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Was der Apple-Chef nicht sagte

Der iPhone-Hersteller steht vor einem Schicksalsjahr: Das Wachstum schwächt sich ab, die Aktie bricht ein. Konzernchef Tim Cook muss sich nun entscheiden, ob er ins TV-Geschäft einsteigt.

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Setzte bislang kaum eigene Akzente mit neuen Produkten: Steve-Jobs-Nachfolger Tim Cook.
Setzte bislang kaum eigene Akzente mit neuen Produkten: Steve-Jobs-Nachfolger Tim Cook.
Kimihiro Hoshino, AFP

Apple-Chef Tim Cook muss sich nach anderthalb Jahren an der Konzernspitze durch seine erste Vertrauenskrise kämpfen. Die Börsianer scheinen den Glauben an die Wundermaschine Apple zu verlieren.

Apple fuhr im Weihnachtsgeschäft zwar einen Quartalsgewinn von knapp 13,1 Milliarden Dollar ein. Doch es waren unter dem Strich gerade einmal 14 Millionen Dollar mehr als ein Jahr zuvor – eine Stagnation statt der gewohnten Wachstumssprünge.

Von der Empfehlungsliste geflogen

Und auch die zaghafte Prognose für das laufende Quartal enttäuschte. Zahlreiche Banken senkten prompt ihre Kursziele. Beim Wallstreet-Haus Morgan Stanley flog die Apple-Aktie von der Empfehlungsliste.

Cook setzte bislang kaum eigene Akzente mit neuen Produkten, sondern führte vor allem das Erbe seines verstorbenen Mentors und legendären Vorgängers Steve Jobs fort. Der scharfe Wettbewerb drängt aber Cook, wichtige Weichenstellungen für die Zukunft des wertvollsten börsennotierten Unternehmens der Welt zu treffen.

Die Zweifel der Börse sind eindeutig: Längst hat die Aktie ihren Höchststand von mehr als 700 Dollar eingebüsst; am Donnerstag fiel sie vorbörslich um satte 10 Prozent auf 465 Dollar.

Apple verliert in China Marktanteile

Die Industrienationen scheinen ausgereizt, was den Wachstumstrend von Apple beeinträchtigt. Hoffnungsträger ist China. Dort verdoppelten sich die iPhone-Verkäufe trotz des hohen Preises für das Smartphone.

Dennoch verliert Apple in China Marktanteile. Den Markt der günstigeren Computerhandys überlässt der Konzern - zumindest bislang - Konkurrenten wie Samsung oder den jungen chinesischen Rivalen Huawei und ZTE.

«Wir könnten das Apple-Logo auf viele Dinge packen und viel mehr Kram verkaufen, aber das ist nicht, was wir wollen», verteidigte sich Cook. «Wir wollen nur die besten Produkte bauen.» Die Börsianer bleiben skeptisch. Während Cook in der Telefonkonferenz sprach, fiel die Aktie weiter.

«Auf diesem Gebiet viel zu bieten»

Mit konkreten Hinweisen auf künftige Vorhaben hielt sich Cook zurück. Allerdings war schon Steve Jobs bekannt dafür, eher ausweichende Antworten zu den Plänen von Apple zu geben. Stattdessen verstieg er sich in Andeutungen – und es war auch wichtig, was er nicht sagte. Cook setzt die Tradition fort.

So verzichtete er dieses Mal darauf, die Set-Top-Box Apple TV als «Hobby» zu bezeichnen, sondern wiederholte, dass Fernsehen ein «Bereich von intensivem Interesse» sei. «Ich glaube, dass wir auf diesem Gebiet viel zu bieten haben», sagte Cook.

Die Äusserungen könnten den jahrelangen Spekulationen um einen Apple-Fernseher neue Nahrung geben. Aber vielleicht will Apple auch nur die Apple-TV-Box weiterentwickeln, die im vergangenen Quartal zwei Millionen Mal gekauft wurde - ein Plus von 60 Prozent.

(SDA)

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