Mehr Platz – weil ohne freien Speicher gar nichts mehr geht

Wenn Telefon oder Computer mit Daten voll sind, hagelt es Fehlermeldungen. Wie Sie es erst gar nicht so weit kommen lassen!

Wissen, wie viel Speicher man braucht – um beim Kauf genügend Reserven einzuplanen.
Video: Matthias Schüssler

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Ausreichend Kapazität auf dem Datenträger: Das ist eine zwingende Voraussetzung, damit digitale Geräte überhaupt arbeiten können. Egal ob PC oder Mac, iPhone/iPad oder Android-Smartphone – wenn der Speicherplatz aufgebraucht ist, funktioniert das System nicht mehr richtig. Es hagelt Fehlermeldungen und ans Herunterladen von neuen Apps oder Filmen ist nicht zu denken. Oder wichtige Updates scheitern. Und das zieht Sicherheitsrisiken nach sich.

Die Smartphones (links das iPhone, rechts Android) klären über den Speicherhunger einzelner Apps auf.

Moderne Geräte setzen zwar alles daran, dass es nicht so weit kommt: Der Anwender soll nämlich möglichst nicht mit den Limiten seines Geräts konfrontiert werden. Das iPhone-Betriebssystem löscht automatisch Dateien, um Platz zu schaffen. Das kann allerdings durchaus lästig sein. Das iPhone eliminiert nämlich jene Dateien, die sich jederzeit wieder aus dem Netz herunterladen lassen. Also Mietfilme, Podcasts oder Hörbücher.

Im falschen Moment verschwindet der Film

Doch weil Murphys Gesetz auch in der digitalen Welt seine Gültigkeit hat, kann man darauf wetten, dass gerade dann das Hörbuch oder der Lieblingsfilm verschwindet, wenn man ins Flugzeug eingestiegen ist und dann ohne Unterhaltung dasteht. Eine ähnliche Funktion gibt es in OS X Sierra – aber auch der sollte man nicht vorbehaltlos trauen.

Das heisst: Es lohnt sich, selbst ein Auge auf die Auslastung seiner Geräte zu haben. Das Video stellt die Methoden dazu vor:

Das iPhone zeigt unter «Allgemein > Speicher- & iCloud-Nutzung», wie viel Platz verfügbar ist. Bei «Speicher verwalten» erfährt man obendrein, welche Apps den meisten Speicher belegen. Bei Android hängt es vom Modell und der Systemversion ab, wo Sie die Information finden. Beim Nexus 6 ist sie in den Einstellungen unter «Speicher» zu finden. Die Angaben werden nach Kategorien aufgeschlüsselt. Tippen Sie zum Beispiel «Apps» an, erfahren Sie, wo die datenhungrigen Programme sitzen.

Das führt zu einer ersten einfachen Lösung: Falls Sie Apps entdecken, die Sie selten benötigen, die aber viel Speicher in Beschlag nehmen, sind das ideale Löschkandidaten.

Die Datenbrocken finden

Bei Windows und Mac gibt es eingebaute Bereinigungsmethoden. Bei Windows stecken sie in den Einstellungen unter «System > Speicher». Wählen Sie das zu bereinigende Laufwerk, um eine grafische Übersicht der Belegung zu erhalten. Sie können an dieser Stelle zum Beispiel temporäre Dateien löschen – wie das geht, sehen Sie im Video.

Windows schlüsselt den Datenverbrauch nach Kategorien auf und bietet Bereinigungsmöglichkeiten.

Beim Mac klicken Sie (in Sierra) auf das Apfelmenü und auf «Über diesen Mac». Wählen Sie dann «Festplatten» und «Verwalten». Der Mac bietet Ihnen dann diverse Möglichkeiten fürs automatische und manuelle Aufräumen.

Falls Sie es noch genauer wissen möchten, setzen Sie ein Programm ein, das die Belegung im Detail aufschlüsselt. Ein kostenloses Programm für Windows ist WinDirStat, das hier ausführlich vorgestellt wird. Am Mac verwenden Sie Disk Invetory X (siehe hier).

Nicht wild draufloslöschen!

