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«Apple ist kein technologischer Vorreiter»

Der iPhone-Konzern muss nicht sympathisch, sondern nur berechenbar sein, sagt Wolf Lotter. Der Autor und«digitale Atheist» über Apple als «Weltkirche mit Vollprogramm» und Steve Jobs' «Gutsherrenart».

Reto Knobel
Apple, das gute Unternehmen, IBM das schlechte – in den 70er-Jahren war das Rollenbild noch klar (von links nach rechts ein Apple II von 1977, ein IBM-PC von 1981 und ein Macintosh von 1984). Doch diese Vorstellung «passte praktisch nie zu dem Bild, das ehemalige Apple-Mitarbeiter über die Betriebskultur in Cupertino zeichneten», schreibt der Autor Wolf Lotter: «Da war nicht sehr viel Harmonie.»
Apple, das gute Unternehmen, IBM das schlechte – in den 70er-Jahren war das Rollenbild noch klar (von links nach rechts ein Apple II von 1977, ein IBM-PC von 1981 und ein Macintosh von 1984). Doch diese Vorstellung «passte praktisch nie zu dem Bild, das ehemalige Apple-Mitarbeiter über die Betriebskultur in Cupertino zeichneten», schreibt der Autor Wolf Lotter: «Da war nicht sehr viel Harmonie.»
Keystone
Pseudoreligiöse Verehrung: Aus einem Designcomputer-Hersteller für einige wenige Gläubige ist laut Wolf Lotter...
Pseudoreligiöse Verehrung: Aus einem Designcomputer-Hersteller für einige wenige Gläubige ist laut Wolf Lotter...
Keystone
...eine «Weltkirche mit Vollprogramm» geworden. Nicht umsonst wird Firmenchef Steve Jobs (Bild) als «iGod» verehrt.
...eine «Weltkirche mit Vollprogramm» geworden. Nicht umsonst wird Firmenchef Steve Jobs (Bild) als «iGod» verehrt.
AFP
Apple ist für Kunden nicht nur ein Unternehmen, sie wollen laut Lotter eine «Heimat», eine «Orientierung». Solange es Apple gelinge, diese Integrationsshow weiter zu betreiben, könne eigentlich nichts schiefgehen.
Apple ist für Kunden nicht nur ein Unternehmen, sie wollen laut Lotter eine «Heimat», eine «Orientierung». Solange es Apple gelinge, diese Integrationsshow weiter zu betreiben, könne eigentlich nichts schiefgehen.
AFP
Geschlossene Nahrungskette: «Apple hat ein rundes Portfolio, von der Hardware...
Geschlossene Nahrungskette: «Apple hat ein rundes Portfolio, von der Hardware...
Keystone
...bis zu digitalen Diensten wie iTunes», so der Wirtschaftsexperte.
...bis zu digitalen Diensten wie iTunes», so der Wirtschaftsexperte.
Keystone
«Wer zu den Guten gehört – was immer das in dem Kontext sein soll – der wird sich leichter tun», ist Wolf Lotter überzeugt. Das ändere sich allerdings allmählich. «Der Umgang Apples mit klassischen Verlagen – rund um die iPad-Einführung und die Frage, wer bei Apps was verdient und was darf und nicht – das war eine Zäsur. Es wird härter.»
«Wer zu den Guten gehört – was immer das in dem Kontext sein soll – der wird sich leichter tun», ist Wolf Lotter überzeugt. Das ändere sich allerdings allmählich. «Der Umgang Apples mit klassischen Verlagen – rund um die iPad-Einführung und die Frage, wer bei Apps was verdient und was darf und nicht – das war eine Zäsur. Es wird härter.»
Keystone
Ist das die Chance für einen Externen? Vielleicht für Eric Schmidt, den ehemaligen Google-CEO und EX-Verwaltungsrat im Apfel-Konzern.
Ist das die Chance für einen Externen? Vielleicht für Eric Schmidt, den ehemaligen Google-CEO und EX-Verwaltungsrat im Apfel-Konzern.
Keystone
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Wolf Lotter, wie viele Apple-Gadgets haben Sie? Einen iMac zum Arbeiten und ein iPhone zum Telefonieren. Das iPhone gewöhne ich mir aber gerade ab. Es nervt mich. Ich bin zu alt für ein solches Mäuseklavier.

Waren Sie mal Macianer? Ich bin digitaler Atheist und so wahrscheinlich ein untypischer Apple-Kunde. Die pseudoreligiöse Verehrung, die in manchen Kreisen für Apple herrscht, halte ich für eine gewisse mentale Störung. Ich habe aber grossen Respekt vor den Fähigkeiten des Apple-Marketings und der Ingenieure, denen es seit langem gelingt, brauchbare und einfach zu bedienende Geräte auf den Markt zu bringen.

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