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Der Schweiz fehlen die Informatiker

In der Schweiz werden zu wenig Informatiker ausgebildet. Am «Tag der Informatik» will die Branche Jugendliche mit Game-Workshops, Google-Besuch und Börni-Konzert für den Beruf begeistern.

In der Schweiz haben in den letzten Jahren immer weniger Studiengänger an Universitäten und technischen Hochschulen im Fach Informatik abgeschlossen. Die Branche will am 29. August Jugendlichen demonstrieren, wie vielseitig Informatik sein kann. Sie können auf einfache Weise Games oder Internetseiten programmieren, aus nächster Nähe Google kennen lernen, Wissenswertes übers Bloggen erfahren oder an einer digitalen Grillparty teilnehmen. Sogar der legendäre Chaos Computer Club, bekannt für spektakuläre Hacker-Aktionen, ist zu Gast.

Informatik an Gymnasien bringen

Jugendliche sind zwar versiert im Umgang mit Computer und Software, begeistern sich deswegen aber noch lange nicht für die wissenschaftliche Seite der Informatik. Dabei sei die Arbeit sehr «kreativ und eine spannende Erlebnisreise», sagt Dr. Paul Kleiner. Er ist Geschäftsführer der Hasler Stiftung, die sich dafür einsetzt, dass Informatik an Schweizer Gymnasien an Bedeutung gewinnt. Man habe sich zu stark auf die Handhabung der Computer konzentriert. Dadurch sei das Verständnis für Informatik als Wissenschaft in den Hintergrund gerückt. Auch als fakultatives Fach an den Kantonsschulen habe das Thema über die Jahre an Bedeutung verloren.

«Berufsbild bekannter machen»

Vielleicht sind es auch Berührungsängste. «Viele Menschen verstehen nicht, was ein Informatiker tut. Wir müssen das Berufsbild bekannter machen», sagt Karl Landert, Leiter IT bei der Credit Suisse. Besonders für Finanzdienstleistungen – zum Beispiel Online-Banking - werden Fachkräfte gesucht. «Wir werden noch nicht als eigener Industriezweig wahrgenommen», sagt André Golliez von der informatica08. Das Projekt hat 2008 zum Jahr der Informatik erklärt und wirbt für die verschiedenen Informatikberufe. «Andere Wirtschaftszweige, wie zum Beispiel die Landwirtschaft, haben eine lange Tradition und entsprechende Lobby, die uns noch fehlt.»

«Freaks»

Als Grund für den fehlenden Nachwuchs wird auch die Internetkrise 2001 genannt. Weil damals viele Unternehmen Pleite gingen, sank das Vertrauen in die Informatikberufe. Die Jobs wurden als unsicher eingestuft. Auch Klischees sind verbreitet. IT-Fachleute werden zwar als intelligent, aber auch als unsportliche «Freaks» eingestuft, die im stillen Kämmerlein vor sich hinprogrammieren und nicht kommunikativ sind. Diesen Klischees zeigt die Branche ein prominentes Gegenbeispiel: die Schweizer Sängerin Börni. Sie ist ausgebildete Informatikern und wird am «Tag der Informatik» zwei Konzerte geben, aber auch gemeinsam mit den Jugendlichen ein Game programmieren.

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