Wann ist das Gratis-Office gut genug?

Die kostenlosen Webvarianten von Word, Excel und Powerpoint werden besser. Wir verraten, wer sich den Kauf des Office-Pakets künftig sparen kann.

Die Webapps sind in der Bedienung ans «richtige» Office angelehnt.

Die Webapps sind in der Bedienung ans «richtige» Office angelehnt. Bild: Screen: TA

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Microsoft hat die Webapps vor gut vier Jahren zusammen mit Office 2010 vorgestellt. Unter Office.live.com stehen Excel, Word und Powerpoint zur Verwendung im Browser bereit – und zwar kostenlos und ohne dass eine Software-Installation nötig wäre. Nötig ist jedoch ein Microsoft-Konto – das hiess früher «Live ID» und ist ein universeller Zugang zu allen Microsoft-Diensten, sei es nun Onedrive, Outlook.com, Windows Phone oder Xbox Live.

Diese Webvarianten der Büroprogramme sind im Umfang reduziert. In Word fehlen beispielsweise die Funktionen zum Inhaltsverzeichnis, zum Seriendruck und zur Änderungs-Nachverfolgung. In Excel muss man u.a. auf den Namensmanager, den Blattschutz und die Pivot-Tabellen verzichten. Das hat auf der positiven Seite zur Folge, dass die Menübänder deutlich übersichtlicher sind als bei den vollausgestatteten Desktopvarianten. Ausserdem gibt es auch einzelne Funktionen in den Webapps, die in den lokalen Varianten nicht zu finden sind. Ein Beispiel ist die Möglichkeit, mit der Excel-Webapp Onlineumfragen einzurichten.

Microsoft entwickelt die Webapps kontinuierlich weiter. Diverse der ursprünglichen Mankos wurden entfernt: Word zeigt inzwischen auch die Anzahl Wörter an, und im jüngsten Update von Ende letzter Woche wurden diverse kleine Verbesserungen implementiert: Der Lesemodus macht das Drucken und Weitergeben einfacher. Dokumente können leichter dupliziert, umbenannt und als PDFs heruntergeladen werden. Eine neue Hilfe gibt über ein Eingabefeld im Menüband direkt Hilfestellung zu dem eingegebenen Suchbegriff.

Eine Sparmöglichkeit?

Kostenlos und mindestens so leistungsfähig wie die Google-Docs: Da stellt sich eine Frage: Kann man sich den Kauf des Office-Pakets bzw. die Miete von Office 365 künftig sparen und sich mit den Webapps behelfen? Die Antwort hängt davon ab, wie Sie Office nutzen:

Die Webapps können die Desktopvariante ersetzen, wenn Sie ...

  • Office nur sporadisch nutzen und keine hohe Produktionssicherheit benötigen – also nicht aufgeschmissen sind, wenn aufgrund eines Ausfalls bei Microsoft oder Ihrem Internetzugang die Webapp nicht zur Verfügung steht.
  • keine Berührungsängste gegenüber der Cloud haben. Die Dokumente werden in Microsofts virtueller Festplatte Onedrive verwaltet. Sie können sie zwar herunterladen und lokal aufbewahren, aber arbeiten lässt sich nur mit den Cloud-Dokumenten.
  • nur relativ einfache, kurze Dokumente erstellen.

Um den Kauf oder die Miete der Desktop-Software kommen Sie nicht herum, wenn Sie ...

  • komplexe Dokumente erstellen, beispielsweise wissenschaftliche Arbeiten, Layouts mit mehreren Spalten oder eingeklinkten Bildern, oder mit Feldern, Makros, Seriendruck oder ähnlichen Dingen operieren und eigene Format- oder Dateivorlagen benutzen wollen.
  • lange Dokumente bearbeiten und dabei auf maximale Leistung angewiesen sind.
  • Ihre Dokumente vertrauliche oder sensible Informationen enthalten.
  • die Office-Anwendungen nach eigenem Gutdünken konfigurieren möchten.

Vom Funktionsumfang entsprechen die Webapps ungefähr den kostenlosen Apps für Android und iOS. Angekündigt sind auch die Touch-optimierten Apps für Windows 10, die wohl ins Betriebssystem integriert sein werden.

Erstellt: 16.02.2015, 16:16 Uhr

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