Die Twitter-Bilanz des Papstes

79 Tage lang war Benedikt XVI. bei Twitter registriert. Drei Dutzend Nachrichten setzte @Pontifex während dieser Zeit ab. Er rief Menschen zum Gebet auf, übte Kritik und rief auch mal lustige Reaktionen hervor.

«Wer glaubt, ist bestimmt nicht allein»: Der Twitter-Account von Benedikt XVI. (Bild: Screenshot @Pontifex)

«Wer glaubt, ist bestimmt nicht allein»: Der Twitter-Account von Benedikt XVI. (Bild: Screenshot @Pontifex)

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Bei seinem Rücktritt am Donnerstag wird Papst Benedikt XVI. exakt 79 Tage im Kurzbotschaftendienst Twitter als @Pontifex registriert gewesen sein. Seit seiner Botschaft zur Begrüssung am 12. Dezember mit einem Segen «von Herzen» schickte das Oberhaupt der katholischen Weltkirche 36 Nachrichten auf Arabisch, Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Polnisch, Portugiesisch und Spanisch in die Welt. «Finde Jesus», «Gott ist der sichere Fels», «Wir sind Kinder eines liebenden Vaters» und «Alles ist Gabe Gottes» verkündete er etwa – seit dem 20. Januar dann auch auf Lateinisch.

Doch der 85-Jährige stellte auch Fragen. «Wie können wir das Jahr des Glaubens in unserem Alltag besser leben?», wollte er anfangs wissen. «Sprich mit Jesus im Gebet», gab er wenige Minuten später selbst eine Antwort. «Wie können wir den Glauben an Christus in einer Welt ohne Hoffnung leben?», hiess es kurz darauf weiter. Es folgte: «Wer glaubt, ist bestimmt nicht allein.»

«Bratwürstel und Sauerkraut»

An Heiligabend hiess es: «An welche Weihnachtsbräuche in der Familie aus der Zeit Ihrer Kindheit erinnern Sie sich noch?» Eigenantwort: «Besonders freute ich mich über die Krippe, die wir daheim aufbauten, wir schmückten sie mit Moos und fügten jedes Jahr Figuren hinzu.» Doch es gab im deutschen Konto auch 99, eher belustigte Reaktionen. Ein Nutzer: «An Bratwürstel und Sauerkraut.»

Einen Monat später, am 24. Januar, beklagte sich Benedikt XVI. dann in der realen Welt über die Gepflogenheiten in den sozialen Onlinenetzwerken. Berühmtheiten setzten sich dort mit viel Lärm leicht gegen Nutzer durch, die ernsthafte Botschaften hätten, befand er. Wer «Wahrheiten und Werte» verkünde, stehe vor «grossen Herausforderungen».

Eine Bekanntheit in sozialen Netzwerken habe «oft eher mit Berühmtheit oder Überzeugungsstrategien als mit logischen Argumenten» zu tun, kritisierte der Papst. Benedikt XVI. hatte zu diesem Zeitpunkt etwa 2,5 Millionen sogenannte Follower weltweit. Zum Vergleich: Angeführt wurde die Statistik von dem 18-jährigen kanadischen Sänger Justin Bieber mit mehr als 33 Millionen Fans.

Die meisten Nutzer folgen Benedikt XVI. auf seinem englischen Twitterkanal, zuletzt waren es rund 1,6 Millionen. Etwa 700'000 Beobachter konnte der Papst zuletzt für die spanischen und rund 335'000 für italienische Botschaften verbuchen. Auf Deutsch wollten etwa 57'000, auf Latein rund 22'500 Menschen die Nachrichten lesen. Insgesamt gab es zuletzt rund 2,9 Millionen Follower.

Twittert der nächste Papst?

Am Tag seines Rücktritts blieb der Papst trotz reger Debatten im Internet auf Twitter übrigens stumm. Allerdings konnte, wer wollte, seinen Eintrag vom Vortag als Trost auffassen. «Wir dürfen der Kraft der Barmherzigkeit Gottes vertrauen», hiess es am 10. Februar. Es folgten zwei Botschaften mit Empfehlungen für die Fastenzeit sowie eine Bitte, «für mich und für die Kirche zu beten».

Mit dem Rücktritt am Donnerstag soll das Twitterkonto im Übrigen geschlossen werden. Ob ein neuer Papst ebenfalls in dem Netzwerk aktiv wird, ist diesem selbst überlassen. In seiner womöglich letzten Twitterbotschaft verabschiedete sich Benedikt XVI. am Mittwoch von den Nutzern mit den Worten: «Mein Wunsch ist es, dass ein jeder von uns die Freude spürt, Christ zu sein und von Gott geliebt zu sein, der uns seinen Sohn geschenkt hat.» (kpn/AFP)

Erstellt: 28.02.2013, 00:02 Uhr

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Das Pontifikat von Benedikt XVI.

Das Pontifikat von Benedikt XVI. Die wichtigsten Stationen seiner Amtszeit.

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