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«Die wichtigsten Leute werden am schnellsten verheizt»

Warum kommt es immer wieder zu millionenteuren Informatikdebakeln? «Es ist so, als würde man beim Bau eines Schranks anfangen, die Bretter zu sägen, bevor man die Masse kennt», sagt Peter Siwon.

Hunderte nicht kompatible Informatiksysteme und ein ausuferndes Führungsinformationssystem FIS für 750 Millionen Franken: Die Informatikprobleme der Schweizer Armee sind legendär.Laut der Zeitung «Sonntag» werden in der ersten Dekade des 21. Jahrhunderts beim VBS «Hunderte von Millionen in Berater investiert», weil niemand den Überblick über die EDV-Architektur hat.Die wichtigsten Berater sind der 2000 von Armeechef André Blattmann (rechts im Bild neben VBS-Chef Ueli Maurer) eingesetzte Herbert Jost sowie Ex-Swisscom-Chef Jens Alder, der 200'000 Franken plus Spesen verdient, für ein Nebenamt notabene.
Hunderte nicht kompatible Informatiksysteme und ein ausuferndes Führungsinformationssystem FIS für 750 Millionen Franken: Die Informatikprobleme der Schweizer Armee sind legendär.Laut der Zeitung «Sonntag» werden in der ersten Dekade des 21. Jahrhunderts beim VBS «Hunderte von Millionen in Berater investiert», weil niemand den Überblick über die EDV-Architektur hat.Die wichtigsten Berater sind der 2000 von Armeechef André Blattmann (rechts im Bild neben VBS-Chef Ueli Maurer) eingesetzte Herbert Jost sowie Ex-Swisscom-Chef Jens Alder, der 200'000 Franken plus Spesen verdient, für ein Nebenamt notabene.
Reuters
Windows Vista ist auch in der Stadt Zürich höchst umstritten: 2008 spricht sich der Gemeinderat der Stadt Zürich gegen die Umrüstung auf dieses Betriebssystem aus.Dennoch werden 2011 die letzten 4000 Computer der städtischen Verwaltung auf Vista umgerüstet – auf ein Programm also, das selbst Hersteller Microsoft offen als Flop bezeichnet.
Windows Vista ist auch in der Stadt Zürich höchst umstritten: 2008 spricht sich der Gemeinderat der Stadt Zürich gegen die Umrüstung auf dieses Betriebssystem aus.Dennoch werden 2011 die letzten 4000 Computer der städtischen Verwaltung auf Vista umgerüstet – auf ein Programm also, das selbst Hersteller Microsoft offen als Flop bezeichnet.
Reuters
Das Schengen-Informationssystem (SIS) kommt den Bund teuer zu stehen ( berichtete). Die Informatik ist bis heute der grösste Kostentreiber in der Schengen-Dublin-Mitgliedschaft. Rund 80 Millionen Franken gibt das Eidgenössische Justizdepartement für die Informatik aus, hinzu kommen laut SDA 20 Millionen Betriebskosten.
Das Schengen-Informationssystem (SIS) kommt den Bund teuer zu stehen ( berichtete). Die Informatik ist bis heute der grösste Kostentreiber in der Schengen-Dublin-Mitgliedschaft. Rund 80 Millionen Franken gibt das Eidgenössische Justizdepartement für die Informatik aus, hinzu kommen laut SDA 20 Millionen Betriebskosten.
Keystone
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Peter Siwon, die Liste der gescheiterten oder verzögerten IT-Projekte ist lang. Warum kommt es immer wieder zu solch teuren Debakeln? Es ist tatsächlich sehr schwer – um nicht zu sagen unmöglich – grosse Softwareprojekte zum Projektstart richtig einzuschätzen, da sie zu den komplexesten Aufgaben gehören und fast immer mit einem grossen, unbekannten, risikobehafteten Innovationsanteil verbunden sind. Am Anfang ist die Unsicherheit einer Schätzung per Definition am höchsten.

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