Wie man seinen Androiden auswechselt

Custom-ROM sind für Android-Geräte, was Linux für PC ist. Sie verlangen dem Nutzer einiges an Experimentierfreude ab.

Nicht ganz ohne, aber mit ROM hauchen Tüftler ihrem alten Androiden ein zweites Leben ein.

Nicht ganz ohne, aber mit ROM hauchen Tüftler ihrem alten Androiden ein zweites Leben ein. Bild: (pd)

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Custom-ROM nennen sich die Alternativen zu den bei Android-Smartphones üblichen Systemen. Im Gegensatz zur Software von der Stange stammen sie nicht von den Herstellern oder Google, sondern werden von unabhängigen Entwicklern vertrieben. Ob und welches Alternativsystem man auf seinen Androiden spielen mag, hängt von den eigenen Nutzerbedürfnissen ab – die Auswahl ist gross. Zu den gängigsten Varianten gehören diese:

  • Cyanogen Mod – etablierter Standard
  • Paranoid Android – puristisches ROM mit Theme-Engine
  • Slim ROM – ein schlankes System mit Privatsphäre-Einstellmöglichkeiten
  • AOKP – lässt Nutzer die Oberfläche stark anpassen

Platzhirsch unter den ROM ist Cyanogen Mod, dessen Entwicklercommunity mittlerweile auch einen kommerziellen Arm besitzt.

In jedem Fall sind etwas Tüfteln und eine Prise Risikobereitschaft gefragt. Um ein alternatives Betriebssystem aufzuspielen, muss sich der Nutzer zunächst «Root»-Zugriff holen. Das bedeutet, dass man sich Zugriff auf die tieferen Ebenen der Software verschafft, wie es von Google eigentlich nicht vorgesehen wäre. Für viele Nutzer dürfte bereits dieser Schritt zu mühselig sein. Um Android in dieser Weise «aufzubrechen», ist nämlich Drittsoftware nötig. Entweder können dies Root-Apps sein, die man als APK-Datei auf das Smartphone oder Tablet lädt und dort manuell installiert, oder man verwendet Software an einem Rechner, der per USB-Kabel mit dem mobilen Gerät verbunden ist.

Der Nutzer hat die Macht

Einschlägige Anleitungen zu verschiedenen Gerätetypen finden sich auf Youtube. Im Test bewährte sich für unser Nexus 7 die PC-Software Unified Android Toolkit. Mit ihr lässt sich im gleichen Zug ein mobiles Gerät rooten und ein selbst gewähltes ROM, also eine Version eines Alternativsystems, installieren. Ausserdem ist das Toolkit die sicherere Alternative zum Download wenig vertrauenerweckender Apps. Hat man sein Gerät bereits gerootet, bietet die App ROM Manager eine komfortable Option. Sie funktioniert wie ein App-Store für ROM, die sich direkt mit der App herunterladen und installieren lassen.

Achtung: In jedem Fall gilt, dass das Nutzen eines ROM nicht ganz risikofrei ist. Geht die Installation schief, kann das Gerät im Extremfall unbrauchbar werden. In der Regel verfällt auch der Garantieanspruch eines Smartphones oder Tablets bei solchen Experimenten. Für abenteuerlustige Nutzer ist das Installieren eines ROM aber eine gute Möglichkeit, einem alten Androiden neues Leben einzuhauchen oder aus dem geschlossenen Android-Universum auszubrechen. Immer vorausgesetzt, man schreckt als versierter Nutzer nicht vor der etwas kniffligen Installation zurück.

Erstellt: 17.11.2015, 23:38 Uhr

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