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«Damals war das iPad nur ein Gerücht»

Erstmals hat sich Julie Larson-Green detailliert zur Kritik an Windows 8 geäussert. Die neue starke Frau bei Microsoft ist überzeugt, dass die Kunden hinter dem Produkt stehen. Die Marktforscher sehen dies anders.

Glaubt, dass schon in wenigen Jahren alle Computer mit Touchscreens ausgestattet sein werden: Microsoft-Managerin Julie Larson-Green, hier in einer Aufnahme aus dem Jahr 2009.
Glaubt, dass schon in wenigen Jahren alle Computer mit Touchscreens ausgestattet sein werden: Microsoft-Managerin Julie Larson-Green, hier in einer Aufnahme aus dem Jahr 2009.
Keystone
Die studierte Betriebswirtin hat vor ein paar Wochen zusammen mit...
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Reuters
Für Steve Ballmer war die 50-Jährige «die bestmögliche Person für diesen Job».
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Microsoft
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Schwere Zeiten für Microsoft: Einer Untersuchung von Goldman Sachs zufolge ist Redmond der grosse Verlierer der Softwarewelt. In einem 75-seitigen Papier mit dem bezeichnenden Titel «The Clash of the Titans» (online nicht verfügbar) hält die Bank fest, dass das Microsoft-Betriebssystem, welches vor zwölf Jahren einen Marktanteil von 93 Prozent erreicht hat, in diesem Jahr noch auf 20 Prozent kommt – falls man den Begriff Computer weit fasst und alle mobilen Devices dazurechnet. Microsoft wäre unter dieser Prämisse von Google (Android: 42 Prozent) und Apple (iOS: 24 Prozent) überholt worden. Nummer 1 ist Microsoft nur noch im Desktop- und Notebooksegment.

Ob Windows 8 den Rank noch findet, ist fraglich. Ende November berichtete die Marktforschungsfirma NPD Group, dass der Windows-7-Nachfolger die Computerverkäufe nicht ankurbeln konnte (Redaktion Tamedia berichtete). Horace Dediu (Asymco) gelangt zu einem ähnlichen Befund. Erste Auswertungen zeigten, dass der Computermarkt nicht so stark reagiert habe wie nach Windows-Lancierungen früherer Jahre.

Computer damals und heute

Zu Dezemberbeginn hat das neue OS laut dem Web-Analytiker Net Applications die Hürde von 1 Prozent Marktanteil erreicht (Statcounter kommt auf 1,44 Prozent).

Der Hersteller indes gibt sich gelassen: Im November, so Microsoft, seien 40 Millionen Windows-8-Lizenzen verkauft worden. Gegenüber Technology Review hat die neue Windows-Chefin Julie Larson-Green nun Stellung genommen zu den Vorbehalten der Konsumenten und der Technikpresse: «Als Windows vor 25 Jahren konzipiert wurde, waren die Erwartungen, wie man mit einem Computer umgeht, völlig anders: Man stellte das Gerät mit einem Bildschirm auf den Schreibtisch. Auf dem Display gab es ein Fenster. Der Nutzer hat dieses hin- und hergeschoben und andere Fenster geöffnet.»

Zwei Tage bis zwei Wochen

Tempi passati: In wenigen Jahren, so Larson-Green, werden fast alle Computer via Touchscreen bedient werden können. Nutzer würden sich allen Unkenrufen zum Trotz sehr schnell mit der neuen Kacheloberfläche anfreunden können. Im Interview zeigt sich Larson-Green etwas enerviert über die Windows-8-Berichterstattung: «Einige Leute, die es (das neue Windows) kurze Zeit getestet haben, können gar nicht erahnen, wie wertvoll das Produkt in Wirklichkeit ist.»

Heavy User von älteren Windows-Versionen und Leute, die nach 20 Minuten bereits ein Urteil fällen, würden vielleicht wenig Gefallen am neuen Betriebssystem finden. Dabei hätten Untersuchungen gezeigt, dass man die Windows-8-Oberfläche in zwei Tagen bis spätestens zwei Wochen begriffen habe. Viele Nutzer hätten von Anfang an überhaupt keine Probleme damit.

Windows 8 schon vor dem iPad angedacht

Microsoft verfolge die Entwicklung in Richtung Touchscreen übrigens nicht erst seit der Lancierung des iPad. «Wir begannen mit der Windows-8-Planung im Juni 2009, noch bevor Windows 7 ausgeliefert wurde. Damals war das iPad nur ein Gerücht.» Das 2010 lancierte iPad habe sie erst gesehen, als die Arbeiten am neuen Windows-Design bereits abgeschlossen worden seien.

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