Zwischen Stuhl und Bank

Sony versucht Laptop und Tablet zu verschmelzen. Was das Ergebnis taugt, zeigt unser Alltagstest.

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Die Computer-Branche ist in Aufruhr. Mobiltelefone und Tablets bieten zusehends dieselben Funktionen wie althergebrachte Heimcomputer – nur intuitiver und eleganter. Währenddessen verstaubt in so manchem Haushalt der Laptop im Arbeitszimmer und der noch ältere Desktop-PC wurde schon ewig nicht mehr gebraucht. Der Laptop kommt nur noch zum Zug, wenn man einen wirklich langen Text schreiben möchte oder Profi-Software wie Photoshop braucht.

Um nicht selbst in der Abstellecke zu landen, versuchen immer mehr Hersteller den Spagat. Die Vorteile eines Tablets sollen mit den Vorteilen eines Laptops verbunden werden. Intuitive Bedienung trifft auf Volltastatur, Profisoftware und einen grösseren Bildschirm. So der Plan.

Häufig passiert aber genau das Gegenteil. Klumpiges Design trifft auf technische Sackgassen, unintuitive Software und einen hohen Preis. Trotzdem lassen sich die Hersteller nicht entmutigen und versuchen sich stets aufs Neue an diesem Kompromiss. Der neuste Versuch kommt von Sony.

Zwei in einem

Packt man den Vaio Duo 13 aus, könnte man ihn auf den ersten Blick tatsächlich für ein Tablet halten – ein etwas gross geratenes Tablet. Mit seinem 13-Zoll-Bildschirm lässt er selbst das grosse iPad klein aussehen. Und dicker ist er auch. An der dünnsten Stelle ist er immer noch so dick wie zwei iPads aufeinander (s. Bildstrecke). Mit seinen rund 1,3 Kilo kann man ihn gerade noch mit einer Hand halten. Bequemer aber ist es, wenn man ihn im Sitzen mit einem Knie stützt.

Mit einem Griff an die hintere Kante lässt sich der Bildschirm nach oben ziehen und darunter kommt eine Tastatur zum Vorschein. Der Vaio ist jetzt im Laptop-Modus. Mit seinem kantigen Design erinnert er an einen Lamborghini der 80er-Jahre. Die kurze Tastatur lässt sich gut bedienen, auch wenn es für die Handballen keinen Platz auf der Tastatur hat. Das kleine Touchpad wirkt auf den ersten Blick unbrauchbar, hat sich aber im Alltagstest bewährt. Trotzdem spielt es nur die zweite Geige. Denn bedienen soll man den neuen Vaio mit dem Finger oder dem druckempfindlichen Stift über den Touchscreen.

Probleme mit Windows und hoher Preis

Bei der Bedienung werden die Probleme von Windows 8 deutlich. Als klassisches Betriebssystem mit Maus und Tastatur kann es mit etwas Übung überzeugen. Mit der Touch-Steuerung gibt es aber regelmässig Probleme, da diese nicht durchgehend ist. Immer wieder fällt man auf den klassischen Windows-Desktop zurück, wo man doch lieber das Touchpad oder eine Maus nutzt. Schade auch, dass sich Photoshop nicht mit dem Touchscreen und dem Stift verträgt. Das Problem sei aber erkannt und man würde mit dem Software-Hersteller Adobe an einer Lösung arbeiten, teilt Sony mit.

Nebst der Tatsache, dass Windows noch nicht bereit ist für reine Touch-Steuerung, hat der neue Vaio einen weiteren gewichtigen Nachteil: den Preis. Mit einem empfohlenen Verkaufspreis zwischen 1800 und 2300 dürfte er so manches Budget sprengen. Zumal man für dasselbe Geld ein Tablet und einen Laptop kaufen kann.

Fazit

Es bleibt dasselbe Fazit, wie bei allen Laptop-Tablet-Hybriden zuvor: Die Idee ist gut, aber die Welt noch nicht bereit. Das Hauptproblem ist dabei weder beim neuen Vaio noch bei den Surface-Modellen von Microsoft die Hardware, sondern die Software. Die Hardware des Vaio wusste im Test wirklich zu gefallen: schneller Prozessor, guter Akku und selbst der Aufklappmechanismus machte einen zuverlässigen Eindruck. Aber solange die Software noch nicht so weit ist, ist man weiterhin mit einem Laptop und einem Tablet besser beraten.

Erstellt: 08.08.2013, 14:01 Uhr

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