Nun sollten Sie bei Windows und Mac nicht einfach draufloslöschen: Da die Programme auch Systemdateien anzeigen, könnten Sie dadurch das System beschädigen. Löschen Sie nur Anwendungsdateien, also zum Beispiel Filme, die Sie schon gesehen haben, oder Hörbücher, die Sie wieder herunterladen können. Oder verschieben Sie diese Daten auf eine externe Festplatte. Dann sind sie greifbar, falls sie benötigt werden.

Der Mac macht es einfach, Datenleichen zu beseitigen.

Die Auslagerung auf ein externes Speichermedium ist auch beim Smartphone prinzipiell möglich: Der iStick und die Festplatte fürs iPhone und der USB-Speicher für Android. Dieser Weg ist allerdings vergleichsweise umständlich, sodass Sie einer Bereinigung den Vorzug geben sollten, falls möglich.

Bei vielen Android-Geräten ist auch die Verwendung einer Speicherkarte möglich – doch auch die Lösung ist nicht sehr komfortabel. Es ist nämlich nicht ganz einfach, Daten vom internen Speicher auf die Speicherkarte zu verschieben. Sie können in der Übersicht der Apps den Speicherort anpassen, so wie das die Kollegen der «Netzwelt» erklären.

Die Cloud hilft weiter

Praktischer ist da ein Ausweichen auf die Cloud. Das funktioniert sehr gut mit Fotos, die Sie mit Apps wie Google Foto – wo Sie unbeschränkt Speicherplatz erhalten –, Onedrive oder Dropbox hochladen.

Auch bei Musikdateien gibt es ein grosses Sparpotenzial. Sie können auch eine grosse Musiksammlung kostenlos bei Google Music deponieren. Über die App (Android/iPhone) steht Ihnen diese per WLAN oder Mobilfunknetz zur Verfügung, ohne dass auf dem Gerät viel Speicher belegt wird. Für die Offline-Nutzung laden Sie Musik auch aufs Gerät herunter.

Auch einzelne Apps lassen sich in ihrem Datenhunger zügeln (links Whatsapp, rechts iMessage von Apple).

Schliesslich gibt es auch in einzelnen Apps Aufräummöglichkeiten. Bei Whatsapp zum Beispiel: In den Einstellungen gibt es die Rubrik «Daten- und Speichernutzung > Speichernutzung», bei der Sie sehen, welche Chats den grössten Platzbedarf haben. Indem Sie einen Chat auswählen und auf «Verwalten» klicken, steht Ihnen der Befehl «Leeren» zur Verfügung. Er löscht die entsprechenden Medien vom Gerät. Falls Sie die iBooks-App verwenden, gibt es dort gelesene Bücher, die gelöscht werden können.

Datenhungrige Apps in die Schranken weisen

Bei Apple iMessage schalten Sie in den Einstellungen unter «Nachrichten» bei «Nachrichten behalten» von «Unbegrenzt» auf «1 Jahr» oder «30 Tage» um.

Am iPhone gibt es bei den Fotos einige Einsparmöglichkeiten. So sparen Sie Platz, wenn Sie keine Fotostreams anderer Leute abonnieren und in den Einstellungen «Fotos & Kamera» Optionen wie «iCloud-Fotomediathek» oder, im Abschnitt «HDR», «Foto behalten» abschalten.

Es gibt allerdings eine bessere Lösung, als mühsam Speicherplatz freizuschaufeln: Nämlich ein Gerät mit ausreichend Reserven zu kaufen – aber ohne Geld in Kapazitäten zu investieren, die Sie nie benötigen. Dabei hilft es zu wissen, wie viel Platz Sie wofür benötigen. Deshalb lohnt es sich, mit den beschriebenen Methoden ab und zu die Belegung Ihrer Geräte zu prüfen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 26.02.2017, 12:00 Uhr

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In der Videoreihe «Digitale Patentrezepte» gibt Matthias Schüssler exklusiv für Tagesanzeiger.ch/Newsnet einmal pro Woche praxiserprobte Hilfestellung zur souveränen Bewältigung des digitalen Alltags.

Falls Sie ein Anliegen haben, das sich für die Behandlung in unserer neuen Rubrik eignen würde, dann unterbreiten Sie uns das bitte über die Kommentarfunktion oder schreiben Sie an matthias.schuessler@tages-anzeiger.ch.

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