Apple-Keynote: «Amazingly langweilig»

Die Reaktionen führender Tech-Portale auf die gestrige Apple-Show: Eher kritisch, doch für eine Innovation gibts Applaus.

«Wird Apple sie bei der Stange halten können?», fragt die «New York Times»: Entwickler an der gestrigen Apple-Show.

«Wird Apple sie bei der Stange halten können?», fragt die «New York Times»: Entwickler an der gestrigen Apple-Show. Bild: Stephen Lam/Reuters

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«The Verge» konstatiert eine Öffnung bei Apple: «Die grösste Nachricht war, dass sich Apple entschlossen hat, eine Reihe von zentralen Diensten für Dritte zu öffnen: Apple Maps, Siri und iMessage. Die waren bisher abgeschottet.» Ausserdem streicht der Autor die Möglichkeit hervor, Standard-Apps zu löschen, die mit iOS 10 Einzug halten wird. Eine Funktion, die auch Starblogger John Gruber hervorhebt. Wir haben die Nichtdeinstallierbarkeit der Apps zwar auch schon kritisiert – dennoch ist es etwas seltsam, das Entfernen von Systembestandteilen als Revolution zu feiern.

Auch die «New York Times» konstatiert eine Öffnung bei Apple, nämlich gegenüber den Entwicklern: Bei flauen Umsätzen und zunehmend härterer Konkurrenz werde Apple es den Entwicklern einfacher machen, von den geballten Fähigkeiten der zugrunde liegenden Technologie zu profitieren. Sie könnten von Siri, dem Instant Messaging bis hin zu Apple Pay in ihren Apps Gebrauch machen. Doch es bleibe abzuwarten, ob das die Entwickler bei der Stange halten werde oder ob sie doch lieber tolle mobile Websites entwickeln würden, lautet das Fazit.

Mobilegeeks.de hielt die Keynote an der Entwicklerkonferenz für «amazingly langweilig». Apple sei nicht mehr willens oder in der Lage, Risiken einzugehen. Eine Ausnahme gibt es: Home, die nun endlich brauchbare Zentrale für die Heimautomatisierung. Das sei ein «pragmatischer Standard für das ganz persönliche Internet of Things». Diese Einschätzung teilen indes nicht alle. Die FAZ bezeichnet das als «Ladenhüter», dem Softwarechef Craig Federighi kaum Zeit widme, und kommentiert: «Hier gibt es offenbar weniger Spektakuläres zu berichten.»

Das Computermagazin «Chip» zeigt sich enttäuscht von der Keynote und sagt, die Neuheiten reichten nicht, um als innovativ durchzugehen: «Andere IT-Giganten reden in ihren Keynotes von Bots und künstlicher Intelligenz, und kaum jemand versteht das wirklich. Apple redet hauptsächlich über Emojis und Sticker, und alle klatschen.»

Ähnlich sieht es «Computerbild»: «Wirkliche Innovationen gab es aber nicht, bei vielen Funktionen waren die Konkurrenten Google oder Microsoft schlicht schneller als der Technikriese aus Cupertino.»

Langweilig? Manche können sogar dem etwas abgewinnen, wie zum Beispiel der Blog Patentlyapple.com, der meint, manchmal könne Langweiliges den Geistesblitz überflügeln: «Klar, wir alle würden gern vom nächsten Geniestreich hören: dem fliegenden Auto zum Beispiel.» Doch darum gehe es nicht. Entscheidend sei für die Entwickler – dem Zielpublikum der WWDC-Konferenz –, das unglaublich riesige Potenzial der Apple-Kunden anzuzapfen, die mehr für Apps ausgeben würden als alle anderen Konsumenten. «Und das ist es, was wir heute feiern!»

Erstellt: 14.06.2016, 10:15 Uhr

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