Der Datenwahnsinn

2020 werden 50 Milliarden internetfähige Geräte im Umlauf sein. Bereits jetzt können Computer und Server die Datenmengen kaum mehr bewältigen. Ein hochrangiger Intel-Manager schlägt Alarm.

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Die Zahlen sind eindrücklich: Ende Oktober wird die Weltbevölkerung die Grenze von 7 Milliarden Menschen erreichen. Laut UNO-Angaben wächst sie bis 2050 auf 9 Milliarden an.

Damit einher geht ein stetiger Anstieg von Handyanschlüssen, und zwar auf allen Kontinenten: Einer Studie des European Information Technology Observatory (EITO) zufolge wächst die Anzahl Handynutzer bis Ende 2011 auf 5,57 Milliarden. Vor vier Jahren telefonierten noch 3,3 Milliarden Frauen und Männer mobil. Allein in diesem Jahr gehen etwa 1,4 Milliarden Handys und Smartphones über den Ladentisch. 2012 sollen laut EITO 1,5 Milliarden solcher Geräte verkauft werden.

Der Datenhunger der sozialen Netzwerke

In Industrieländern ist das Verhältnis von normalen Handys zu Smartphones etwa 2:1. Jedes dritte Mobiltelefon wird demnach nicht nur zum Telefonieren, sondern zum Surfen und Mailen verwendet.

Die Folge: Das Datenvolumen explodiert. Wie Intel-Vizepräsident Kirk Skaugen am Web 2.0 Summit in San Francisco ausführte (siehe Video hier), laden Youtube-Nutzer pro Minute 48 Stunden Videomaterial hoch, auf Twitter gehen pro Tag 200 Millionen Tweets rein, und jeden Monat werden auf Facebook 7,5 Milliarden Fotos hochgeladen. Laut Skaugen war der Datenverkehr im Internet im Jahr 2010 so gross wie alle Jahre zuvor zusammen.

200 Milliarden HD-Filme

Unglaublich anmutende Zahlen liefert auch IDC: Laut einer neueren Untersuchung des Marktforschungs- und Firmenberatungsunternehmens verdoppelt sich das Datenwachstum alle zwei Jahre. Dieses Jahr erreicht das Datenvolumen laut IDC 1,8 Zettabyte, also 1,8 Billionen Gigabyte, dies entspricht dem Inhalt von 200 Milliarden HD-Filmen à zwei Stunden Länge, wie das IT-Wirtschaftsmagazin «CIO» ausgerechnet hat.

Dies dürfte erst der Anfang sein, glaubt man den Prognosen von Intel. Skaugen geht davon aus, dass die Menschen bis ins Jahr 2015 mit 15 Milliarden Devices (Smartphones, Tablets, Notebooks) kabellos im Internet surfen, 2020 sollen es bereits 50 Milliarden Geräte sein.

Mehr Informatiker benötigt

Für die Informationstechnologie-Branche hat dies einschneidende Konsequenzen. «CIO» geht davon aus, dass sich bis Ende dieses Jahrzehnts die Zahl der Server verzehnfacht und 50 Prozent mehr IT-Experten benötigt werden, um der Datenflut Herr zu werden.

(rek)

Erstellt: 24.10.2011, 11:37 Uhr

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