Warum es gut ist, dass Apple kleinere Brötchen backt

Jetzt ist Apples neues Mac-Betriebssystem offiziell da: Wir zeigen im Video, was Mojave kann: Wo es überrascht, und wo es versagt.

Um die wichtigste Verbesserung des neuen Betriebssystems zu zeigen, müssen die Vorhänge zugezogen werden.
Video: Matthias Schüssler

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Bei Apple häufen sich die Pannen, mussten wir Ende des letzten Jahres konstatieren: Die Nutzer mussten sich mit vielen, zum Teil haarsträubenden Fehlern herumplagen. Manche waren so gravierend, dass Apple Notfall-Updates herausgeben, Hardware-Austauschprogramme starten und viel Kritik über sich ergehen lassen musste. Doch auch beschwichtigende Interviews von Marketing-Chef Phil Schiller konnten nicht alle überzeugen: Manche haben sich gefragt, ob der Konzern womöglich seinen eigenen Ambitionen nicht mehr gewachsen ist und es darum nicht schafft, die versprochenen Neuerungen in der erwarteten Qualität auszuliefern.

Die Forderung damals: Apple muss das Tempo drosseln. Die nächsten Updates müssen weniger umfangreich, dafür solide und mit möglichst wenig Fehlern bei den Nutzern ankommen. Das bevorstehende Update des Desktop-Betriebssystems lässt nun hoffen, dass Apple dieser Forderung nachkommt.

Ein Update wie eine Wüste?

Mac OS 10.14 trägt den Übernamen Mojave, wie die Wüste in Kalifornien, Utah, Nevada und Arizona – und auch das nährt die Vermutung, dass es sich um ein eher karges Update handeln könnte. Doch wie unser Video zeigt, hält die neue Version des Mac-Systems Funktionen bereit, die sich durchaus sehen lassen können: Der dunkle Modus macht die Nutzung in den Abend- und Nachtstunden angenehmer. Manche Leute schätzen es aber auch tagsüber, wenn sie vom Bildschirm nicht so angestrahlt werden. Und eine wirklich charmante Neuerung sind die dynamischen Bildschirmhintergründe. Sie verändern sich über den Tag und reflektieren die aktuelle Tageszeit.

Zu jeder Tageszeit das passende Hintergrundbild.

Unser Video zeigt auch die anderen wichtigen Neuerungen:

  • Die neue Aufräumfunktion macht zugemüllte Desktops übersichtlich.
  • Die Galerie-Ansicht im Finder zeigt grosse Ansichten der ausgewählten Dateien, was nicht nur für Fotos, sondern auch für Dokumente praktisch ist.
  • Viele kleinere Bearbeitungsaufgaben können direkt im Finder erledigt werden, ohne dass ein Anwendungsprogramm gestartet werden müsste.
  • Macs können neuerdings auch Smart-Home-Geräte steuern.
  • Der App-Store hat eine Generalüberholung erfahren, und die System-Updates sind nun dort, wo sie hingehören.
  • Mojave legt ausserdem beim Datenschutz nach: Apps müssen nun anfragen, bevor sie Kamera und Mikrofon nutzen dürfen.
  • Als Bonus zeigen wir im Video unsere Lieblingsfunktion – die manche als Spielerei, andere als wirklich kreative Neuerung für Textdokumente ansehen werden.

Wenn sich der Desktop so präsentiert, hilft das automatische Aufräumkommando.

Bleibt die Frage: Ist Mojave nun überhaupt der Rede wert? Die Tech-Website Engadget.com kommt zum Schluss, dass manche Nutzer das Update für langweilig halten werden – doch dass die vielen kleinen Neuerungen unter dem Strich tatsächlich praktisch sind. Und so ist es tatsächlich eine Frage der Erwartungen: Anwender, die sich auf den dunklen Modus gefreut haben, werden Mojave sehr schätzen, denn sie werden diese Neuerung buchstäblich jeden Tag vor Augen haben.

Wenige handfeste Neuerungen

Wer allerdings auf handfeste Verbesserungen bei der Sicherheit und dem Datenschutz gehofft hat, muss mit einer einzigen Verbesserung vorliebnehmen, nämlich mit den neuen Berechtigungsfunktionen bei Kamera und Mikrofon. Und das dürfte zu wenig für echte Begeisterung sein.

Der Store wird schöner.

Für Kritik hat schliesslich gesorgt, dass Mojave nicht kompatibel mit älteren Macs ist. Grosso modo muss ein Computer 2012 oder später hergestellt worden sein, damit er aufgerüstet werden kann. Es gibt aber auch bei neueren Modellen Ausnahmen. Und Apple fährt die Unterstützung für die Grafiktechnologie OpenGL zurück. Das könnte dazu führen, dass ältere Spiele nicht mehr laufen. Da der Mac allerdings nie eine wichtige Spielplattform war, dürfte das für die meisten Anwender kein wirkliches Problem sein.

Mojave ist seit Montag, 24. September offiziell erhältlich und kann über die Update-Funktion gratis heruntergeladen werden. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 09.09.2018, 08:04 Uhr

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Falls Sie ein Anliegen haben, das sich für die Behandlung in unserer neuen Rubrik eignen würde, dann unterbreiten Sie uns das bitte über die Kommentarfunktion oder schreiben Sie an matthias.schuessler@tages-anzeiger.ch.

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