Kampf der Besserwisser: Brockhaus vs. Wikipedia

Der neue Multimedia-Brockhaus ist auf dem Markt - vermag er mit Wikipedia mitzuhalten? Ein Test.

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Keine Lexikon-Redaktion kann es in der Informationstiefe mit mehreren Tausend Mitarbeitern der Online-Enzyklopädie Wikipedia aufnehmen. Also versucht es der traditionsreiche Brockhaus-Verlag in den Disziplinen Zuverlässigkeit und Multimedia.

Gratis-Update bis Ende 2009

Die Neuauflage des «Brockhaus Multimedial» für 2009 verzichtet auf herausragende Neuerungen und setzt stattdessen auf den Ausbau von Bewährtem. Erste Aktion nach der Installation ist das Online-Update, das den Brockhaus auf den aktuellen Stand bringt - dieser Dienst ist bis Dezember 2009 im Preis enthalten. Nach der Aktualisierung führt der Artikel über Georgien auch den am 8. August begonnenen Krieg mit Russland auf.

Die Qualität der Informationen ist beispielhaft. Auch wenn die gebotene Verdichtung mitunter zu Verallgemeinerungen führt, kann man sich auf den Brockhaus verlassen. Das elektronische Lexikon enthält 260'000 Artikel - verglichen mit 810'000 der deutschsprachigen Wikipedia.

Von Georgien in die USA

Auf Abwege geführt wird der Brockhaus-Nutzer gelegentlich vom «computergeneriertem Kontext» im Wissensnetz, das vom Georgien-Artikel aus unerfindlichen Gründen auch zum «Kartsport» führt. Und bei den Multimedia-Ergänzungen findet sich nicht nur die georgische Nationalhymne zum Anhören, sondern auch eine Sammlung von Fotos aus Südgeorgien - dabei handelt es sich aber nicht um den Süden des im Artikel beschriebenen Landes, sondern um eine Inselgruppe im Südatlantik.

Zu den Highlights der Brockhaus-Software gehören der 3D-Atlas, virtuelle Stadtrundgänge, ein Planetarium und die Animation über den menschlichen Körper. Sehr übersichtlich ist die Datenbank zu den Olympischen Spielen. Weitere Extras sind ein integriertes Lexikon für Kinder, Basiswissen für die Schule und ein Brockhaus von 1906 mit damals noch 82'000 Artikeln.

Online-Ausgabe der Brockhaus-Enzyklopädie verschoben

Auch der Brockhaus schlägt Brücken zur Wikipedia: Mit einem Mausklick auf den Button für die Websuche wird eine Internet-Suche mit mehreren Begriffen aus dem gerade geöffneten Artikel gestartet, die oft an erster Stelle der Trefferliste den entsprechenden Wikipedia-Artikel aufführt.

Die ursprünglich bereits für April angekündigte kostenlose Online-Nutzung der grossen Brockhaus-Enzyklopädie in 30 Bänden lässt unterdessen weiter auf sich warten. Das Projekt sei verschoben, erklärt Brockhaus-Sprecherin Nicole Weiffen-Aumann. Es gebe Gespräche mit Werbe- und Kooperationspartnern, die noch nicht abgeschlossen seien.

Brockhaus multimedial 2009 premium DVD. Windows Vista/XP/2000, Mac und Linux. Auf der Festplatte werden mindestens 900 MB an Daten abgelegt. Auf amazon.de kostet das Paket 132 Franken. (rek/ap)

Erstellt: 08.10.2008, 16:15 Uhr

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