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Goldene Zeiten für den Commodore 64

Der C64 lebt: Auf Ebay wechselte ein Modell des legendären Heimcomputers für 5000 Franken den Besitzer.

Auf Ebay versteigert: Gold Edition des Commodore 64.
Auf Ebay versteigert: Gold Edition des Commodore 64.

Die goldenen Zeiten des Commodore 64 sind längst vorbei. Auf dem Flohmarkt wird der Heimcomputer, der in den 80er Jahren Millionen Jugendliche begeisterte, für ein paar Franken verscherbelt. Umso erstaunlicher, dass nun auf Ebay ein C64 für über 5000 Franken den Besitzer wechselte. Allerdings war es kein Massenmodell, sondern ein Exemplar der Gold Edition, eines der begehrtesten Sammlerstücke.

Jubiläums-Edition

Die goldfarbene Version liess Commodore 1986 anlässlich des millionsten C64 in Deutschland produzieren. Es sollen davon nur 100 bis 300 Exemplare hergestellt worden sein. Der Brotkasten, wie der C64 wegen seiner Form auch genannt wurde, ist auf einer Plexiglasscheibe befestigt, die wie ein Schaltplan aussieht. Auf einer Plakete steht: «Goldene Edition aus Anlass des 1'000'000sten C64 in Deutschland 5. Dezember 1986».

Meistverkaufter Computer aller Zeiten

Der Commodore 64 wurde 1982 vorgestellt und ist mit schätzungsweise 30 Millionen verkauften Exemplaren bis heute das meistverkaufte Computermodell der Welt. Wegen des geringen Preises und dem grossen Softwareangebot fand er reissenden Absatz. Er konnte problemlos an jeden Fernseher angeschlossen werden. So mancher Programmierer sammelte mit dem Heimcomputer erste Erfahrungen.

Die Kopiermaschine

Besonders beliebt war der C64 auch wegen der riesigen Spielauswahl, geriet aber auch wegen einer grossen Raubkopierer-Szene auch in Verruf. Nach dem C64 lancierte Commodore die Amiga-Reihe, besonders der Amiga 500 war ein Verkaufsschlager. Ebenfalls bei Gamern beliebt und in Konkurrenz mit dem Atari ST, eignete sich der Computer für professionelle Grafikanwendungen.

Der Absturz des Leaders

Ende der 80er Jahre ging es mit Commodore langsam bergab. Das Unternehmen ruhte sich auf seinem Erfolg aus, verpasste es, die Produkte als Firmencomputer zu positionieren. Multimedia-Versuche mit CD-Laufwerk wie das CDTV oder die Spielkonsole CD32 floppten in den 90er Jahren. Zudem machten sich Computer breit, die auf dem Betriebssystem DOS basierten. Dies war auch die Stunde von Microsoft, das mit Tabellenkalkulation und Textverarbeitung gute Software für Unternehmen anbot. Die Redmonder hatten früh erkannt, dass in Zukunft das grosse Geld mit der Software und nicht mit Hardware-Stückzahlen gemacht wird. Der Erfolg gab ihnen recht. Nach der Pleite von Commodore in den 90er Jahren wechselte der Name mehrmals den Besitzer.

Immer noch aktive C64-Szene

Doch die Fans geben nicht auf: Bis heute gibt es eine aktive C64-Szene. Vor zwei Jahren erschien sogar ein Joystick, den man einfach am Fernseher anschliessen konnte. In den Steuerknüppel waren der C64-Chip sowie 30 Spiele wie Summer Games integriert.

Commodore bereitete mit seinen Modellen Millionen Jugendlichen viel Spass. Der Speicher von 64 Kilobyte ist heute gerade zu lächerlich. Zum Vergleich: ein leeres Word-Dokument enthält 23.5 Kilobyte.

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