Daten in Cloudspeichern vor fremden Blicken schützen

Dass bei Cloud-Diensten gespeicherte Daten durch Fremde und auch durch Behörden im In- und Ausland mitgelesen werden können, weiss man nicht erst seit der Warnung des Bundesrates.

Daten, die bei einer fremden Firma und meist sogar im Ausland gespeichert sind, lassen sich nicht mehr kontrollieren: Ausstellung zum Cloud-Computing in Singapur. (23. Juni 2011)

Daten, die bei einer fremden Firma und meist sogar im Ausland gespeichert sind, lassen sich nicht mehr kontrollieren: Ausstellung zum Cloud-Computing in Singapur. (23. Juni 2011) Bild: Roslan Rahman/AFP

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Cloud-Dienste speichern Daten permanent im Internet. Deshalb lassen sie sich einfach überall mit PC, Smartphone und Tablet nutzen, wo ein Internetzugriff möglich ist. Am bekanntesten sind synchronisierende Cloud-Dienste wie Dropbox und Skydrive.

Der Inhalt eines Dateiordners auf dem PC wird bei jeder Veränderung ins Internet kopiert. Ein zweiter PC oder ein Smartphone holt sich dann diese Daten wieder aus dem Internet ab und kann sie auch verändert zurückspeichern. Alle Nutzer des Cloudspeichers haben so immer aktuelle Daten zur Hand.

Sehr beliebt sind solche synchronisierenden Cloud-Dienste auch für Fotos. Picasa oder Apples iCloud kopieren mit dem Handy geknipste Fotos sofort ins Internet. Dadurch erhält man eine Sicherungskopie und Freunde und Familie können sie sofort betrachten.

Noch weiter gehen Clouddienste wie Google-Docs oder Microsoft Office 365. Hier lassen sich beispielsweise neue Textdokumente und Kalkulationstabellen direkt im Webbrowser erstellen und überarbeiten. Auf dem PC braucht man also kein Programm für die Textverarbeitung mehr.

Verlust der Privatsphäre

Die grösstenteils kostenlosen Cloud-Dienste bezahlt der Nutzer aber meist mit dem Verlust seiner Privatsphäre. Denn Daten, die bei einer fremden Firma und meist sogar im Ausland gespeichert sind, lassen sich nicht mehr kontrollieren.

Selbst wenn man dem Cloudbetreiber und den Datenschutzgesetzen in dessen Land vertraut, bleibt die Gefahr, dass Fremde sich durch Passwortdiebstahl oder das Ausnützen von Sicherheitslücken Zugang verschaffen. Vertrauliches sollte man also keinesfalls einfach in Cloud-Diensten speichern.

Auch der Versand von vertraulichen Daten via E-Mail kann nicht bedenkenlos erfolgen. Denn auch Betreiber von E-Mail-Diensten sind letztlich nichts anderes als eine Art Cloud-Anbieter, welche alle Mails mindestens vorübergehend auf ihren Rechnern speichern und teils sogar zwecks «Werbeauswertung mitlesen.

Verschlüsselung hilft

Will man sowohl den Komfort von Clouddiensten nutzen, als auch seine Privatsphäre wahren, muss man die Daten verschlüsseln, bevor sie den PC oder das Smartphone verlassen. Auf den Servern der Cloudanbieter liegen dann nur für diese und Fremde unleserlichen Daten. Eine solche Verschlüsselung ist insbesondere bei Dropbox und ähnlichen Synchronisationsdiensten einfach und empfehlenswert.

Bekanntester Verschlüsselungshelfer für Dropbox und Co. ist das für private Anwender kostenlose Boxcryptor. Eine Alternative dazu ist Cloudfogger.

Will man nur einzelne Dateien in seinem Cloudspeicher verschlüsseln, oder diese beispielsweise per E-Mail versenden, ist die Verschlüsselungsfunktion des kostenlosen Programmes 7-zip eine gute Lösung. Dem E-Mail-Empfänger muss man aber vorgängig über einen sicheren Kanal (Telefon) das Passwort mitteilen.

Vertrau nur privater Cloud

Bereits ab 150 Franken kann man aber auch seinen eigenen privaten Cloudspeicher kaufen. Eine Netzwerkfestplatte mit Internetanschluss wird zu Hause am Internetrouter angeschlossen. Hersteller wie Western Digital, Synology oder Zyxel liefern für ihre NAS (Network-attached storage) Programme und Apps, dass man von unterwegs auf die heimischen Daten einfach zugreifen kann.

Noch einen Schritt weiter geht die kostenlose Software Owncloud, die sich auf PC, NAS oder gemieteten Internetrechnern installieren lässt und ähnliche Funktionen bietet wie Dropbox.

Sollen Informationen privat bleiben, muss sich aber auch noch um andere Sicherheitsrisiken kümmern: So können sich beispielsweise Trojaner auf einem Rechner einnisten und Passwörter abfangen. Auch die Nutzung von öffentlichen Wireless-LAN (Hotspots) birgt Risiken, weil Fremde hier unverschlüsselte Daten ebenfalls belauschen können. (rek/sda)

Erstellt: 24.05.2013, 12:12 Uhr

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