Die billigste Reise der Welt

Per Twitchhiker um die halbe Welt. Ein Brite hat es vor – und viele haben mitgemacht. Die Welt? Bloss einen Twittereintrag entfernt.

Die neue Reiseart: Paul Smith ist per Twitter von Newcastle nach Neuseeland gereist.

Die neue Reiseart: Paul Smith ist per Twitter von Newcastle nach Neuseeland gereist.

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Heute New York, morgen Mailand – aber keine Ahnung, wo essen, geschweige denn schlafen und vor allem das Geld dafür kriegen? Der Brite Paul Smith hat die Lösung gefunden: In dreissig Tagen gelangte er dank Twitter ans andere Ende der Welt. Von Leuten, die Smith auf der Social-Media-Plattform mit Rat und Tat zur Seite standen, hat er sowohl Bleibe, als auch Geld für seine Reise bekommen. Sein Projekt wird er bald in Buchform auf Amazon verkaufen.

Die fünf Regeln

Eines Tages entwickelte der Radiomann aus Newcastle die Idee, dass er die halbe Welt per Twitter umrunden will; das Ziel: Neuseeland. Auf Wordpress eröffnet er seinen Blog und stellt gleich seine fünf Regeln auf.

  • Nummer eins: Es dürfen nur Übernachtungsmöglichkeiten und Mitreisegelegenheiten von Leuten angenommen werden, die auf Twitter aktiv sind.
  • Nummer zwei: Reiseplanungen dürfen höchstens drei Tage im voraus gemacht werden.
  • Nummer drei: Geld darf nur für Essen, Trinken und Sachen ausgegeben werden, die im Koffer Platz haben.
  • Nummer vier: Wenn es mehrere Angebote gibt, wähle ich eines aus. Gibt es nur ein Angebot, muss ich es in den nächsten 48 Stunden annehmen.
  • Nummer fünf: Wenn ich es innerhalb von 48 Stunden nicht schaffe weiterzukommen, ist das Projekt beendet.

Und so geschieht es, dass eine unbekannte Frau, viertausend Meilen von ihm entfernt, ein Busticket kauft, damit er seine Reise fortsetzen kann. Und dies nicht nur einmal. Die angepeilten 3000 Pfund hat der Brite ohnehin erreicht. Sein Projekt ist aufgegangen: Per Flugzeug, Boot und Auto kann er in dreissig Tagen Neuseeland erreichen. Dabei schläft er nicht nur auf Hausböden, sondern auch in Luxus-Suiten.

Das clevere Kerlchen

Was er auf seinem Blog schreibt, ist dafür eher belanglos – was nicht weiter wundert, weil das Buchprojekt sonst am Ende überflüssig wäre. Oft geht es natürlich um seine Publikation: «Die dritte Fassung des Buches ist gerade fertig», und, rot hervorgehoben: «wenn ihr das Buch jetzt auf Amazon bestellt, habt ihr 25 Prozent Rabatt.»

Am 18. Mai twittert Paul Smith: «Kann man die Wanderlust heilen»? Wohl kaum. Aber man kann sie finanzieren und daraus auch noch Profit schlagen. Wenn man clever ist. Bei einem solchen Projekt wie «Twitchhiker» helfen die Leute gleich mit, ja spenden sogar. Dafür braucht es nicht einmal Werbung, sondern nur ein paar selbstlose Menschen, die auf den Seiten des Buches wahrscheinlich nur eines suchen: ihren Namen.
Das Buch «Twitchhiker: How One Man Travelled the World by Twitter» von Paul Smith wird voraussichtlich am 2. August 2010 erscheinen.

Erstellt: 25.05.2010, 10:15 Uhr

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