Zum Hauptinhalt springen

Der spendable Milliardär, dem die Konkurrenz den Hintern zeigt

Larry Ellison fliegt einen Jet, gehört zu den Superreichen um Warren Buffett, die sich zur Wohltätigkeit verpflichtet haben, und kritisiert Verwaltungsräte als «Idioten». Wer ist der Freund von Steve Jobs?

rek
Larry Ellison zählt zu den erfolgreichsten Computerpionieren von Silicon Valley. Er hat beschlossen, dereinst 95 Prozent seines Vermögens für Wohltätigkeit wegzugeben.
Larry Ellison zählt zu den erfolgreichsten Computerpionieren von Silicon Valley. Er hat beschlossen, dereinst 95 Prozent seines Vermögens für Wohltätigkeit wegzugeben.
Reuters
Februar 2010: Alinghi-Eigner Ernesto Bertarelli (links) gratuliert BMW-Oracle-Chef Larry Ellison zum Sieg im America's Cup.
Februar 2010: Alinghi-Eigner Ernesto Bertarelli (links) gratuliert BMW-Oracle-Chef Larry Ellison zum Sieg im America's Cup.
Reuters
1 / 4

Er ist immer laut. Auch dieses Mal. In einem Mail an die «New York Times» zeigt sich der Oracle-Chef Larry Ellison erbost über den erzwungenen Rücktritt von Mark Hurd (Redaktion Tamedia berichtete). Der Hewlett-Packard-Chef musste nach Vorwürfen sexueller Belästigung den Hut nehmen – obwohl keine Beweise vorliegen.

Dies sei «die schlechteste Personalentscheidung, seit Idioten im Apple-Direktorium Steve Jobs vor vielen Jahren gefeuert haben». Der Verwaltungsrat von HP habe nicht im Sinne der Firma entschieden, als er Hurd dazu gezwungen habe, sein Amt niederzulegen. Tatsächlich steht der Verwaltungsrat des weltgrössten Computerherstellers vor einem Scherbenhaufen: Seit dem Abgang von Hurd hat die HP-Aktie massiv an Wert verloren – zuvor hatte sich der Wert der HP-Aktie während der fünfjährigen Amtszeit von Hurd mehr als verdoppelt.

Er will 95 Prozent seines Vermögens spenden

Bereits vor wenigen Tagen sorgte Ellison für Schlagzeilen. Er ist einer von 40 Superreichen, die sich Anfang August öffentlich verpflichteten, mindestens die Hälfte ihres Vermögens zu spenden. Der in der New Yorker Bronx geborene und in Chicago aufgewachsene Larry Ellison sagte, er habe schon vor Jahren beschlossen, 95 Prozent seines Vermögens einmal für Wohltätigkeit wegzugeben. «Ich habe bereits Hunderte Millionen Dollar in Gesundheit und Bildung investiert – im Stillen. Warum ich jetzt damit an die Öffentlichkeit gehe? Weil Warren Buffett glaubt, wir könnten damit ein Beispiel geben und andere motivieren.»

Larry Ellison, ein Gutmensch? Dieses Bild passt so gar nicht in die bisher bekannten Geschichten über den Mann, der am 17. August seinen 66. Geburtstag feiern darf. Denn Ellison ist der vielleicht extravaganteste Superreiche überhaupt. So besitzt «der EDV-Guru, ein Manager mit gewaltigem Hang zur Extravaganz» («Süddeutsche») unter anderem ein mehrere hundert Millionen teures Anwesen im Stil eines japanischen Dorfes, fliegt einen italienischen Kampfjet und segelt eine der teuersten Jachten der Welt.

Die Konkurrenz muss bluten

Mit dem Reichtum prahlt er nicht – er provoziert, wie folgende Episode zeigt. Vor 14 Jahren lieferten sich Hasso Plattner, damals SAP-Chef, und Ellison mit ihren Superbooten ein Rennen vor Hawaii. Plattners Jacht erlitt Mastbruch, es gab Verletzte. Jeder andere Konkurrent hätte das Rennen abgebrochen und der Besatzung geholfen, nicht aber Ellison. Er fuhr am havarierten SAP-Schiff vorbei und filmte Plattners Pleite. Dieser war so verärgert, dass alle Männer auf dem Schiff in «Braveheart»-Manier Ellison den nackten Hintern zeigten.

Vielleicht aber bekommen Ellisons Aggressivität nur diejenigen zu spüren, die in seiner Liga spielen. Laut Mike Wilson, Autor der Biographie «Der Unterschied zwischen Gott und Larry Ellison», schenkte er einem Medizinstitut, in dem er nach einem Velounfall wieder zusammengeflickt wurde, fünf Millionen Dollar.

Kritiker werden einwerfen: Fünf Millionen sind Kleingeld für einen Mann, der laut «Forbes» der sechstreichste US-Amerikaner und gemäss dem «Wall Street Journal» der bestverdienende Mann überhaupt ist (Jahresverdienst: 1,8 Milliarden Dollar). Das mag stimmen – aber wenn der Softwareguru sein letzte Woche gemachtes Versprechen wahr macht, kommen später nicht nur ein paar Millionen, sondern viele Milliarden Dollar hinzu.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch