in den Postfächern «VIP» und «Markiert» angezeigt werden. Und man kann nun Fotos direkt in der Mail-App anhängen.

Der Browser Safari zeigt unter «iCloud-Tabs» an, welche Tabs man auf seinem Mac oder iPhone offen hat (solange man dort mit derselben iCloud-ID angemeldet ist). Es gibt ausserdem neue Optionen, Websites mit anderen besonders einfach zu teilen, inklusive Facebook und Twitter.

An der App Fotos hat sich nicht viel geändert, neu sind allerdings die «Geteilten Fotostreams», mit denen man Bilder relativ einfach mit Freunden teilen kann.

Neu ist Siri auch auf dem iPad verfügbar, sie beherrscht die üblichen Tricks plus ein paar neue, etwa das Starten von Apps oder direkt auf Twitter und Facebook zu posten.

Videotelefonie mit iPad ohne WLAN

Facetime über 3G ist neu auch auf dem iPad möglich. Wer das lieber nicht möchte, kann es unter «Einstellungen > FaceTime > mobile Daten verwenden» deaktivieren.

Facebook ist nun, wie Twitter schon seit iOS 5, tiefer im iOS integriert. Das vereinfacht unter anderem die Anmeldung auf Websites via Facebook oder das Teilen von Inhalten, und die FB-Kontakte werden direkt in den iPad-Kontakten angezeigt.

Erstellt: 18.09.2012, 15:05 Uhr

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