Das Alltagsleben als Passwort

Eine Forschergruppe will Passwörter mit Fragen zum Alltagsleben ersetzen. Wer also hat Sie gestern Abend um 21 Uhr angerufen?

Bild: Keystone

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Amerikanische und indische Forscher gehen in einem gemeinsamen Projekt neue Wege, um die Passwortflut einzudämmen. Kaum jemand hat noch einen Überblick über die unzähligen Passwörter, die man für Websites, Konten und Sicherheitseinstellungen braucht. Weil die meisten überfordert sind, nutzen sie das gleiche Passwort für viele verschiedene Dienste. Und halten sich kaum an die Empfehlungen, abstrakte Zeichenfolgen zu verwenden. Datendiebe freuts.

Dabei hätte jeder, so denken die Forscher, doch eigentlich einen grossen Fundus an persönlichem Wissen, aus dem man für die Datensicherheit schöpfen könnte. Der Fundus heisst Alltagswissen, also beispielsweise die Frage, wer einem am Tag das erste SMS geschickt hat oder einen zu einer bestimmten Zeit angerufen hat. Ihren Zugang nennen die Forscher Activpass. Das System würde im Hintergrund mitlaufen und in einem Activity Log gewisse Details aufzeichnen. Aus diesem Fundus könnte ein Password-Generator ständig auf den Nutzer persönlich zugeschnittene Fragen kreieren, die dann zur Authentifizierung dienten.

Das System schützt nicht vor nahestehenden Schnüfflern

Getestet haben die Forscher Activpass in einer Studie mit freiwilligen Teilnehmern. Diese konnten Fragen zu Vorkommnissen in ihrem Alltag zu 95 Prozent richtig beantworten. Schützen könnte man sich mit einem derartigen System vor allem gegen fremde Hacker. Weniger Schutz bietet es vor allzu Neugierigen im persönlichen Umfeld, die die Antworten auf Alltagsfragen vielleicht auch wüssten.

Ein ungeklärtes Problem ist zudem die Frage der Privatsphäre. Wer sich mit persönlichen Daten vor Hackern schützen will, der muss zuerst bereit sein, diese Daten mit dem Anbieter zu teilen.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 07.05.2015, 16:50 Uhr

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