Pornoverbot: Erotikmarkt unterstützt SVP

Weil Kinder unbeschränkt Zugang zu Sex-Sites haben, sollen strengere Regeln eingeführt werden, fordert SVP-Nationalrat Theophil Pfister. Ausgerechnet der Branchenleader will ihm dabei helfen.

Fertig Sex: Grossbritannien will Sex-Seiten sperren lassen. «Wenn das Konzept in Grossbritannien Erfolg hat, übernehmen wir es», sagt der St. Galler SVP-Nationalrat Theophil Pfister.
Video: Keystone

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London will gegen Pornoseiten im Internet vorgehen: Kunden sollen erst um Erlaubnis fragen, ob sie solche Seiten besuchen dürfen. In den nächsten Monaten will die Regierung laut Angaben der «Sunday Times» zusammen mit Providern eine Konferenz veranstalten. Ziel sei es, herauszufinden wie man verhindern kann, dass Jugendliche Online-Pornos anschauen können.

Ausnahmsweise findet die SVP ein ausländisches Vorgehen für sinnvoll. «Wenn das Konzept in Grossbritannien Erfolg hat, übernehmen wir es – und machen es sogar noch besser», sagt der St. Galler SVP-Nationalrat Theophil Pfister im Keystone-Interview (siehe Video).

Thomas Scheurer, Geschäftsführer von Libosan.ch, hält nicht viel von solchen Ideen: «Das Internet kann man nicht zensieren. Man kann höchstens einheimische Anbieter schikanieren.» Dennoch sieht nicht nur die SVP Handlungsbedarf. Denn was der Schweizer Gesetzgeber verbietet, kann im Internet jedes Kind anschauen.

«Online-Sex ist sicher geschäftsschädigend»

Pikanterweise bietet ausgerechnet ein Branchenunternehmen der Politik seine Mithilfe an. Der Erotikmarkt setzt sich dafür ein, ein Sexverbot im Internet durchzusetzen. Das Engagement ist allerdings nicht ganz uneigennützig, denn jeder Kunde, der sich online gratis Pornos ansieht, ist für den Erotikmarkt ein verlorenener Kunde.

«Online-Sex ist sicher geschäftsschädigend», sagt Erotikmarkt-Geschäftsführer Marc Gilardi. Volksvertreter Theophil Pfister gibt sich ohnehin skeptisch, ob das Problem in Zusammenarbeit mit einem Schweizer Anbieter gelöst werden kann. (rek)

Erstellt: 04.01.2011, 10:46 Uhr

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