Samsungs Chromebook im Test

Das Notebook läutet eine neue Ära der portablen Computer ein: Alles, was man macht, läuft im Internet, gearbeitet wird mit Apps, und auf der Festplatte wird kaum etwas gespeichert.

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Chromebooks nennen sich neue Computer, die mit dem Betriebssystem Chrome von Google laufen. Sie bieten einen ganz neuen Ansatz, wenn es um den Einsatz tragbarer Rechner geht. Denn alles, was man macht, läuft über andere Rechner im Internet. Man speichert kaum noch etwas auf dem Computer selbst, für einzelne Aufgaben gibt es bestimmte kleine Programme, die sogenannten Apps. Ohne Internet sind solche Geräte aber genauso nützlich wie ein Handy ohne Funknetz.

Trotzdem ist das Chromebook eine interessante Idee, wenn man sich viel mit Online-Inhalten beschäftigt. Einige der ersten Hersteller, die sogenannte Chromebooks herausgebracht haben, sind Acer und Samsung. Im Test kam ein Gerät von Samsung zum Einsatz.

Eigentlich nur ein Browser

Es hat einen 12-Zoll-Bildschirm, zwei USB-Anschlüsse, einen Schacht für eine SD-Karte und einen für eine SIM-Karte, aber nur 16 GB Festplatten-Speicher. Es gibt WLAN, aber keinen Anschluss für ein Netzwerkkabel oder Bluetooth. Das Betriebssystem Chrome besteht eigentlich nur aus dem schon bekannten Browser Chrome, der auf einer speziell angepassten Version des freien Betriebssystem Linux läuft.

Für die alltägliche Arbeit hat Google schon einige Online-Anwendungen entwickelt, wie zum Beispiel das Programm «Text und Tabellen», weitere Programme gibt es von Drittanbietern. Das ist auch wichtig, denn Microsoft Office zum Beispiel kann man nicht installieren. Alles im Chromebook läuft webbasiert, Daten sollen vor allem im Netz gespeichert werden. Das ist Googles Umsetzung des Konzepts des Cloud-Computings.

In Sekunden startklar

Das kann nur funktionieren, wenn man auch daran glaubt. Denn man hat sicherlich mehr Kontrolle über seine Daten, wenn man sie lokal auf dem Rechner speichert. Auch der Zugriff ist sicherer gewährleistet. Aber Google setzt darauf, dass sich solche Gewohnheiten mit der Zeit ändern.

Das Chromebook startet schnell, in weniger als fünf Sekunden kam der Startbildschirm, und weniger als fünf Sekunden später war der Chrome-Browser startklar. Damit stehen dann auch schon sofort erste Anwendungen bereit, wie zum Beispiel Youtube, Google Talk und G-Mail (Googlemail). Über den Chrome Web Store lassen sich auch schnell weitere Apps hinzufügen.

Abgesehen von den Apps kann man am Rechner aber gar nicht so viel verändern und persönlich gestalten. Es gibt keinen Desktop, den man mit Fotos von der Familie oder Bildschirmschonern verschönern könnte. Es ist gibt keine Schnellstart-Leiste, um auf besonders häufig benutzte Programme zuzugreifen. Es gibt nur den Nutzer und Chrome.

Nicht alles an Chrome glänzt

Aber so schlecht ist das auch nicht. Es gibt einen Mediaplayer, mit dem man Musik und Videos abspielen kann, die man auf einer SD-Karte gespeichert hat. Viel einstellen kann man zwar nicht an dem Programm, zum Musikhören zwischendurch reicht es. (Ein besser zum Chromebook passender Online-Musikdienst von Google ist in Planung.)

Aber nicht alles glänzt am Chromebook. Verliert man einmal die Internetverbindung, dann wird aus dem Artikel des Online-Magazins, das man gerade liest, nur ein Haufen unnützer Links. Auch wer gerne Fotos und Videos bearbeitet, wird bald merken, dass man mit Apps nicht die gleiche Kontrolle hat wie auf dem PC mit einer eigenständigen Software. Offline kann man mit dem Chromebook gar nicht viel anfangen.

Als einziger Computer ist das Chromebook sicher nicht erste Wahl. Aber es ist ein ordentlicher Zweitcomputer für die vielen kleinen Dinge, die vernetzte Menschen heutzutage zu erledigen haben. (ah/dapd)

Erstellt: 19.07.2011, 10:59 Uhr

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