Zum Hauptinhalt springen

Der Kampfpilot, ein Golfer und ein Apotheker

Die alte Fehde zwischen den beiden IT-Alphatieren Larry Ellison und Hasso Plattner steuert auf einen Höhepunkt zu. Ein Gericht muss klären, ob SAP Oracle ausspioniert hat. Dabei geht es um viel Geld. Aber nicht nur.

rek
Selbstdarsteller: Oracle-Chef Larry Ellison liebt es, im Rampenlicht zu stehen.
Selbstdarsteller: Oracle-Chef Larry Ellison liebt es, im Rampenlicht zu stehen.
Reuters
Das deutsche Softwareunternehmen SAP ist ihm schon lange ein Dorn im Auge. Seit Jahren lässt Ellison keine Gelegenheit aus, SAP schlecht zu machen.
Das deutsche Softwareunternehmen SAP ist ihm schon lange ein Dorn im Auge. Seit Jahren lässt Ellison keine Gelegenheit aus, SAP schlecht zu machen.
Reuters
SAP-Chef Hasso Plattner (rechts) hat mit dem ehemaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder einen prominenten Freund. Oracle-Chef Larry Ellison und SAP-Mitgründer Hasso Plattner allerdings sind sich spinnefeind.
SAP-Chef Hasso Plattner (rechts) hat mit dem ehemaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder einen prominenten Freund. Oracle-Chef Larry Ellison und SAP-Mitgründer Hasso Plattner allerdings sind sich spinnefeind.
Reuters
Hasso Plattner (links) muss sich mit einem schwerwiegenden Softwarediebstahl herumschlagen. Sein Unternehmen wurde von Servicemitarbeitern einer kleinen US-Tochterfirma ans Messer. Die Angestellten hatten Oracle-Produkte im Auftrag von Firmenkunden gewartet. Um die Oracle-Software aber in Schuss halten zu können, luden die Mitarbeiter mehrfach Daten von der Website des Rivalen herunter - und genau das hätten sie nicht tun dürfen. Oracle entdeckte die illegalen Downloads und verklagte SAP 2007.
Hasso Plattner (links) muss sich mit einem schwerwiegenden Softwarediebstahl herumschlagen. Sein Unternehmen wurde von Servicemitarbeitern einer kleinen US-Tochterfirma ans Messer. Die Angestellten hatten Oracle-Produkte im Auftrag von Firmenkunden gewartet. Um die Oracle-Software aber in Schuss halten zu können, luden die Mitarbeiter mehrfach Daten von der Website des Rivalen herunter - und genau das hätten sie nicht tun dürfen. Oracle entdeckte die illegalen Downloads und verklagte SAP 2007.
Reuters
Der Gerichtssaal auf heimischem Boden scheint für Oracle die perfekte Bühne. Die Liste der möglichen Zeugen liest sich wie ein Who-is-Who der Unternehmenssoftware-Welt: Neben Ellison und Plattner ist auch Werner Brandt und der ehemalige SAP-Chef Leo Apotheker (Bild) dabei.
Der Gerichtssaal auf heimischem Boden scheint für Oracle die perfekte Bühne. Die Liste der möglichen Zeugen liest sich wie ein Who-is-Who der Unternehmenssoftware-Welt: Neben Ellison und Plattner ist auch Werner Brandt und der ehemalige SAP-Chef Leo Apotheker (Bild) dabei.
Reuters
1 / 7

Der Erzrivale Oracle bezichtigt SAP, das Unternehmen aus dem baden- württembergischen Walldorf, Geschäftsgeheimnisse gestohlen zu haben und verlangt Schadenersatz in Milliardenhöhe. Letztlich geht es dabei aber wohl nicht nur um Geld, sondern auch um persönliche Eitelkeiten.

Oracle-Chef Larry Ellison und SAP-Mitgründer Hasso Plattner haben die Liebe zum Hochsee-Segeln gemein, sind sich in allen anderen Bereichen jedoch spinnefeind. Seit Jahren lässt Ellison keine Gelegenheit aus, Plattner und sein Unternehmen schlecht zu machen.

Servicemitarbeiter einer kleinen US-Tochterfirma lieferten SAP letztlich ans Messer. Die Mitarbeiter hatten Oracle-Produkte im Auftrag von Firmenkunden gewartet. Um die Oracle-Software aber in Schuss halten zu können, luden die Mitarbeiter mehrfach Daten von der Website des Rivalen herunter - und genau das hätten sie nicht tun dürfen. Oracle entdeckte die illegalen Downloads und verklagte SAP 2007.

Streit um Höhe der Entschädigung

Der passionierte Golfer Plattner gab den Datendiebstahl längst zu und erklärte sich auch bereit, den tatsächlich verursachten Schaden zu ersetzen. Allerdings müsse die Entschädigung angemessen sein, sagt ein Firmensprecher. Und genau hier scheiden sich die Geister: Während SAP in Millionen denkt, nennt Oracle eine Milliardensumme. SAP legte vorsorglich schon mal weitere 60 Millionen Dollar zur Seite und erhöhte die Rückstellungen damit auf 160 Millionen Dollar.

Der Gerichtssaal auf heimischem Boden scheint für die Amerikaner die perfekte Bühne. Die Liste der möglichen Zeugen liest sich wie ein Who-is-Who der Unternehmenssoftware-Welt: Ellison und Plattner sind dabei, aber auch SAP-Finanzchef Werner Brandt und der ehemalige SAP-Chef Léo Apotheker.

Ellison tritt nach

Mit dessen Vorladung trat Oracle-Chef Ellison gleich auch noch Hewlett-Packard ans Schienbein. Apotheker ist vor kurzem auf den Chefposten beim weltgrössten Computerhersteller berufen worden, der mit Oracle bei Grossrechnern konkurriert.

Aus heiterem Himmel trat Ellison in der Nacht zu Mittwoch noch einmal nach. Er wiederholte seine Vorwürfe, dass das System der Industriespionage unter Apothekers Schutz gestanden habe. Ein grosser Teil des Diebstahls passierte laut Ellison, als Apotheker Vorstandsvorsitzender von SAP war. Das werde er vor Gericht beweisen.

Unterhaltung vom Feinsten

Ellison hatte Oracle mit milliardenschweren Zukäufen zum zweitgrössten Anbieter von Software gemacht, mit der Unternehmen ihre Geschäfte steuern und überwachen. Dazu gehört etwa die Buchhaltung oder die Verwaltung von Kundendaten. Nummer eins in dem Geschäft ist aber weiterhin SAP - was Ellison ungemein wurmt.

Ein Aufeinandertreffen von Ellison und Plattner im Gerichtssaal könnte höchsten Unterhaltungswert haben. Die Feindschaft zwischen den beiden treibt teils seltsame Blüten.

Rivalität auch beim Segeln

Als während einer Regatta bei der Jacht von SAP-Mitgründer Hasso Plattner der Mast brach, soll ein Boot von Oracle einfach vorbeigesegelt sein. Der Legende nach revanchierte sich Plattner auf seine Art: Er zeigte der anderen Crew den nackten Hintern. Egal ob Seemannsgarn oder nicht, die Geschichte zeigt, dass eine gütliche Einigung vor Gericht eher unwahrscheinlich ist.

(SDA)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch