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Die schlimmsten Software-Pleiten der Schweizer Verwaltungen

Für ein neues Informatiksystem muss das Stadtzürcher Sozialdepartement fast 30 statt 11 Millionen Franken aufwenden. Die Geschichte der gescheiterten IT-Projekte der öffentlichen Verwaltung zeigt: Es geht noch viel schlimmer.

Reto Knobel
Hunderte nicht kompatible Informatiksysteme und ein ausuferndes Führungsinformationssystem FIS für 750 Millionen Franken: Die Informatikprobleme der Schweizer Armee sind legendär.Laut der Zeitung «Sonntag» werden in der ersten Dekade des 21. Jahrhunderts beim VBS «Hunderte von Millionen in Berater investiert», weil niemand den Überblick über die EDV-Architektur hat.Die wichtigsten Berater sind der 2000 von Armeechef André Blattmann (rechts im Bild neben VBS-Chef Ueli Maurer) eingesetzte Herbert Jost sowie Ex-Swisscom-Chef Jens Alder, der 200'000 Franken plus Spesen verdient, für ein Nebenamt notabene.
Hunderte nicht kompatible Informatiksysteme und ein ausuferndes Führungsinformationssystem FIS für 750 Millionen Franken: Die Informatikprobleme der Schweizer Armee sind legendär.Laut der Zeitung «Sonntag» werden in der ersten Dekade des 21. Jahrhunderts beim VBS «Hunderte von Millionen in Berater investiert», weil niemand den Überblick über die EDV-Architektur hat.Die wichtigsten Berater sind der 2000 von Armeechef André Blattmann (rechts im Bild neben VBS-Chef Ueli Maurer) eingesetzte Herbert Jost sowie Ex-Swisscom-Chef Jens Alder, der 200'000 Franken plus Spesen verdient, für ein Nebenamt notabene.
Reuters
Apropos Solothurn: 2001 gilt der Kanton als mutiger Vorreiter, weil er der Erste ist, welcher in der ganzen Verwaltung nicht auf Microsoft, sondern auf Linux setzt.2011 ist alles anders: Die Open-Software-Strategie ist gescheitert, auf Linux wird fast ganz verzichtet, stattdessen kommt wieder Windows zum Einsatz – das Aus auch für Kurt Bader, Chef des Amtes für Informatik und Organisation, der bereits 2010 seinen Job abgibt. Ein Jahr zuvor noch ehrt die Swiss Open Systems User Group Bader mit dem Pioneer Award.
Apropos Solothurn: 2001 gilt der Kanton als mutiger Vorreiter, weil er der Erste ist, welcher in der ganzen Verwaltung nicht auf Microsoft, sondern auf Linux setzt.2011 ist alles anders: Die Open-Software-Strategie ist gescheitert, auf Linux wird fast ganz verzichtet, stattdessen kommt wieder Windows zum Einsatz – das Aus auch für Kurt Bader, Chef des Amtes für Informatik und Organisation, der bereits 2010 seinen Job abgibt. Ein Jahr zuvor noch ehrt die Swiss Open Systems User Group Bader mit dem Pioneer Award.
Keystone
Die kantonalen Kassen arbeiten mit 30-jährigen (!) Programmen, die Umstellung auf aktuelle Software gestaltet sich als ein Desaster. Laut der «SonntagsZeitung» belaufen sich die Kosten der IT-Neuentwicklung in 16 Kantonen auf eine Viertelmilliarde Franken – statt 80 Millionen Franken wie budgetiert.
Die kantonalen Kassen arbeiten mit 30-jährigen (!) Programmen, die Umstellung auf aktuelle Software gestaltet sich als ein Desaster. Laut der «SonntagsZeitung» belaufen sich die Kosten der IT-Neuentwicklung in 16 Kantonen auf eine Viertelmilliarde Franken – statt 80 Millionen Franken wie budgetiert.
Keystone
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«Millionen wegprogrammiert» titelte der «Tages-Anzeiger» einen Artikel über die aus dem Ruder laufenden Kosten des neuen Informatiksystems für das Stadtzürcher Sozialdepartement: 2006 ging man von Kosten von 11,6 Millionen Franken aus, 2007 waren es 12,08, dann 22 und 2011 schon 29,5 Millionen.

Dass Softwareprojekte kostenmässig aus dem Ruder laufen und oft sogar scheitern, kommt leider immer wieder vor. Die in unserer Bildstrecke gezeigten Beispiele von IT-Desastern in der öffentlichen Verwaltung der Schweiz zeigen, dass je nach Grösse des Projekts sogar dreistellige Millionenbeträge in den Sand gesetzt werden.

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