Programmier-Genie tot in seiner Wohnung aufgefunden

Er galt als Wunderkind der Programmier-Szene: Gestern wurde Aaron Swartz erhängt in seiner Wohnung in New York aufgefunden. Dem 26-Jährigen drohte eine mehrjährige Haftstrafe.

Co-Autor des RSS-Feeds: Aaron Swartz. (Archivbild: 30. Januar 2009)

Co-Autor des RSS-Feeds: Aaron Swartz. (Archivbild: 30. Januar 2009) Bild: Keystone

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Der als Internet-Genie gefeierte Mitbegründer der Social-News-Website Reddit und des Datenformats RSS, Aaron Swartz, hat sich kurz vor dem Beginn seines Strafprozesses wegen Datendiebstahls das Leben genommen.

Der 26-Jährige sei am Freitagabend im New Yorker Stadtteil Brooklyn erhängt aufgefunden worden, sagte eine Sprecherin von News Yorks Gerichtsmedizin der Nachrichtenagentur AFP. Swartz hatte sich später auch als Aktivist für den freien Zugang zu Inhalten im Internet eingesetzt. Der Prozess gegen Swartz sollte in wenigen Wochen beginnen. Ihm wurde Diebstahl von Millionen wissenschaftlicher und literarischer Artikel vom JSTOR-Dienst, der nur für zahlende Abonnenten zugänglich ist, vorgeworfen. Swartz drohte bei einer Verurteilung eine langjährige Haftstrafe und eine Geldbusse von einer Million Dollar. Er hatte die Daten mittels eines im Massachusetts Institute of Technology (MIT) versteckten Computers heruntergeladen.

Swartz' Familie beschuldigt Justiz

Nach seiner Festnahme in Boston im Jahr 2011 erklärte seine Anti-Zensur-Gruppe Demand Progress, die Anklage habe «keinen Sinn». Genauso gut könnte die Justiz jemanden ins Gefängnis stecken, der «angeblich zu viele Bücher aus der Bibliothek ausgeliehen hat». Die zuständige Staatsanwältin Carmen Ortiz dagegen hatte gesagt, Diebstahl bleibe Diebstahl, ob er mit einem Computer oder einem Brecheisen begangen werde und ob er Dokumente, Daten oder Dollars betreffe.

Swartz' Familie gab der Staatsanwaltschaft und dem MIT eine Mitschuld an dem Suizid. «Aarons Tod ist nicht nur eine persönliche Tragödie. Es ist das Ergebnis eines Justizsystems, das von Einschüchterung und Unverhältnismässigkeit geprägt ist», erklärte die Familie. Swartz hatte schon vor Jahren von Depressionen berichtet. Er hatte mit 14 am Programm des RSS-Newsfeeds mitgeschrieben, mit dem es für Nutzer möglich ist, Updates von Blogs, Nachrichtenseiten und anderen Seiten zu erhalten.

(mrs/dapd)

Erstellt: 13.01.2013, 09:40 Uhr

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