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Das kann Googles Wolken-Notebook

Beim Chromebook Pixel spielt sich alles im Web und in Google-Diensten ab. Wir haben getestet, wie gut sich der MacBook-Air-Rivale im Alltag schlägt.

Das Chromebook Pixel läuft mit Googles Betriebssystem Chrome – auf dem Notebook sind sämtliche Dienste des Konzerns installiert. Starten kann man die Hardware nur mit einem Google-Konto.
Das Chromebook Pixel läuft mit Googles Betriebssystem Chrome – auf dem Notebook sind sämtliche Dienste des Konzerns installiert. Starten kann man die Hardware nur mit einem Google-Konto.
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Googles Chromebook Pixel setzt komplett auf Cloud-Computing: Am besten arbeiten lässt sich, wenn man online ist. Bei der Präsentation der Hardware im Februar prophezeite Google-Manager Sundar Pichai kühn: «Die Leute werden dafür das MacBook Air aufgeben.»

Zuerst der Blick auf die Äusserlichkeiten: Das Erscheinungsbild der 1,5 Kilogramm schweren und 17 Millimeter dünnen Hardware überzeugt. Das gefräste, kantige Alugehäuse macht einen hochwertigen Eindruck. Getreu dem Cloud-Computing-Gedanken verzichtet Google beim Chromebook Pixel auf ein optisches Laufwerk. Über der Tastatur findet man Knöpfe für die Helligkeit, Lautstärke oder zum Beispiel das Blättern. Über eine Taste gelangt man direkt in die Suche.

Display – ein Highlight

Ein Highlight ist der 12,85 Zoll grosse Bildschirm: Das Ergebnis der Auflösung von 2560 x 1700 Pixel sind gestochen scharfe Bilder und Videos, die Farbtreue und -intensität ist sehr hoch. Der Effekt ist vergleichbar mit Apples Retina-Display: Setzt man sich nach einiger Zeit wieder vor ein Notebook mit durchschnittlicher Auflösung, wirkt dort alles einen Tick unscharf. Das Display mit Gorilla-Glas ist auch ein Touchscreen und reagiert im Test sehr gut auf Eingaben und Fingergesten.

Beim Speicher ist Google geizig – kein Wunder, wenn alles in der Cloud landen soll. Der Flashspeicher beträgt 32 Gigabyte. Im Gehäuse steckt ein i5-Prozessor von Intel, der Arbeitsspeicher beträgt 4 Gigabyte. Für den Web-Gebrauch reicht das aus. Bei den Anschlüssen ist Google jedoch nicht vorne dabei: Zwei USB-2.0-Anschlüsse und Minidisplay-Port sind nicht mehr State of the Art. Auch mit Bluetooth 3.0 (mittlerweile bei 4.0) ist man nicht auf dem neusten Stand.

Google-Konto ist Pflicht

Bevor man mit dem Chromebook Pixel überhaupt arbeiten kann, muss man sich mit seinem Google-Konto anmelden. Dies ist gleichzeitig auch das Login für weitere Sessions. Als Betriebssystem kommt Googles Chrome OS zum Einsatz, das praktisch über eine virtuelle Festplatte im Internet läuft. Die Laptops sind dabei mit dem vor einem Jahr gestarteten Onlinespeicherdienst Google Drive verknüpft, mit dem Nutzer Fotos, Videos, Musik und andere Daten im Netz verwalten und von überall darauf zugreifen können.

Google, Google und nochmals Google

Das Notebook ist ohnehin komplett auf die Dienste des Konzerns ausgerichtet. Ob Browser, Maildienst und den bereits erwähnten Cloud-Service Drive – gearbeitet wird ausschliesslich mit Google-Diensten. Datenschutzexperten warnen immer wieder davor, mehrere Dienste beim selben Anbieter zu nutzen, weil sich dadurch ein ziemlich gutes Bild über Nutzer ergeben kann.

Fast jede Aktion in Chrome spielt sich letztlich auf Websites ab. Unten links auf dem Display befinden sich die fix verankerten Symbole für Chrome-Browser, Gmail, Suche, Google Drive (Office-Alternative mit Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Powerpoint-Alternative, Kalender und Cloud-Dienst) und Youtube. Lediglich die Reihenfolge lässt sich verändern. Von hier aus gelangt der Nutzer auch zu weiteren Google-Diensten wie Google Docs oder Google+. Im Chrome Web Store findet man weitere Web-Apps – man lädt sie also nicht herunter, meistens handelt es sich lediglich um Verlinkungen auf Websites. Richtige Apps findet man kaum.

Offline-Hintertürchen

Auch wenn das Chromebook Pixel auf den Onlinebetrieb ausgerichtet ist, hat Google für den Offlinebetrieb vorgesorgt. Dokumente lassen sich offline bearbeiten und werden auf dem Flashspeicher zwischengelagert. Bei der nächsten Internetverbindung landen die Daten dann in der Cloud. Dank der App «Dateien» kann man Downloads, Drive-Dateien und Daten von USB-Sticks oder SD-Karten speichern. Zudem hat man die Möglichkeit, Bilder in einem Editor zu bearbeiten.

Fazit

Wer schon jetzt von Google-Diensten überzeugt ist und mehrere Services des Konzerns nutzt, wird mit dem Pixel-Gerät die Vollendung finden, weil hier alle Services ineinanderspielen. Das dürfte bei einigen Nutzern aber auch ein Unbehagen auslösen: Datenschützer warnen immer wieder davor, mehrere oder gar alle Dienste beim selben Anbieter zu nutzen, weil er dadurch viele Informationen über den Nutzer erhält.

Obwohl Cloud-Computing in aller Munde ist, wird sich der eine oder andere Nutzer trotzdem zuerst an den Gedanken gewöhnen müssen, dass sich beim Pixel-Chromebook wirklich alles in der Datenwolke abspielt. Es dürfte genügend Anwender geben, die im Cloud-Computing in erster Linie eine Backup-Möglichkeit sehen, um beispielsweise die Daten von der Festplatte zu sichern.

Auf der Hardwareseite überzeugen das Design, die Wertigkeit und der hochauflösende Touchscreen. Die Akkuleistung ist allerdings durchschnittlich, wie verschiedene Tests zeigen. Dabei könnte man erwarten, dass das cloudbasierte Arbeiten nicht so ressourcenhungrig ist.

Das Chromebook Pixel wurde uns von Digitec.ch zur Verfügung gestellt und kostet 1599 Franken. Es handelt sich um eine US-Version mit US-Tastatur-Layout (QWERTY).

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