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Michael Dell wieder mit besseren Karten

Blackstone zieht sich aus dem Übernahmekampf um den traditionellen PC-Hersteller zurück. Für den Firmengründer steigen damit die Chancen, seinen Konzern wie geplant von der Börse zu nehmen und zu sanieren.

Will sein Lebenswerk retten: Michael Dell.
Will sein Lebenswerk retten: Michael Dell.
Alexander F. Yuan, Keystone

Der New Yorker Finanzinvestor werde kein verbindliches Angebot abgeben, teilte Dell am Freitag mit. Damit steigen die Chancen von Michael Dell, sein Unternehmen wie geplant von der Börse zu nehmen und dann in aller Ruhe zu sanieren. Weil immer weniger klassische Computer verkauft werden, soll das Service-Geschäft des Branchendritten ausgebaut werden - einen Weg, den IBM bereits erfolgreich gegangen ist.

In einem Brief an das Dell-Management wurden als Gründe für Blackstones Rückzug der Absatzeinbruch der PC-Branche im ersten Quartal 2013 sowie die schwächere Gewinnprognose von Dell angegeben. Blackstone hatte sein Interesse an Dell vor nicht einmal einem Monat angemeldet.

Der Deal ist noch nicht in trockenen Tüchern

Firmengründer Dell will die Übernahme im Volumen von 24,4 Milliarden Dollar zusammen mit der Beteiligungsgesellschaft Silver Lake realisieren. Dabei bietet Silver Lake in bar 13,65 Dollar je Dell-Aktie. Blackstone hatte auf vorläufiger Basis eine Offerte von mehr als 14,25 Dollar pro Anteilsschein für die komplette Firma in Aussicht gestellt.

Seinen Hut hat auch der Investor und Dell-Grossaktionär Paul Icahn in den Ring geworfen. Er könnte für 58 Prozent der Anteile 15 Dollar pro Aktie auf den Tisch legen.

Auch wenn die Chancen von Michael Dell nun gestiegen sind, ist der Deal noch lange nicht in trockenen Tüchern. So macht unter anderem der Vermögensverwalter Southeastern, der 8,4 Prozent der Dell-Anteile hält, Stimmung gegen die Pläne, das Unternehmen von der Börse zu nehmen.

Vorbild IBM

Und auch Icahn ist dafür bekannt, sich in die Unternehmenspolitik seiner Beteiligungen einzumischen. Allerdings hatte sich Michael Dell zuletzt mit ihm darauf geeinigt, dass dieser nicht mehr als ein Zehntel der gesamten Anteile halten darf. Nach Dell-Angaben hat Icahn zudem zugesichert, mit weiteren Verbündeten maximal auf einen Anteil von 15 Prozent zu kommen.

Michael Dell will mit der Übernahme sein Lebenswerk retten. Der einstige Branchenprimus hinkt derzeit bei Innovationen hinterher.

Dell hatte das Unternehmen mit 19 Jahren und einem Kapital von nur 1000 Dollar gegründet. Weil Kunden immer mehr auf Smartphones und Tablets umsteigen - Bereiche, die andere Firmen wie Apple und Samsung dominieren - soll bei Dell nun das Service-Geschäft gestärkt werden.

Vorbild ist dabei IBM: Der ehemalige Rivale verkaufte sein Computergeschäft an den chinesischen Konkurrenten Lenovo und mutierte zu einem erfolgreichen IT-Dienstleistungsriesen.

SDA/rek

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