Presseschau

Apples Antwort an die Zweifler

Die Weltpresse reagiert mehrheitlich positiv auf die Entwicklerkonferenz des Computergiganten Apple. iOS 7, OS Mavericks und die neuen Macs begeistern.

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An der Apple-Konferenz WWDC habe wohl das neue iPhone- und iPad-Betriebssystem iOS 7 für den meisten Wirbel gesorgt, schreibt Spiegel Online nach der Präsentation. «Es gab tatsächlich tosenden Applaus. Das ist selbst bei Apple nicht immer so.» Gelobt wird, dass künftig der sogenannte Skeuomorphismus, das Nachahmen natürlicher Materialien und Oberflächen, im Betriebssystem verschwindet. «Die Zeit der Bücherregale aus Pixelholz und Spieltische aus Pixelfilz ist mit dem neuen iOS wohl tatsächlich vorüber.»

Zusammen mit der neuen iPhone-Software wurde ebenfalls das neue Beriebssystem für Macs vorgestellt. Im OS namens Mavericks gibt es die neue Funktion iCloud Keychain, welche auf Wunsch Passwörter generiert und abspeichert. «Spiegel Online» dazu: «Diese Neuerung sorgte unmittelbar nach der Ankündigung für viele boshafte Twitter-Witze mit Bezug auf den ‹Prism›-Skandal: ‹Hervorragend, dann kann die NSA jetzt auch auf Accounts zugreifen, die nicht in den USA liegen.›»

«Apple ist nach wie vor der Leader»

Der Computerkonzern Apple wolle beweisen, dass er auch in der Zeit nach Steve Jobs die Möglichkeit, neue Innovationen auf den Markt zu bringen, nicht verloren habe, schreibt «The New York Times». Das Unternehmen stehe unter starkem Druck der Investoren, weil die Aktie seit dem Höchststand massiv an Wert verloren habe. Die Entwicklerkonferenz sei die Antwort Apples an die Zweifler gewesen.

Laut NYT kam die Ankündigung der Hard- und Software-Upgrades genau rechtzeitig. Der mobile Markt werde hart umkämpft, und Apple habe noch nie so unter Druck gestanden. Trotz aller Kritik sei das iPhone 5 das meistverkaufte Smartphone der Welt. Die «New York Times» schliesst deshalb mit: «Apple ist also nach wie vor der Leader in der Mobiltelefon-Industrie.»

«Apple hat seine Coolness nicht verloren»

Ähnlich sieht es das «Wall Street Journal»: «Apple versucht seine Spitzenposition als Markleader zurück zu erobern.» Mit der Präsentation des grössten Redesigns der iPhone-Software «aller Zeiten» habe das Unternehmen bewiesen, nichts an seiner Coolness verloren zu haben.

Mit dem neuen minimalistischen Betriebssystem iOS 7, der neuen Mac-Hardware und dem Streaming-Radio-Dienst habe es Apple wieder einmal geschafft, die Teilnehmer der Keynote in San Francisco zu begeistern.

«Unerwartet publikumsnah»

«Apple lässt die Muskeln spielen» titelt «20 Minuten-Online». «Braungebrannt und muskelbepackt» habe sich Apples Chef-Designer Jony Ive zusammen mit dem Apple-Verwaltungsrat Al Gore und dem Apple-Chef Tim Cook bereits vor der Präsentation «unerwartet publikumsnah» gezeigt.

Mit dem neuen iOS 7-Design scheinen die Kalifornier «den Spagat zwischen Altbewährtem und Neuem zu schaffen», schreibt 20min.ch. Die «Detailversessenheit» zeige sich bei den zweidimensionalen App-Symbolen, wenn diese auf «dem Bildschirm zu schwimmen scheinen».

«Apple räumt mit Nostalgie auf»

Auch die sueddeutsche.de freut sich, dass im iPhone künftig keine natürlichen Materialien mehr dominieren und titelt: «Apple schmeisst das Leder weg». Der Computerkonzern mache Schluss mit der «Nostalgie» und räume das Betriebssystem iOS «radikal» auf. «Nun passt das Design auf dem Bildschirm zum Design in der Hülle – das soll den Verkauf fördern.»

Im Saal in San Francisco habe es von den Apple-Jüngern viel Applaus gegeben. An der Wall Street habe ebenfalls Publikum gesessen und das habe weniger gute Laune gehabt. «Als Cook die Bühne betrat, begann der sowieso unter Druck stehende Aktienkurs von Apple zu fallen.» Börsenhändler seien einfach zu anspruchsvolle Menschen. Doch ein Punkt hätte sogar die Aktienhändler überzeugt und den Apple-Kurs zeitweilig steigen lassen: iOS 7.

«Mac Pro heimlicher Star»

Nicht sehr begeistert scheint die «Neue Zürcher Zeitung» zu sein. Apple habe wie erwartet iTunes Radio, iOS 7 und Mac OS X Mavericks präsentiert. «Wer auf mehr gehofft hatte, wurde enttäuscht.»

Positiv überrascht hätten sich die Zuschauer vor Ort vom neuen Mac Pro gezeigt. Dieser sei laut NZZ der «heimliche Star» gewesen. Wer allerdings auf den Apple-Fernseher oder die iWatch gehofft habe, konnte nicht zufrieden gestellt werden.

Erstellt: 11.06.2013, 04:40 Uhr

Neues iOS: Tim Cook stellt das neue Apple-Betriebssystem vor. (Video: Reuters )

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