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Die programmierte Paarung

Eine neue Software erhöht die Überlebenschancen bedrohter Tierarten. Das Programm wurde von Berner Forschern mitentwickelt.

Eine neue Computer-Software erleichtert die Wiederansiedlung bedrohter Tierarten: Das Programm liefert wertvolle Informationen, damit ein stabiler Bestand gezüchtet werden kann.Entwickelt wurde die Software von einem italienisch-bernischen Forscherteam.

Die Wissenschafter wollten wissen, warum sich vom Adria-Stör (Acipenser naccarii) bislang keine Population aufbauen liess. Heute existieren gerade noch 25 Tiere, wie die Universität Bern am Donnerstag mitteilte.

Seit langem versuchten Fischzüchter in der Lombardei, die Tiere zu verpaaren und die Jungen auszusetzen. Ohne Erfolg: Inzucht machte dem Projekt in Brescia einen Strich durch die Rechnung.

Inzucht verringert Wachstum

«Bei der Paarung unter Verwandten geben die Fische nur einen Teil der genetischen Vielfalt an die nächste Generation weiter», erklärte die Berner Bio-Informatikerin Isabelle Dupanloup gemäss Communiqué. Dieser «Flaschenhals-Effekt» verkleinere die Diversität mit jeder Generation.

Die Inzucht verringere ausserdem Wachstum, Fortpflanzung und Lebensfähigkeit der neuen Generation. Die nun entwickelte Software erlaube deshalb die gezielte Auswahl einzelner Tiere zur Fortpflanzung.

Auf andere Tierarten anwendbar

Nach der genetischen Identifizierung der Individuen durch Züchter oder Naturschützer konstruiert die Software eine Matrix, aus der die Verwandtschaft der Fische ersichtlich wird. So kann sichergestellt werden, dass möglichst nicht verwandte Individuen miteinander verpaart werden.

Das Programm wurde für den Adria-Stör entwickelt. Grundsätzlich sei es aber auch auf andere bedrohte Arten anwendbar, betonen die Forscher laut Universität Bern.

SDA/rek

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