Weekly Digital

Zahlensalat appetitlich anrichten

Mit dem Webdienst Infogr.am klickt man optisch ansprechende Infografiken zusammen, die sich kostenlos auf Websites und in Blogs einbinden oder kostenpflichtig für den Druck herunterladen lassen.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Excel zeigt Zahlen in allen Varianten – nur nicht ästhetisch. Microsofts Tabellenkalkulation ist für die Bedürfnisse von Buchhaltern und Zahlenschiebern ausgelegt, und darum sind die Diagramme nur bedingt geeignet, um online oder im Druck veröffentlicht zu werden. Für die Aufbereitung ist dann der Infografiker zuständig – denn eine ansprechende Gestaltung von Zahlensalat ist eine Kunst für sich.

Wenn man keinen Grafiker zur Hand hat, hilft Infogr.am weiter. Mit diesem Webdienst klickt man Infografiken zusammen, die dank der professionell gestalteten Themes (Vorlagen) eine gute Falle machen und sogar Interaktivität mitbringen: Beim Öffnen der Grafik bauen sich Bälkchen oder Kuchenstücke mittels einer Animation auf, und wenn man den Mauszeiger auf einen Teil des Diagramms platziert, wird eine Legende eingeblendet.

Die Erstellung eigener Grafiken ist für Excel-erfahrene Anwender ein Kinderspiel. Nach der Anmeldung beim Dienst (sie ist auch via Facebook oder Twitter möglich) gibt man an, ob man eine Infografik oder ein Diagramm erstellen möchte. Ein Diagramm ist eine einzelne Zahlengrafik, während die Infografik mehrere Elemente enthalten kann: mindestens ein Diagramm, einen Titel mit Legende, aber auch Videos, Karten oder Bilder.

Diverse Designs, Dutzende von Diagrammvarianten

In einem zweiten Schritt wählt man das Design seiner Grafik. Sieben Varianten stehen bis anhin zur Verfügung. Da sich der Dienst noch in der Beta-Phase befindet, ist damit zu rechnen, dass das Angebot noch wächst. Per Klick vergibt man Titel, ein Zitat zur Grafik und eine Quellenangabe. Unbenötigte Elemente entfernt man über das x-Symbol. Um das Diagramm mit den eigenen Zahlen zu befüllen, klickt man es doppelt an. Es erscheint eine Tabelle, in der man seine Zahlen eintippt oder per Zwischenablage einfügt – das klappt auch aus Excel. Über das per Rechtsklick erscheinende Kontextmenü fügt man Zeilen oder Spalten hinzu, und über das Pfeil-Symbol lassen sich Zeilen und Spalten auch austauschen. Über das Plus-Symbol in der rechten unteren Ecke fügt man der Tabelle weitere Blätter hinzu. Diese Blätter erscheinen dann als Optionsschaltflächen, über die der Benutzer zwischen den Datenquellen umschalten kann. Mittels Blättern (sheets) bringt man mehrere Kategorien in einer einzigen Grafik unter.

Infogr.am stellt eine umfangreiche Kollektion an Diagrammtypen zur Verfügung. Nebst Spalten, Säulen und Kuchen gibt es auch Linien-, Flächen-, Blasen-, Punkt- und Kursdiagramme mit diversen Untervarianten. Es gibt auch Typen, die man noch nicht einmal in Excel antrifft: Pictorial symbolisiert eine Gruppe als männliche oder weibliche Figürchen oder über Sterne, Rechtecke oder Kreise. Hierarchy zeigt ansteigende Datenmengen als Pyramide. Treemap symbolisiert die Grössenverhältnisse durch rechteckige Flächen. Die Wordcloud zeigt die Wichtigkeit von Begriffen anhand ihrer Grösse, und bei Progress versinnbildlicht man einen Fortschritt anhand des Ausschlags eines Zeigers.

Geografische Visualisierungen

Da sich der Diagrammtyp nachträglich nicht wechseln lässt, sollte man das standardmässig vorhandene Diagramm wegklicken und über das oberste Symbol am rechten Rand ein Diagramm des passenden Typs einfügen. Über die weiteren Schaltflächen fügt man Textelemente, Bilder und Videos ein. Ausserdem gibt es den Knopf Add a map: Er fügt eine interaktive Karte hinzu, bei der Länder farblich oder mittels Punkten gemäss den hinterlegten Werten ausgezeichnet werden. Die Farbgebung steuert man über die erweiterten Einstellungen des Diagramms (Advanced Settings).

Die Einstellungen zum Diagramm steuert man über das Zahnrad-Symbol. Man kann über diesen Knopf nachträglich das Theme ändern und ausserdem die Breite angeben – sodass die Infografik auch optimal in den Blog oder auf die Webseite passt. Über das Symbol mit dem Auge erhält man eine interaktive Voransicht der Grafik. Die Freigabe der Grafik erfolgt dann via Share. Veröffentlichen lässt sie sich dann via Twitter, Facebook und Pinterest und über den HTML-Einbettungscode auf jeder Website beziehungsweise in jedem Blog.

Gut genug für Profis

Die Schaltfläche Download erlaubt den Download als PNG-Datei oder als PDF, welches sich für den Druck eignet. Während das Einbinden gratis ist, benötigt man für den Download einen Pro-Account für 18 US-Dollar pro Monat oder 180 US-Dollar im Jahr. Mit der Pro-Variante kann man Infografiken auch nicht öffentlich teilen und mit einem Passwort schützen, und man erhält vier zusätzliche Themes.

Fazit: Infogr.am ist einfach zu benutzen, aber leistungsfähig genug, um auch professionell verwendet zu werden.

Das Beispiel einer mit Infogr.am erstellten Grafik:

Privatverkehr | Infographics
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 30.07.2013, 11:27 Uhr

Artikel zum Thema

Excel-Daten als virtuelle Karten präsentiert

«GeoFlow» ist eine Erweiterung für die Tabellenkalkulation, die geografische Daten dreidimensional in virtuellen Karten oder auf einem Globus darstellt. Mehr...

Ein Webdienst tritt an gegen die Powerpoint-Monotonie

Mit Prezi.com entstehen Präsentationen, die nichts mit dem üblichen Folienmarathon gemeinsam haben. Mehr...

Acht aus Hunderttausend

Service Microsoft hat mit seinem App Store die 100'000er-Marke geknackt. Anlass genug, einen Blick auf empfehlenswerte kostenlose Programme zu werfen. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Blogs

Sweet Home Die Sache mit dem Umstellen

Tingler Geschichte einer Nymphomanin

Die Welt in Bildern

Leuchtende Präsidentengattinnen: Melandia Trump und Akie Abe besuchen zusammen das Museum der digitalen Künste in Tokyo (26. Mai 2019).
(Bild: Koji Sasahara) Mehr...