Die besten Internetdienste made in Switzerland

Gute Webservices müssen nicht immer Google, Microsoft, Facebook oder Apple heissen. Helvetischer Erfindergeist kann sich auch im internationalen Vergleich behaupten. Wir stellen Ihnen die beste Software vor.

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Die Zeiten, als das Internet nur simpler Informationslieferant war, sind längst vorbei. Das Web hat sich inzwischen nicht nur zum sozialen Begegnungsraum, sondern für viele auch zu einer Art digitalem Lebens- und Arbeitsraum gewandelt. Unzählige Dienstanbieter sorgen dafür, dass man im Internet texten, kalkulieren, planen, zeichnen, musizieren, fernsehen und plaudern kann.

Immer mehr Nutzer verwalten ferner ihre ganzen Informationsschätze – von Adressen über Fotos und Notizen bis zu Tagebüchern – im Internet. Damit all dies möglich ist, braucht es Dienstanbieter, welche die Software, Speicherplatz und Rechenkapazität zur Verfügung stellen.

Schweizer sind vorne dabei

Auf den ersten Blick entsteht der Eindruck, Webdienste seien nur von amerikanischen Anbietern dominiert. Insbesondere Google und Microsoft sind allgegenwärtig, daneben profilieren sich auch Anbieter wie Facebook, Skype, Twitter, Apple und Yahoo.

Schweizer Softwareentwickler und Dienstbetreiber müssen sich im internationalen Vergleich aber keinesfalls verstecken. Sie belegen in gewissen Bereichen sogar Spitzenplätze. Klassisches Beispiel dafür ist der Terminfindungsdienst von Doodle.

Wer einen gemeinsamen Termin für einen beliebigen Anlass sucht, erfasst seine Vorschläge auf der Internetseite von Doodle.com und lässt den Eingeladenen einen Link auf diese Seite zukommen. Diese tragen einfach ein, welcher Termin passt, und nach wenigen Tagen erhalten die Beteiligten automatisch ein Mail mit dem besten Termin.

Über Doodle werden inzwischen nicht nur Jassabende und Vorstandssitzungen organisiert, sondern auch internationale Meetings über Zeitzonen hinweg ausgehandelt. Der Dienst hat inzwischen über eine Million Nutzer pro Monat und gehört zu den zehn meistgenutzten Internetseiten der Schweiz.

Wissenshäppchen speichern

Unverzichtbar ist für viele Internetnutzer inzwischen auch der Schweizer Webdienst Memonic geworden. Die Idee dahinter ist, dass man all die vielen Informationsperlen, die man beim Surfen durch das Internet findet, einfach an einer zentralen Stelle speichern will.

Memonic speichert nicht einfach einen Verweis auf eine Internetseite (Link) oder gar die komplette Seite inklusive Unnötigem. Vielmehr können die Nutzer mit dem Dienst genau jene Textteile oder Bilder archivieren, die wirklich relevant sind.

Findet man ein besonders hübsches Bild auf einer Webseite, speichert ein Klick dieses im persönlichen Archiv. Genauso einfach landet das Zitat des Dalai Lama oder das Kochrezept der Miss Schweiz im persönlichen Notizenfundus.

Der Wissensspeicher lässt sich einfach in Kapitel organisieren und im Volltext durchsuchen. Der Wissensfundus lässt sich auch aus der PC-Textverarbeitung mit Schnipseln ergänzen, ferner können die Nutzer ihr Archiv auch mit einem Mobiltelefon einsehen.

Vom Papier ins Internet

Handfester ist die Wissensquelle des Schweizer Anbieters Kooaba mit seinem Dienst Paperboy. Er kombiniert Informationen aus der gedruckten Zeitung mit Informationen aus dem Internet. Dazu fotografiert man mit einem Apple- oder Android-Handy einfach einen Zeitungsartikel und übermittelt dieses Bild an Paperboy.

Dieser identifiziert Zeitung und Artikel und ergänzt ihn mit allen vom Autor des Beitrages zur Verfügung gestellten Links. Zusätzlich kann man den gesamten Artikel in der digitalen Papierform (PDF) in sein persönliches Archiv aufnehmen lassen. Die Zeiten, in denen ein Leser also Zeitungsartikel mühsam ausriss, um sie zu behalten, sind dank Paperboy vorbei.

Inzwischen unterstützen bereits zahlreiche internationale Verlage die Schweizer Lösung, darunter finden sich auch einige namhafte Schweizer Tages- und Wochenzeitungen. Der Zeitungsidee hat sich auch Paper.li verschrieben. Trotz der Internetadresse aus Liechtenstein handelt sich dabei um ein Schweizer Unternehmen.

Der Dienst erstellt aus Internettipps von Freunden eine komplette, thematisch sortierte digitale Zeitung. Wer nämlich als moderner Internetnutzer den Plauderdienst Twitter oder das soziale Netzwerk Facebook nutzt, wird von seinen Kollegen und Freunden permanent mit Links von interessanten Internetseiten überflutet.

Nur haben viele Leute oft weder Zeit noch Lust, alle diese Hinweise auch wirklich im Internetbrowser abzurufen. Paper.li sammelt deshalb diese Linktipps ein und bereitet all die Hinweise in einer Art digitalen Zeitung auf. Diese lässt sich dann am Bildschirm einfacher und komfortabler lesen, weil Themen wie Sport oder Technik sauber gebündelt sind.

Sicher gemeinsam speichern

Der Idee der Gemeinsamkeit hat sich auch der Speicherdienst Wuala verschrieben, der ebenfalls helvetische Wurzeln hat. In erster Linie ermöglicht Wuala seinen Nutzern, beliebige Dateien statt auf der PC-Festplatte im Internet zu speichern. Dadurch lassen sie sich später überall nutzen. Wuala kann dazu sogar Daten auf mehreren Rechnern automatisch abgleichen.

Aussergewöhnlich beim Schweizer Dienst ist, dass man Speicherplatz im Internet nicht nur kaufen, sondern auch tauschen kann. Wer einen Rechner mindestens acht Stunden täglich eingeschaltet hat, kann einen Teil der PC-Festplatte der Wuala-Gemeinschaft zur Verfügung stellen und erhält im Gegenzug dafür Speicherplatz bei anderen Wuala-Nutzern.

Die Auflistung zeigt, dass sich die Schweizer Entwickler im World Wide Web nicht zu verstecken brauchen. Im Kampf gegen die grossen Konkurrenten haben sich einige davon sogar zu einem «Schweizer Sackmesser für das Internet» verbündet. Unter www.eknife.ch können Internetnutzer Memonic, Wuala und Doodle zu einem vergünstigten Pauschaltarif abonnieren.

(rek/sda)

Erstellt: 28.12.2010, 14:27 Uhr

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