Soll Gamen olympisch werden?

40'000 Zuschauer feuerten jüngst in einem Sportstadion Computergamer an. Grund genug für einen der ganz Grossen der Szene, die Weltbühne zu fordern.

Stimmung wie an einem grossen Fussballspiel: «League of Legends»-Final im WM-Stadion von Seoul. (18. Oktober 2014)

Stimmung wie an einem grossen Fussballspiel: «League of Legends»-Final im WM-Stadion von Seoul. (18. Oktober 2014)

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Spannende Momente, Gänsehaut und Zehntausende Zuschauer: Was hierzulande grössere Sportanlässe bieten, gibt es in Südkorea auch an Gaming-Events. Letztmals an den Weltmeisterschaften des Spiels «League of Legends». Stattgefunden haben sie letzten Oktober im Fussballstadion von Seoul, dort wo 2002 die Weltmeisterschaftsspiele ausgetragen wurden.

Spiel und Show in Seoul: Die Eröffnungszeremonie des «League of Legends»-Finals im WM-Stadion.

Es wird gebrütet, geschwitzt und die Köpfe rauchen. Warum also soll Gaming nicht auch olympische Sportart werden? Die Frage – sie kommt immer wieder – stellt nun ein Grosser der Szene. «Es gibt gute Argumente für E-Sport, olympisch zu werden», sagte Rob Pardo in einem Interview mit BBC. Der Mann hat das berühmte Spiel «World of Warcraft» entwickelt.

Hinterfragt die klassische Definition von Sport: Rob Pardo.

Schach blitzte als Denksport ab

«Videogames sind bestens positioniert, um ein Zuschauersport zu werden», argumentiert Pardo weiter. Damit hat er wohl recht. Denn nicht nur 40'000 Leute sassen beim «League of Legends»-Final im Stadion, weltweit sollen x-fach mehr Zuschauer an Bildschirmen den Event verfolgt haben.

Wie schwer es Pardo mit seinem Vorschlag haben dürfte, zeigt das Beispiel des Schachs. Viele Protagonisten dieses Spiels kämpften über Jahre dafür, dass es olympisch wird. Das Internationale Olympische Komitee blieb allerdings hart. Als Denksport sei Schach bei den Olympischen Spielen nicht willkommen.

Was gilt als Sport?

Pardo aber will nicht einfach klein beigeben. Er will eine Debatte darüber anschieben, wie Sport zu definieren ist. «Wenn man Sport als Ausübung einer physischen Tätigkeit definiert, dann wird die Argumentation hart, Videospielen sei ein Sport. Aber wenn ich gleichzeitig schaue, was schon als olympisch gilt, dann beginne ich, diese Definition infrage zu stellen.»

Abgesehen von den Anerkennungswünschen sorgte die Gamer-Welt in den letzten Tagen mit Hacker-Problemen für Aufmerksamkeit. Die Onlineplattformen von Playstation und Xbox fielen aus. An Weihnachten hatten sich zahlreiche Nutzer nicht mehr in die Playstation-Plattform im Internet einwählen und dadurch ihre Videospiele nicht mehr spielen können. Xbox Live von Microsoft meldete das gleiche Problem.

Eine Hackergruppe namens Lizard Squad übernahm die Verantwortung für die Störungen. Nach Angaben der Vizepräsidentin von Sony, Catherine Jensen, wurde «das Playstation-Netzwerk über die Feiertage durch künstlich erzeugte Überlastung des Datenverkehrs attackiert, um Konnektivität und Online-Gameplay zu stören».

Erst zu Monatsbeginn war der Online-Store von Playstation zeitweise nicht erreichbar gewesen. Zuvor hatte es einen Cyberangriff auf die Computersysteme von Sony Pictures Entertainment gegeben, bei dem vertrauliche Informationen gestohlen und anschliessend im Internet verbreitet wurden. Für die Angriffe auf die Computersysteme machten die USA Nordkorea verantwortlich.

Erstellt: 29.12.2014, 15:24 Uhr

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