Wo das Nexus 10 auftrumpft

Apple hat sein iPad geschrumpft, Google das Nexus vergrössert. Das Apple-Tablet bleibt mit seiner leichten Handhabung und der Vielzahl an Apps der King im Tabletmarkt. Aber Google holt auf, wie der Test zeigt.

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Als ich das neue Google-Tablet das erste Mal einschaltete, dachte ich zuerst, dass es nur eine Ansammlung von Google-Diensten ist. Man ist mit dem Nexus 10 schnell bei Gmail und Youtube, kann in Filmen, Büchern und anderen Inhalten stöbern, die es online im Play Store von Google gibt. Als echte Alternative zum iPad von Apple erschien es mir nicht. Das änderte sich erst mit der Zeit, denn die Apps, die es für Android-Smartphones gibt, funktionieren auch auf dem Nexus 10.

Trotzdem, so richtig zu Hochform läuft das Gerät auf, wenn man Medien nutzt, die über Google bezogen wurden. Der Internetkonzern hat in den vergangenen Jahren ganz allmählich ein Angebot aufgebaut, um es mit Apples iTunes und Amazon aufzunehmen. Google verkauft inzwischen auch Filme, Bücher, Magazine und Musik. Ziel ist eine grössere Rolle in der digitalen Wirtschaft.

Frontlautsprecher an beiden Seiten

Schon im Sommer brachte Google mit dem Nexus 7 einen sieben Zoll (17,5 Zentimeter) grossen Tablet-PC heraus. Und so wie Apple ein iPad mini als Konkurrent zum Nexus 7 entwickelte, verkauft Google jetzt eine grössere Version des Nexus 7, das Nexus 10, das ungefähr so gross ist wie das normale iPad.

Das Nexus 10 fühlt sich gut an und rutscht durch die gummierte Rückseite auch nicht so leicht aus der Hand, wie das beim metallischen iPad schon öfters der Fall war. Das Tablet hat Frontlautsprecher an beiden Seiten des Bildschirms, das iPad nur einen auf der Rückseite. Das war eigentlich auch kein Problem, den Unterschied hört man aber sofort, wenn man sich einen Film ansieht.

Weniger Streit in der Familie

Mit seinem 10,1-Zoll-Bildschirm (25,6 Zentimeter) ist das Nexus 10 ideal für Filme. Es bleibt kein Rand wie manchmal beim iPad. Dafür sehen Magazine nicht so gut darauf aus, da bleiben beim Nexus oben und unten Streifen. Aber auch Bücher oder Zeitungen sind sehr gut zu lesen, der Bildschirm ist schärfer als beim neuesten iPad, das in der Hinsicht wiederum deutlich besser war als das immer noch erhältliche iPad 2.

Das Nexus läuft mit der neuesten Version des Betriebssystems Android 4.2. Das bietet die Möglichkeit von personalisierten Einstellungen. Da gibt es weniger Streit in der Familie: Einfach als neuer Nutzer anmelden und man hat seine Einstellungen und auch die gewohnte Lautstärke.

iPad mit längerer Batterielaufzeit

Das Nexus ist etwas leichter, dafür verspricht das iPad eine längere Batterielaufzeit. Einen Schacht für SD-Karten zur Erweiterung des Speicherplatzes haben beide nicht. Auf der Rückseite gibt es jeweils eine Fünf-Megapixel-Kamera, an der Frontseite eine mit kleinerer Auflösung für Videokonferenzen.

Das iPad bleibt mit seiner leichten Handhabung und der Vielzahl an Apps der King im Tabletmarkt. Aber mit dem Nexus 10 gibt es einen Herausforderer, der eine Alternative ist. Vor allem, wenn man schon ein Android-Smartphone hat und viele Google-Dienste nutzt.

Das Google Nexus 10 ist auch in der Schweiz erhältlich, etwa bei Digitec.ch oder Brack.ch (ab 439 Franken).

Erstellt: 20.11.2012, 10:52 Uhr

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