Wo Microsofts Streaming-Stick auftrumpft

Google hat den Chromecast, Apple hat Apple TV, und Microsoft hat jetzt den Wireless Display Adapter. Was unterscheidet den von der Konkurrenz?

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Als Google den Chromecast, seinen Streaming-Stick für den Fernseher, Ende 2013 auf den Markt brachte, war der für kaum etwas zu gebrauchen und machte einen unfertigen Eindruck (Der Chromecast im Test). Der Eindruck hat sich inzwischen dank Updates und einer breiteren App-Unterstützung geändert (Sachen, die 2014 richtig gut waren).

Microsofts eigener Streaming-Stick, der Wireless Display Adapter (ca. 60 Franken), funktioniert vom Prinzip her gleich wie Googles Stick (ca. 50 Franken). Man steckt das etwa USB-Stick-grosse Gerät in einen HDMI-Slot an seinem Fernseher und verbindet das am Ende angebrachte USB-Ladekabel mit einer USB-Buchse am TV oder einem Netzteil.

Anders jedoch als beim Chromecast ist beim Microsoft-Stick das Ladekabel fest mit dem Stick verbunden. Ist der Stromanschluss zu weit entfernt, muss man sich ein Verlängerungskabel kaufen. Beim Chromecast kann man einfach das längere Ladekabel, das bei jedem Android- oder Windows-Phone-Smartphone dabei ist, verwenden.

Eingeschränkter Standard

Ein weiterer Unterschied zum Chromecast besteht darin, dass der Microsoft-Stick nicht selbstständig Inhalte abspielen kann. Es muss immer ein Laptop, Tablet oder Smartphone verbunden sein. Wenn man während eines Netflix-Films seinen Laptop zuklappt, geht auch der Film am TV aus.

Microsofts Stick ist darum eher als Kabelersatz zu verstehen, während Googles Chromecast eine eigenständige Multimediazentrale mit App-Unterstützung ist. Darum muss man den Microsoft-Adapter auch nicht über das Heim-WLAN mit dem Internet verbinden. Es reicht, ihn an den TV anzuschliessen. Einstellungen muss man nicht vornehmen.

Als Kabelersatz ist die Hauptfunktion des Wireless Display Adapter das Spiegeln und Erweitern des eigenen Computerbildschirms auf den TV oder Beamer. Man kann den Bildschirm entweder eins zu eins übertragen oder den Fernseher zum Zweitbildschirm machen. Mit einem Wisch vom rechten Bildschirmrand erscheint das Menü, in dem man leicht zwischen den unterschiedlichen Modi wechseln kann (siehe Bildstrecke).

Dank dem Miracast-Standard unterstützt der Stick nebst Computern mit Windows 8.1 auch Android- und Windows-Phone-Geräte. Die Auswahl an kompatiblen Smartphones und Tablets ist aber eingeschränkt (Eine Liste mit kompatiblen Geräten).

Das eigene Sony Z1 fand zwar den Microsoft-Adapter, konnte aber keine Verbindung herstellen. Das Lumia 1020 von 2013 mit Windows-Phone-Software unterstützt die Miracast-Technik noch nicht. Mit dem LG G 3 klappte es dagegen problemlos. Wer den Wireless Display Adapter also mit einem Tablet oder Telefon nutzen möchte, ist gut beraten, vorgängig die Kompatibilität zu prüfen.

Gut für Powerpoint

Für Filme ist Googles Chromecast die bessere Option. Auf Windows-PCs unterstützt der Chromebrowser den Google-Stick, und für iOS und Android gibt es immer mehr kompatible Apps.

In einem Bereich trumpft der Microsoft-Stick jedoch auf: Für (Powerpoint-)Präsentationen eignet er sich sehr gut – vorausgesetzt, man kann ihn an einen Beamer anschliessen und findet einen freien USB-Anschluss fürs Ladekabel.

Steht die Verbindung, muss man sich nicht mit Kabeln und Adaptern herumärgern. Bild und Ton werden mit minimaler (aber nicht störender) Zeitverzögerung auf die Leinwand oder den Bildschirm übertragen. Man kann währenddessen mit dem Laptop weiter ins Internet, da der Wireless Display Adapter die Verbindung nicht blockiert.

Fazit: Wer seinen Windows-8-Computer per Funk an einen Zweitbildschirm anschliessen will und nach einer Möglichkeit sucht, Präsentationen drahtlos zu übertragen, ist mit dem Wireless Display Adapter gut beraten. Er funktioniert einfach und zuverlässig. Wer dagegen hauptsächlich Filme schauen und Mobile-Apps am Fernseher nutzen möchte, ist mit dem vielseitigeren Chromecast aktuell besser beraten. Zumal dieser in Zusammenarbeit mit dem Chrome-Browser auch gut mit Windows-Computern harmoniert.

Haben Sie Fragen zum Wireless Display Adapter? Digital-Redaktor Rafael Zeier beantwortet sie gerne in den Kommentaren. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 25.02.2015, 11:36 Uhr

So bewirbt Microsoft seinen TV-Adapter.

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