Facebook enttarnt vor US-Wahl russische Fake-Konten

Das soziale Netzwerk hat mehrere Kampagnen gestoppt. Zudem sollen weitere Massnahmen ergriffen werden, um die Verbreitung von Propaganda und Fake News einzudämmen.

Sieht seine Firma immer ausgeklügelteren Attacken ausgesetzt: Mark Zuckerberg anlässlich einer Rede an der Georgetown Universität in Washington D.C. (17. Oktober 2019)

Sieht seine Firma immer ausgeklügelteren Attacken ausgesetzt: Mark Zuckerberg anlässlich einer Rede an der Georgetown Universität in Washington D.C. (17. Oktober 2019)

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Facebook ergreift gut ein Jahr vor der US-Präsidentenwahl weitere Massnahmen, um die Verbreitung von Propaganda und gefälschter Nachrichten bei dem Online-Netzwerk einzudämmen.

So sollen künftig staatlich kontrollierte Medien – wie etwa der russische Fernsehsender Russia Today – gut sichtbar als solche gekennzeichnet werden. Zudem wird das Online-Netzwerk bei Beiträgen, die von unabhängigen Faktenprüfern für falsch erklärt wurden, prominenter darauf hinweisen, wie Facebook am Montag mitteilte.

Facebook sei in den vergangenen Jahren deutlich besser im Kampf gegen Propaganda und gefälschte Nachrichten geworden, betonte Gründer und Chef Mark Zuckerberg in einer Telefonkonferenz. Zugleich sei das Online-Netzwerk aber immer ausgeklügelteren Attacken aus Ländern wie Russland, Iran und China ausgesetzt.

Kampagnen aus Russland und aus dem Iran

Am Montag gab Facebook auch bekannt, dass ein von Russland aus gesteuertes Netzwerk von gefälschten Instagram-Konten ausgehoben wurde. Die Verantwortlichen hätten sich als in den USA ansässig ausgegeben und vor der US-Wahl Amerikaner mit kontroversen politischen Botschaften ins Visier genommen, teilte das soziale Netzwerk am mit. Was genau das Ziel gewesen sei, könne nicht gesagt werden, erklärte der für Cybersicherheit zuständige Manager Nathaniel Gleicher. Es gebe «einige Verbindungen» zu der russischen Organisation IRA. Die USA werfen der Regierung in Moskau vor, über sie in die Wahl 2016 eingegriffen zu haben. Russland weist die Vorwürfe zurück.

Gleicher zufolge war das Netzwerk noch im Aufbau begriffen. Der an den Ermittlungen beteiligte Sicherheitsforscher Ben Nimmo von Graphika sagte der Nachrichtenagentur Reuters, das verbreitete Material habe gleichermassen Demokraten wie Republikaner ansprechen können. Zum grossen Teil seien die Mitglieder des Netzwerkes damit beschäftigt worden, «echtes Material von echten Amerikanern» zu kopieren. «Dies könnte auf einen Versuch hinweisen, sprachliche Defizite zu vertuschen», sagte Nimmo. Diese hätten in der Vergangenheit die Aufdeckung erleichtert.

Facebook gab zudem auch die Enttarnung von drei iranischen Netzwerken bekannt. (nag/sda/reuters)

Erstellt: 21.10.2019, 23:34 Uhr

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