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Die schnellsten Computer der Welt

China hat jetzt den leistungsfähigsten Computer der Welt. Er schafft 2,5 Milliarden Millionen Rechenoperation pro Sekunde. Die USA haben das Nachsehen.

Gross im Kommen: Das Reich der Mitte ist jetzt auch im IT-Bereich ein ganz Grosser.
Gross im Kommen: Das Reich der Mitte ist jetzt auch im IT-Bereich ein ganz Grosser.
Keystone
Tianhe-1 steht im Nationalen Zentrum für Supercomputer in der nordchinesischen Hafenstadt Tianjin
Tianhe-1 steht im Nationalen Zentrum für Supercomputer in der nordchinesischen Hafenstadt Tianjin
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Nicht an der Spitze, aber umweltfreundlich: Am 6. Mai wurde in Zürich der neue Hochleistungsrechner Aquasar in Betrieb genommen. Der von der ETH Zürich und IBM entwickelte Computer wird mit heissem Wasser anstelle mit Luft gekühlt, welches einen energiesparenden und umweltfreundlichen Betrieb ermöglicht. Die abgeführte Wärme wird direkt an die Gebäudeheizung weitergegeben.
Nicht an der Spitze, aber umweltfreundlich: Am 6. Mai wurde in Zürich der neue Hochleistungsrechner Aquasar in Betrieb genommen. Der von der ETH Zürich und IBM entwickelte Computer wird mit heissem Wasser anstelle mit Luft gekühlt, welches einen energiesparenden und umweltfreundlichen Betrieb ermöglicht. Die abgeführte Wärme wird direkt an die Gebäudeheizung weitergegeben.
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Tianhe-1 kommt auf eine Leistung von 2,507 Petaflops, das sind 2,507 Billiarden Rechenoperation pro Sekunde, hiess es am Donnerstag auf mehreren chinesischen Websites.

Der Supercomputer Tianhe-1 arbeitet nach Angaben des Grafikkarten-Spezialisten Nvidia mit einer Mischung aus 14'336 Mehrkernprozessoren (CPU) und 7168 Grafikprozessoren (GPU). Ohne die Grafikprozessoren wären mehr als 50'000 CPUs notwendig gewesen.

Der Superrechner mit US-Technik

Allerdings haben die Chinesen zum Bau ihres prestigeträchtigen Supercomputers zum grössten Teil Chips «made in USA» benutzt. Der übersetzt «Milchstrasse» genannte Rechner wurde im Nationalen Zentrum für Supercomputer in der chinesischen Hafenstadt Tianjin aufgestellt, wie die Nachrichtenagentur Xinhua berichtete.

Das dortige Wetteramt und die nationale Offshore-Ölbohrgesellschaft habe ihn bereits getestet. «Er kann auch für die Animationsindustrie oder biomedizinische Forschung eingesetzt werden», sagte der Leiter des Computerzentrums, Liu Guangming.

Der Jaguar hat das Nachsehen

Tianhe-1 ist deutlich schneller als der bisherige Spitzenreiter aus den USA, der Jaguar genannte Computer des US-Energieministeriums in Oak Ridge in Tennessee, der auf 1,759 Petaflops kommt. Eine offizielle Liste der Supercomputer soll am Freitag veröffentlicht werden. Der US-Experte Jack Dongarra, der die internationale Liste der schnellsten Rechner verwaltet, sagte der «New York Times», der Rechner werde damit die bisherige Nummer eins klar abhängen.

Drittgrösster Rechner ist (Stand Sommer 2010) ebenfalls ein chinesisches Modell. Nebulae schafft 1,27 Petaflops. Der Computer aus dem National Supercomputing Centre in Shenzen war der erste Petaflop-Rechner im Reich der Mitte.

«Zeigen, dass sie Nummer eins in der Welt sind»

Es ist nicht das erste Mal, dass ein asiatischer Rechner den USA den Spitzenplatz streitig macht. 2002 hatte wurde in Japan eine Maschine vorgestellt, die so viel Rechenkraft hatte wie die damals 20 schnellsten US-Rechner zusammen. Nachdem Japan den Spitzenplatz längst wieder verloren hat, arbeitet es derzeit an einem neuen Supercomputer, der K Computer getauft wurde, um wieder ins Rennen zu gehen.

Beunruhigend sei der chinesische Führungsplatz nicht, sagte Computer-Designer Steven J. Wallach der «New York Times». «Es ist interessant», sagte er. «Aber die Welt dreht sich weiter.» Die Dinge könnten sich schnell wieder ändern. Die Chinesen wollten halt «zeigen, dass sie Nummer eins in der Welt sind - egal bei was».

Wofür braucht man die Maschinen?

Supercomputer werden für komplexe Berechnungen gebraucht, etwa für Wetter- und Klimamodelle, die Simulation von Atombombenexplosionen und die Konzeption von Flugzeugen.

Laut Zdnet.de steht China mit insgesamt 24 Supercomputern auf der Top-500-Liste gemeinsam mit Deutschland auf dem vierten Platz. Vor ihnen sind die USA, Grossbritannien und Frankreich platziert.

dapd/afp/rek

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